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Historische Serie Teil 9/9- Das Spiel der Spiele bleibt in Niesky
31.12.12, 16:27 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Die SZ-Serie zu 65 Jahren Eishockey in Niesky geht hier zu Ende. Viel konnte in die acht Sonderseiten an Inhalten und Erlebnissen rund um den Puck gepackt werden. In diesem Teil wird das Alphabet auf den Eishockeysport umgedichtet. Entscheidend für alle Beiträge sind immer die Menschen gewesen, die sich für den Sport eingesetzt haben– vom Bauarbeiter bis zum Spieler oder Fan. Und so bleibt es hoffentlich auch – mit Blick auf neue Technik und ein Dach auf dem Nieskyer Waldstadion.
ANFANG. Im Februar 1947 begann mit einer deftigen Niederlage offiziell der Nieskyer Eishockeysport. Eintracht Niesky hatte auf dem Braunsteich mit dem 0:12 gegen Gastgeber Chemie Weißwasser keine Chance. Für Niesky standen u.a. Erich Maroske, Horst Bürgel, Christian Kittner und Joachim Keßler auf dem Eis.
BANDE. Für die Einfassung des Eisovals der ersten beiden von den Nieskyern erbauten Eisstadien wurde besonders strapazierfähiges Holz benötigt. Die immer wieder auftretenden Schäden an der Bande mit den eisernen Halterungen mussten manchmal sogar mit dem Schweißgerät repariert werden.
Crazy-Tiger. Der Altherrenmannschaft Crazy-Tiger macht Eishockeyspielen immer noch Spaß. Bis 15 Männer, darunter noch viele, die bei Einheit Niesky waren, treffen sich jeden Mittwochabend im Waldstadion. Nach der „Trainingseinheit“ gibt es immer ein kleines Spielchen, solange die Luft reicht.
DANKESCHÖN. Zu der SZ-Serie „65 Jahre Eishockey in Niesky“ möchte der Autor diesen Personen für deren Unterstützung Danke sagen: Renate Bürgel, Erika Kittner, Monika Geide, Klaus Stalive, Dr. Heinz Passehr, Manfred Junker, Ernst Kwiatkowski, Hubert Keßler, Dietmar Schellenberg, Bernd Funke und Gerd Jandik.
EINHEIT. Zehn Sportfreunde gründeten am 12. Oktober 1953 bei Einheit Niesky die Sektion Eissport. Mit 32 Mitgliedern war Eishockey am stärksten vertreten. Zur ersten Bewährungsprobe für die Eissportler wurde zunächst der Bau des Stadions Moryteich.
FÖRDERSUMME. Im August überbrachte Sachsens Innenminister Markus Ulbig für die Stadt Niesky einen Fördermittelbescheid von 2,6 Millionen Euro. Der größte Teil davon wird für den Umbau des Waldstadions in eine überdachte Kunsteis-Arena verwendet. Der Minister trug bei der Übergabe sogar einen Tornado- Fanschal.
GÖRLITZER. Etliche Görlitzer kamen nach dem Eishockey-Aus in der Neißestadt in den 1960er Jahren zu Einheit Niesky. Bald waren die Brüder Siegfried und Achim Töpert, Peter Jannasch und vor allem Ernst Kwiatkowski Stützen in ihrem neuen Team. Damals holte sich Niesky im Endspiel gegen Zittau auch den Titel eines Bezirksmeisters.
HELFER. Um den Eis- und überhaupt den Sport in Niesky aufzubauen und zu erhalten, wurden Hunderte von Helfern zu den wichtigsten Stützen. Einer von ihnen war Helmut Weinig, Waggonbauer und selbst aktiver Sportler. Besonders beim Bau der beiden Eisstadien 1954 und 1967 und bei der Errichtung des Sportkomplexes an der Rosenstraße avancierte der Nieskyer zum Aufbau Helfer.
INITIATIVE. Mit einer Spritzeisbahn vor der Sporthalle am Rosenplatz ergriff der Sportstättenbetrieb ab 1977 eine besondere Initiative. Auf der 30 mal 50 Meter großen Fläche tummelten sich bei entsprechenden Temperaturen vor allem Kindergarten- und Schulkinder und lernten somit perfekt Eislaufen.
JUGEND. Auf die Arbeit mit der Jugend wurde immer Wert gelegt. Das war bis 1989 bei Einheit Niesky so, heute bestehen bei den Tornados von den Kleinstschülern, über die Kleinschüler, Knaben, Schüler bis zur Jugend Spielgemeinschaften mit Weißwasser und Jonsdorf.
KOMPLIZIERT. Beim Eisstockschießen, das sich 1996 beim ELV Niesky gründete, gibt es komplizierte, aber schnell erlernbare Regeln. 12 Männer und Frauen nahmen unter Leitung von Frank Hundeck den Übungs- und Wettkampfbetrieb auf. Diese 12 steht heute noch. Dabei kann man auf Erfolge wie Sachsenmeister und Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften verweisen.
LOGO. Ab November 2003 tragen die Tornados ein neues Logo auf ihren Jerseys. Schon der Entwurf
von Werbefachmann Marcus Paul aus Rothenburg überzeugte Vereinsspitze und Spieler. Der in blau-gelb gehaltene Schriftzug Tornado Niesky, garniert mit dem kleinen schwarz-gelben ELV Puck und einem Eishockeyschläger, ist auch in den SZ-Berichten über die Tornados immer mit dabei.
MORYTEICH. Mitten in der Stadt, am und auf dem Moryteich, errichteten sich die Nieskyer ein Eisstadion. Mit einem gesamt-deutschen Eissportfest fand am 7. Februar 1954 die Eröffnung statt.
1959 musste die Anlage vor allem wegen technischer Schwierigkeiten schließen.
NATIONALSPIELER. Viel Ruhm heimste Einheit Niesky Mitte der 70er Jahre durch die Ex-Nationalspieler aus Weißwasser, wie Bernd Poindl, Heinz Schildau, Heinz Kutschera, Manfred Buder oder Erich Novy ein. Sogar die Torhüter- Legende Klaus Hirche spielte für Niesky.
OH wie ist das schööööön. singen meist bei jedem Heimspiel Hunderte von Fans. Mit Gesängen und Sprechchören sorgen vor allem Fanprojekt, Sturmjäger und die Blue-Boys für eine tolle Atmosphäre, und unterstützen in vielfältigster Weise das Vereinsleben. Mit der Stimmungsmache sind derzeit die Blue-Boys Spitze.
PENALTY. Joachim Keßler, Thomas Bresagk und Ivonne Schröder zählen in der Geschichte des Nieskyer Eishockeys zu den größten Penalty-Killern. Vor allem Ivonne Schröder, die bisher 60-fache Nationaltorhüterin, bleibt aktuell gegen die gegnerischen Strafstoßschützen meist Sieger.
QUALITÄT. Die Ausrüstung der Nieskyer Eishockeycracks muss höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen. So gibt es zwischen den unteren Ligen bis zur DEL keinerlei Unterschiede. Trotzdem: Jeder der 20 Tornados braucht z. B. pro Saison bis zu fünf Schläger, die aus hochwertigem Carbon bestehen. Der Verschleiß bei den Torhütern ist noch höher.
RITTBERGER. Obwohl ihnen oft nur der Ansatz zum einfachen Sprung eines Rittbergers gelang, waren Gertrud Wenzel, Rosel Pieczyk und Hans Rietschel in den 50er Jahren begeisterte Eiskunstläufer. Das Trio vertrat Einheit Niesky sogar bei offiziellen Wettbewerben.
STRAFBANK. Nicht nur die Tornados, sondern auch die Einheit-Männer mussten manchmal ein fach zu oft auf die Strafbank. Besonders Klaus Stalive erwischte es immer wieder. Unter den selbst gestrickten Zipfelmützen kühlten sich damals die Köpfe der „Sünder“ aber recht schnell wieder ab.
TORNADOS. Die Nieskyer Eishockeyspieler starteten 2003/04 als „Tornados“ (bisher ELV) in die neue Saison. Kevin Thau, der Sohn von Cheftrainer Steffen Thau, gilt als Namensgeber. Tornado bedeutet Wirbelsturm. Seitdem werden die Gegner im heimischen Waldstadion aufgewirbelt.
URGESTEIN. In den bisher 65 Jahren Eissport wurden viele Spieler und Sportfreunde zu Urgesteinen der Nieskyer Sportgeschichte. Zu ihnen zählen neben Richard Haupt und seinen Söhnen vor allem Manfred Junker, Christian Kittner, Dr. Heinz Passehr, Joachim Keßler und in jüngster Zeit die Jandik- und Meißner Brüder oder Steffen Thau und Jens Schwabe.
VERBANDSLIGA. Nach der Landesliga Ost und der Sachsenliga schafften die Tornados 2004 den Aufstieg in die Verbandsliga. 2007/08 wurde man sensationell Vizemeister, in Spielgemeinschaft mit den Jungfüchsen und Ivonne Schröder im Tor. Heute spielen die Tornados in der Oberliga, der dritthöchsten Liga Deutschlands.
WATTSTÄRKE. Bei der Einweihung des Waldstadions am 15. Februar 1967 machten 32 Jupiterlampen mit einer Gesamtstärke von 24000 Watt die Nacht zum Tag. Sogar Eissportexperten aus Weißwasser lobten diese Helligkeit.
XANTHIPPE. Diese Frau war die Gattin des griechischen Philosophen Sokrates und sehr zanksüchtig. Die Frauen und Freundinnen der Tornado-Cracks sind allerdings alles andere als zänkisch. Bei Heimspielen fiebern sie vor Ort mit, unterstützen ihre Männer bei dem sehr aufwendigen Eishockey und verzichten auf viele gemeinsame Freizeiten.
YOUNGSTER. Verteidiger David Vatter, geb. Dezember 1994, aus Weißwasser, der Nieskyer Torhüter Clemenc Ritschel, geb. Juli 1994 und Eric Girbig, geb. April 1994, Trebus, sind die Youngster bei den Tornados. Die drei durchliefen ihre sportliche Ausbildung in Weißwasser und kamen aus der Jugend-Bundesliga direkt zu den Tornados.
ZUSCHAUER. Das Waldstadion war schon immer ein Zuschauermagnet. Kamen in den siebziger und 80er Jahren 500 bis 1 000 Zuschauer, wurden es mit dem Kunsteisstadion sprunghaft immer um die 1000 Fans. Dieser Rekord besteht noch heute: Am 2. Dezember 2000 fegte der damalige ELV Niesky die Saale-Teufel Halle mit 9:1 weg, bei 1863 zahlenden Zuschauern.
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