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Eishockeytorfrau ist Olympia schon ganz nah
25.02.13, 10:17 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Ivonne Schröder hält nicht nur das Tor bei den Nieskyer Tornados dicht, sondern auch im deutschen Nationalteam.Die Zuschauer kennen Ivonne Schröder als die Frau, die mitten unter Männern ihre Leistung bringt, im Tor der Eishockeymannschaft Tornado Niesky. Über die besondere Situation einer jungen Frau in einer der schnellsten und härtesten Sportarten der Welt mit vor Kraft strotzenden, athletischen Spielern im eigenen aber auch gegnerischen Team, mit extrem harten Schüssen ohne Rücksicht darauf, wer hinter der Torwartmaske steckt, ist schon oft berichtet worden. Zuletzt hatte sogar das MDR-Fernsehen in der Sendung „Außenseiter- Spitzenreiter“ einen Beitrag gesendet. Für die 24-jährige Ivonne Schröder ist die Situation längst nichts Ungewöhnliches mehr, nach sechs Jahren bei den Nieskyer Tornados und den Jonsdorfer Falken. Einsätze in einer Männerliga sind aus ihrer Sicht sogar notwendig, damit sie auch international mithalten kann: „Die beiden anderen Torfrauen in der Nationalmannschaft halten auch bei Männerteams. Da ist die Herausforderung einfach größer als bei den Frauen, die Schüsse kommen viel schneller, die Männer haben mehr Tricks drauf. Und außerdem gibt es viel mehr Spiele als in der Frauen-Bundesliga.“ Bei den Frauen ist es deutlich leichter, Distanzschüsse zu halten. Während Ivonne Schröder bei den Männern froh ist, sie überhaupt zu parieren und gegen eine ganze Reihe von Ex-Profis irgendwie an den Puck zu kommen, ist es im Nationalteam entscheidend, den Puck festzuhalten oder gut zur Seite abzuwehren. „Bei den Frauen fallen fast alle Tore im Nachsetzen. Da sind einige Spielerinnen extrem flink.“ Stabile Leistungen im Tor der Nieskyer Tornados helfen natürlich auch, wenn es darum geht, den Olympiaplatz zu sichern. In dieser Saison ist sie anders als in den Jahren davor die Nummer eins, trägt deutlich mehr Verantwortung. Aber ganz zufrieden ist sie nicht: „Ich hatte zwar schon wirklich gute Spiele, aber eben auch ein paar Patzer. Ich merke dann schon, wie das auch meine Mitspieler ärgert. Aber sie sagen meist nichts, weil sie wissen, dass ich dann sowieso schon mit mir hadere“, erklärt sie. Helfen kann nur Training (dreimal pro Woche), auch, um sich an die ungewöhnlichen Lichtverhältnisse in Niesky immer wieder zu gewönnen. „Wenn der Puck manchmal aus dem schwarzen Himmel kommt, ist es schwer“, sagt sie. Auch deshalb freut sie sich schon auf die Sanierung des Stadions und das neue Dach. Die Damen-Nationalmannschaft hat für Ivonne Schröder zurzeit oberste Priorität, denn sie bietet die Chance zur Teilnahme an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Sotschi. Qualifiziert ist Deutschland bereits. Ivonne Schröder gehörte in den vergangenen Jahren stabil zum Kader und war auch beim Qualifikationsturnier Anfang Februar im Einsatz. Bis zu Olympia stehen noch einige Nationalmannschafts- Lehrgänge und -Turniere an. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich bei Olympia dabei bin. Hauptsache, ich verletze mich nicht. Das ist meine größte Angst. Und sie wird größer, je näher Olympia kommt“, sagt sie. Nationaltrainer Peter Kathan habe bislang immer gesagt, dass er drei gute Torhüterinnen habe, die nahezu gleichwertig sind. Über die Einsätze entscheide er kurzfristig, mehr nach Gefühl. Und so bekam bisher auch Ivonne Schröder immer ihre Einsatzzeiten. Das soll auch in der kommenden Saison so bleiben. Ihr Arbeitgeber, die Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser, unterstützt sie soweit es geht, ermöglicht ihr die Teilnahme an allen Trainingsmaßnahmen und Turnieren. Im Arbeitsalltag ist Ivonne Schröder für die Verwaltung von 500 Wohnungen zuständig und nimmt sich der Probleme der Mieter an. Und die würden im Februar nächsten Jahres ganz genau hinschauen, wenn Ivonne Schröder bei Olympia im Tor steht. Dann überträgt nämlich auch das Fernsehen, und diesmal nicht aus der Kategorie „Exoten“.
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