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Historische Serie Teil 8/9 - Die Männer hielten ihr Wort
26.12.12, 09:24 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Drei lange Jahre, von 1989 bis 1992, herrschte in Niesky eine totale Eishockeyflaute. Inspiriert von der politischen Wende, starteten die Stadt und viele engagierte Bürger zum dritten Mal den Bau eines neuen Eisstadions. Die Arena feierte 1994 ihre Premiere. Und damit begann die bisher erfolgreichste Eissportära in Niesky. Die nächste Ära steht jetzt schon in den Startlöchern – auch die begleitet die SZ wieder. Es war traurig. Gleich hinter dem Waldbad verfiel Anfang der 90er das einstige Vorzeigeobjekt der Nieskyer, ihr Natureisstadion. Dieses endlos leere, schmutzige Oval mit der verfaulenden Holzbande tat allen Fans weh. Und damit sanken auch die Aussichten, dass der Eissport je wieder nach Niesky zurückkommt. Die politische Wende in der DDR fegte aber auch hier alles weg und eröffnete eine völlig andere Zeit mit neuen Möglichkeiten zum Auf- und Ausbau einer besseren Infrastruktur. Bernd Funke, der 1990 in das neue Stadtparlament gewählt wurde und als Stadtrat sofort den Vorsitz des Technischen Ausschusses übernahm, erinnert sich: „Wir fragten uns, was machen wir mit dem Freizeitkomplex. Harald Bernd, Monika und Thomas Flämig, Dr. Andreas Holzhey, Karl-Heinz Preuß und andere engagierte Sportler und Bürger wussten nach gründlichen Recherchen bald eine Antwort. Wir bauen einen Freizeitpark mit Waldbad, Sport- und Erholungsanlagen – und einem Kunsteisstadion.“ 1992 fasste die Stadtverordnetenversammlung dazu den Beschluss, Studien für das Vorhaben einzuholen. Danach wurden Projekte erarbeitet und Fördermittel beantragt. „Die Fördergelder betrugen damals bis zu 90 Prozent“, erinnert sich Funke. Darüber kann Bernd Funke, der in seinem Geburtsort Bad Muskau und dann als Nieskyer bei Einheit Eishockey spielte, noch heute staunen. „Da haben wir natürlich gleich richtig zugelangt. Wichtig war, dass die Stadt den ganzen Komplex im Oktober 1993 der neu gegründeten Stadtwerke Niesky GmbH übertrug. Mit deren Chef Joachim Ziegler waren wir ein ganz starkes Team, mit Herz und Seele.“ Nach dem unkomplizierten Genehmigungsverfahren begann der Umbau der Anlage zum jetzigen Waldstadion noch im gleichen Jahr. Anfang 1994 war es dann so weit.Mit dem Kunsteis im Waldstadionerfüllte sich ein jahrzehntelanger Traum der Eissportfreunde. Auch deshalb gab es für Bürgermeister Wolfgang Rückert damals nur einen Auftrag, den er an die geradezu fanatischen Eissportfreunde Manfred Meißner, Hubertus Noll, Bernd Funke, Gerd Jandik, Manfred Junker und Hartmut Spitzner übergab: „Holt den Eishockeysport wieder nach Niesky. Setzt die Traditionen in unserer Stadt fort.“ Die sechs Männer gaben dem Stadtoberhaupt ihr Versprechen – und sie hielten Wort. Zumal Bernd Funke in einem Zeitungsinterview betonte: „Eissport gehört zu Niesky wie der Zinzendorfplatz.“ Zunächst wurde also am 17. November 1994 der Eislaufverein Niesky (ELV) gegründet, mit Hartmut Spitzner als 1. Vorsitzender an der Spitze. Nach wenigen Wochen zählte der Verein schon über 200 Mitglieder. Neben dem Männereishockey begann vor allem eine kontinuierliche Aufbauarbeit im Kinder- und Jugendbereich. 1996 waren 402 Mitglieder im Verein integriert, davon zwölf aus der neuen Abteilung Eisstockschießen. Am 7. Dezember 1996 fand endlich das erste Eishockeyspiel nach einer langen Durststrecke statt. Trotz der 2:14-Niederlage gegen die befreundeten Cracks aus Ceska Lipa jubelten 500 Zuschauer. 1997/98 spielte das Männerteam erstmals in der Landesliga und erreichte am Ende einen guten dritten Rang. Zu den zehn Heimspielen bei fünf Siegen und zwei Remis kamen 6 565 Fans in das Waldstadion. Das erste Punktspieltor erzielte Sven Rößler. Zu dieser Zeit feierte Niesky mit einem berauschenden Fest „50 Jahre Nieskyer Eissport.“ Selbst solche hochkarätigen Gäste wie die zweifache Eiskunstlaufweltmeisterin Gaby Seyfert oder die deutsche Eishockeylegende Erich Kühnhackel konnten nur staunen – über die Begeisterungsfähigkeit der fast 1 000 Zuschauer. Mit Spielertrainer Steffen Thau aus Weißwasser und Leistungsträgern wie Thomas Bresagk, Torsten Eisebitt oder René Schwabe begann der sportliche Aufstieg des ELV von der Landesliga über die Sachsenmeisterschaft bis in die Regionalliga und der heutigen Oberliga. All das ermöglichten auch die über 90 Sponsoren, darunter Großsponsoren wie Landskron Brauerei, OBI, Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, IMO Leipzig, Stadtwerke Niesky, Ingenieurbüro Funke und die Firma Ritter/Gerstberger. Der ELV kann da nur sagen: „Danke.“
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