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Ein Denkmal für Manfred Junker
04.03.13, 09:11 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Nieskyer, Tornados und Eishockeyfans haben Abschied von der Legende genommen. Und er wird nochmal geehrt. Dieses Heimspiel am Sonnabendabend war für den Eislaufverein (ELV) Niesky ein ganz besonderes: Als die Tornados und die Chemnitzer „Wild Boys“ zu ihrem dritten Pokalfight aufs Eis liefen und Stadionsprecher Branko die jahrzehntelangen Verdienste des am vergangenen Montag verstorbenen ELV-Ehrenvorsitzenden Manfred Junker würdigte, war es im weiten Rund plötzlich ganz still. Wunderkerzen wurden entzündet. Fahnen eingerollt. Mit einer Schweigeminute ehrten die Tornados, das Gästeteam und die rund 650 Zuschauer die Nieskyer Eishockeylegende. Die zum Spiel anwesende Familie des Verstorbenen beeindruckte das nach eigenem Bekunden sehr. Und als die fünfjährige Urenkelin Jessica in der zweiten Drittelpause sogar noch die zwölf Gewinne der Stadiontombola ziehen durfte, sagte Tochter Kordula: „Ich kann nur danken. Mein Vater wird hier noch lange zu Hause sein.“ Zum 2:1-Sieg der Tornados und damit dem Erreichen der nächsten Pokalrunde hätte ihr „Manni“ wohl gesagt: „Egal wie, Hauptsache gewonnen.“ Sieben Stunden zuvor kam es auf dem Waldfriedhof Niesky schon zu einer bewegenden Trauerfeier. Neben der Familie, vielen Freunden, Weggefährten und Arbeitskollegen gaben ihm vor allem auch sein ELV, seine Tornados und seine Eishockeyfans das letzte Geleit. Joachim Sauer, 2. Vorsitzender des Eislaufvereins, sagte an dem mit den Vereinsfarben und Fanartikeln geschmückten Sarg: „Lieber Manni, wenn du uns noch hören könntest, würdest du sagen, macht nicht so ein Gewese, kümmert euch lieber um dies und das. So war er, und vielleicht ist es genau diese Eigenschaft, dass er für uns alle unvergessen bleibt.“ Unmittelbar nach der Trauerfeier nahm das Bestattungsfahrzeug Kurs auf das Eisstadion am Nieskyer Waldbad. Alle, die an der Trauerfeier teilgenommen hatten, waren dem langsam fahrenden Fahrzeug vorausgeeilt. Sie bilden ein Spalier als sich der Wagen mit dem Sarg auf der Zufahrt nähert. Im Schritttempo bewegte sich der Wagen auch am Sitz des Eislaufvereins Niesky vorüber. Im heutigen Verwaltungsgebäude am Waldbad hatte Manfred Junker einige Jahre mit seiner Familie gelebt. Vor dem Eingang zum Eisstadion wendete der Wagen und hielt an. Die Anwesenden nahmen ihre Mützen ab und senken den Kopf zu einem letzten Lebewohl für ihren Manni. Dessen Stammplatz auf der Strafbank bleibt nun für immer leer. Denn neben den Spielern der Gästemannschaft, die ihre Zeitstrafe absitzen müssen, verfolgte Manfred Junker jedes Heimspiel seiner Tornados. Angesichts vergebener Torchancen entfuhr ihm dann mitunter ein derber Fluch. Doch auf seine Tornados ließ er nichts kommen. Selbst die Strapazen der Auswärtsspiele waren ihm nicht zu viel. Er fuhr so oft mit, wie es ihm seine Gesundheit erlaubte. In zwei Jahren soll nun das neue Nieskyer Eisstadion mit moderner Kältetechnik und einem Dach ausgestattet sein. Dafür hat Manfred Junker in den letzten Jahren unermüdlich gestritten. „Ich kann mir deshalb sehr gut vorstellen, dass unser Stadion später einmal den Namen „Manfred Junker- Eisstadion“ trägt, sagte Joachim Sauer. Das wäre ein würdiges Denkmal für Manni.
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