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„Greule“ ist 30
14.01.13, 12:21 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Der Verteidiger der Nieskyer Tornados gehört zu den besten der Oberliga. Einen Tag vor seinem Geburtstag feiert er einen dramatischen Sieg über Jonsdorf. Dabei helfen auch die Sponsoren.Wenn dieser Mann im gegnerischen Drittel an der Blauen Linie den Puck bekommt, steigt der Lautstärkepegel im Nieskyer Waldstadion deutlich. Sebastian Greulich ist unter anderem bekannt für seinen knallharten Schuss und hat in dieser Saison bereits zwölf Tore erzielt, so viele wie kein anderer seiner Mitspieler und ungewöhnlich für einen Verteidiger. Gestern ist „Greule“ 30 Jahre alt geworden. Wenn man den Modellathleten – 1,89 Meter groß und gut zwei Zentner schwer (wirklich alles Muskeln und kein Gramm Fett) – mag man das kaum glauben. Erst recht nicht, dass er schon in seine zehnte Saison bei den Tornados geht. Für Trainer Jens Schwabe ist er einer der wichtigsten Spieler: „Greule steht immer auf dem Eis, wenn es eng wird. Er ist extrem zweikampfstark, ist mit einem unbändigen Willen ausgestattet und mit seinem Zug zum Tor und harten Schuss auch extrem torgefährlich.“ Sebastian Greulich geht auf dem Eis keiner Auseinandersetzung aus dem Weg, und wenn es handgreiflich wird, ist er immer Sieger. Die Gegner wissen das, respektieren ihn oder ergreifen auch schon mal die Flucht, wenn sie in provoziert haben. Dass Sebastian Greulich auch das Niveau für die Lausitzer Füchse und damit die 2. Bundesliga hat, darüber sind sich eigentlich alle einig. Aber das unstete Leben – acht Monate Arbeit, vier Monate arbeitslos und Unsicherheit, was nach der Sportkarriere kommt – passt einfach nicht zu „Greule“. Der Verteidiger hat es vorgezogen, bei Vattenfall einen Beruf zu lernen und dort einer geregelten Arbeit nachzugehen. Die Nieskyer Tornados freut es, besonders Verteidiger Sven Becher – sein bester Kumpel. „Den kannste Tag und Nacht anrufen, Greule ist immer für einen da“, sagt er und verrät auch, dass der liierte Verteidiger extrem ordnungsliebend und pünktlichkeitsfanatisch ist. „Als kürzlich seine Wohnung brannte, kam ihm das zugute. Er ist nochmal in den Qualm zurück und hat noch wichtige Dinge aus seiner Wohnung geholt.“ Es passt zu Sebastian Greulich, dass er auch die Mannschaftskasse der Tornados führt – akkurat und: „Da getraut sich keiner, nicht pünktlich zu zahlen.“ Am Sonnabend kamen wieder einige Euro dazu. Armin Kittner hatte im Sponsorenzelt nach dem ersten Drittel für eine extra Siegprämie gesammelt und eine erkleckliche Summe zusammenbekommen. „Gegen Jonsdorf dürfen wir doch nicht verlieren“, sagte der Inhaber mehrerer Firmen und lief noch in der Drittelpause in die Tornado- Kabine, um dort die frohe Botschaft zu verkünden. Begrüßt wurde die Information mit einem kräftigen Schlachtruf der Nieskyer. Ob diese Sonderprämie tatsächlich dafür gesorgt hat, dass die Nieskyer das Spiel um die inoffizielle Kreismeisterschaft tatsächlich noch drehten, weiß natürlich niemand. Jedenfalls lagen die Tornados gegen läuferisch stärkere Jonsdorfer nach einem Drittel im Schneetreiben mit 0:2 zurück. Die Gäste, die bis auf Verteidiger Chris Neumann mit allen Förderlizenzspielern aus Weißwasser antraten kamen mit den schlechten Bedingungen – der Schnee bremste den Puck gehörig ab – erstaunlicherweise besser zurecht als die Gastgeber, die das vorher allerdings auch nicht trainieren konnten. Im zweiten Drittel war dann auch Daniel Bartell da, der nach seinem Einsatz als Nachwuchstrainer schnell aus Weißwasser eingeflogen war. Sofort hat die ausgerufene Extraprämie auch nicht geholfen. Beide Torhüter (Ivonne Schröder für die Tornados und Dustin Strahlmeier für die Falken) hielten überragend. Frühestens nach einer extra angesetzten Eiserneuerung in der 34. Minute (einfach zu viel Schnee) kamen die Nieskyer besser ins Spiel. Die Falken hatten mehrfach das wohl vorentscheidende 0:3 auf dem Schläger, aber eine Minute vor Drittelende brach Marcel Linke mit einem Gewaltschuss zum 1:2 den Bann. Das sofort beginnende Schlussdrittel konnte dramatischer nicht verlaufen. Erst hielt Ivonne Schröder mit zwei Glanzparaden bei einem 2:1-Konter der Falken und einem Alleingang von Mieszkowski ihr Team im Spiel. Im Gegenzug gelang Brill der Ausgleich, nur um wenige Sekunden später mit ansehen zu müssen, wie die Falken durch einen trockenen Schuss von Schümann erneut in Führung gingen. Mit dem letzten Seitenwechsel folgte eine erneute Eiserneuerung. Und jetzt waren die Tornados besser, zumal den Falken angesichts der Belastung vom Vortag (Sieg im Penaltyschießen über Schönheide) langsam die Kräfte schwanden. Erst bereitete Jankovych mustergültig den Ausgleichstreffer von Linke vor, und eine Minute vor Schluss schlug Andreas Brill nach einer tollen Vorarbeit von Bartell noch einmal zu. Er zog vom linken Bullypunkt einfach ab, der Puck schlug unten rechts ein – der einzige, aber entscheidende Fehler von Strahlmeier, der freie Sicht hatte. Die Falken versuchten noch einmal alles, aber es gelang kein Torschuss mehr. Und Sebastian Greulich? Der achtet jetzt darauf, dass die Sponsorenprämie jetzt auch in der Mannschaftskasse ankommt. Lange feiern war aber nicht. Gestern, an seinem Geburtstag, stand „Greule“ schon wieder auf dem Eis, trotz Knieverletzung. In Schönheide gab es „weningstens“ einen Punkt. Diesmal führten die Nieskyer eine Minute vor Schluss noch mit 5:4, mussten dann aber noch einen Gegentreffer hinnehmen und verloren das Spiel im Penaltyschießen.
Kommentare
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Sa, 12. Januar 2013 1 2 3   Erg.
Tornado Niesky 0 1 3   4
EHC Jonsdorfer Falken 2 0 1   3

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