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Warum der Stahl fürs Stadion aus dem Wald kam
09.12.12, 13:56 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Dietmar Schellenberg ist auf den ersten Blick einer unter vielen Helfern beim Stadiobau gewesen. Aber er hatte eine besondere Art, viel für den Sport zu tun. Ein Gastbeitrag von Hans-Jürgen Koppelt. Mit Interesse verfolge ich die Veröffentlichungen zur Entwicklung des Nieskyer Eishockeysportes in der Sächsischen Zeitung. Ich möchte gerne noch einige kleine Ergänzungen aus persönlicher Erfahrung machen. Während meiner Tätigkeit als Kreissportlehrer beim DTSB-KV Niesky unter der Leitung von Hans Mitschke (damals in den Jahren zuvor bekannt gewordener Fußballspieler bei Motor Niesky) lernte ich Dietmar Schellenberg als Mitarbeiter im KV kennen. Aus gemeinsamer Tätigkeit mit ihm, kann ich Ihnen glaubhaft erklären, dass er in den Jahren 1966/67 mit großem Engagement an der materiellen Vorbereitung der Grundlagen des Baus des neuen Eisstadions gearbeitet hat. Bisher konnte ich in keinem der veröffentlichten Artikel seinen Namen entdecken. Ich weiß, dass er im Forst, in holzverarbeitenden Betrieben unterwegs war, um brauchbares Holz für den Bau der Bande zu „organisieren“. Hatte er wieder mal ein paar Kubikmeter gesammelt, wurde in Zusammenarbeit mit dem im Waggonbau befindlichen Holzbau das Holz getrocknet bzw. eben mal „getauscht“. Sie sprechen von „Beziehungen“, die man brauchte. Dietmar Schellenberg hatte sie nicht einfach so – aber er hat sie sich aufgebaut mit hohem persönlichem Einsatz! Er war „vernarrt“ in die Idee des Neubaus des Nieskyer Eisstadions. Solchen „Narren“ verdankt das Nieskyer Eisstadion unter anderem seine heutige Existenz. Das begann unter anderem auch mit so simplen Dingen wie das Nivellieren der Fläche des Waldbodens und führte im Weiteren zum Beispiel im Winter 66/67 zum Bau der Lichtmasten. Dietmar Schellenberg war gelernter Schlosser und kannte auch Wege, um an entsprechende Stahlträger und querverbindendes Material zu gelangen. Er hat alles „organisiert“ und persönlich im Stahlbau zusammengeschweißt. Woher ich das weiß? Ich habe bei ihm die Eisenteile, nachdem sie eingerichtet waren, mit der Zange/Zwinge gehalten, während er schweißte. Stahl, den es im Prinzip nicht gab, spielte beim Bau der Bande eine entscheidende Rolle. Dietmar Schellenberg hat das Kreisgebiet nach stillgelegten Kleinbahnstrecken, fast vergessenen Schrotthalden (die es zu der Zeit noch gab) durchforstet, Kleinbahnschienen „gesammelt“ und zurechtgeschnitten... Er war der Mann der Tat! Erlauben Sie mir bitte die Bemerkung dazu: Im Reigen der stets genannten „Großen“ Kittner, Kahra, Junker und anderen... als Organisatoren, die sich engagierten, verdient es meiner persönlichen Meinung nach Dietmar Schellenberg, ebenfalls an vorderster Stelle genannt zu werden, der Mitte der 60er Jahre für die praktischen Grundlagen zum Bau des Eisstadions wirkte. Das, ergänzend zu den bisherigen Veröffentlichungen, niederzuschreiben, ist mir seit Längerem ein Bedürfnis. Letzter, ausschlaggebender Anlass sind die, auch bildlichen Veröffentlichungen in der Sächsischen Zeitung vom 24./25. November 2012. Dazu eine Korrektur meinerseits, wenn Sie bitte erlauben: Auf dem kleinen Bild „Lagebesprechung...“ ist neben Kittner und Kahra nicht Hartmut Spitzner zu sehen, sondern D. Sch.! Wenn sich D. Sch. bei Ihnen noch nicht persönlich dazu geäußert haben sollte, entspricht das mit Sicherheit seinem Wesen, bei allem, was er anpackt und macht, ruhig und bescheiden zu sein, ohne viele Worte nach außen. Mir war es ein Bedürfnis, mit diesen Gedanken an Sie auf die Person von D. Sch. aufmerksam zu machen und damit vielleicht einen kleinen, ergänzenden Beitrag zu leisten zur Vervollständigung des Wissens um den Bau dieser Sportanlage. Für mich ist Dietmar Schellenberg „Pionier“ gewesen. Er allein könnte Ihnen natürlich auch beste, fundierte Auskünfte geben.

Bildunterschrift:Dietmar Schellenberg (Zweiter von links) gehörte mit zu den engagiertesten Helfern beim Stadionbau. Rechts oben Jürgen Koppelt
aus Mückenhain, rechts unten Dietmar Schellenberg.
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