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Spielen wie Profis – leben wie Amateure
10.10.12, 12:59 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Für die Oberligisten Jonsdorfer Falken und die Nieskyer Tornados hat die neue Eishockeysaison begonnen. In der dritten deutschen Liga steigt das Niveau – und die Oberlausitz ist mittendrin. Seit dem vergangenenWochenende rutscht der Puck auch wieder über die Eisflächen der Oberliga Ost. Einst – vor allem im Osten Deutschlands – von den Profiligen DEL und Zweite Bundesliga als „Meldeliga auf weit entferntem Niveau“ belächelt, hat sich die Oberliga Ost inzwischen einigen Respekt verschafft. Eine „Meldeliga“ ist es praktisch zwar immer noch – jeder Verein, der es sich finanziell leisten kann, darf letztlich auch mitspielen, und sportliche Absteiger gibt es nicht. Aber das Niveau ist inzwischen deutlich gestiegen. Das beweisen Ergebnisse aus Test- und Pokalspielen zwischen Ober- und Zweitligisten. Und das zeigen auch die Einsätze von Förderlizenzspielern der Zweitligisten eine Liga tiefer. Die haben es dort nämlich alles andere als leicht und sind nur selten die alles überragenden Protagonisten. Mittendrin auf diesem Niveau spielen die Jonsdorfer Falken und die Nieskyer Tornados. Fast so gut wie die Profis – aber als Amateure. Der Großteil der Spieler beider Mannschaften (ausgenommen die Jonsdorfer Förderlizenzspieler der Lausitzer Füchse) gehen einem Beruf nach, studieren oder sind Schüler. Um entsprechende Leistungen bringen zu können, sind die Entbehrungen riesig: Dreimal pro Woche Training, von Oktober bis April – also ein halbes Jahr lang, an jedem Wochenende Spiele, an den meisten sogar zwei. Möglich macht's der Ehrgeiz der Spieler – und der ist nicht nur in den vier Derbys der beiden Kreisvereine untereinander riesengroß. René Haack, der aus dem Weißwasseraner Eishockeynachwuchs stammende neue Trainer der Jonsdorfer Falken, sagt: „Wir wollen unseren fünften Vorjahresplatz verbessern. Also mindestens Vierter werden.“ Der Nieskyer Coach Jens Schwabe will mit seiner Mannschaft, in der vergangenen Saison Sechster, sogar einen Platz auf dem Podium. Diese Ziele sind angesichts der Konkurrenz sehr ambitioniert. Halle, der klare Favorit der Liga, trainiert unter Profibedingungen. Erfurt, Leipzig und Chemnitz haben als große Städte immer auch ein großes Potenzial. Schönheide profitiert aus der Nähe zu Crimmitschau und hatte schon immer gestandene Ex-Profis und starke Ausländer in den Reihen. Und in den Berliner Mannschaften Preussen und Fass steckt immer Potenzial, besonders bei Fass, das von einer Förderlizenzregelung mit dem DEL-Club Berliner Eisbären profitiert – genauso wie Chemnitz von den Dresdner Eislöwen und Jonsdorf von den Lausitzer Füchsen. Trotz der Stärke der Konkurrenz wollen beide Oberlausitzer Mannschaften also in die vordere Tabellenhälfte. Es gibt aber auch gravierende Unterschiede zwischen den Vereinen in Jonsdorf und Niesky: Während in Niesky der Stamm der Mannschaft seit Jahren zusammenspielt (Neuzugänge dieser Saison sind neben Jörg Pohling drei Nachwuchsspieler), müssen sich Jonsdorfer Fans erst einmal wieder an eine ganze Reihe neuer Gesichter gewöhnen. „Das geht bei uns nicht anders. Wir haben Spieler aus vielen Regionen Deutschlands im Aufgebot, manche auch mit weiter Anreise. Aber die Truppe passt charakterlich, und wir haben in diesem Jahr eine tolle Mischung aus jugendlicher Bissigkeit und jahrelanger Erfahrung“, sagt Jonsdorfs Trainer René Haack, der selbst bis vergangene Saison noch gespielt hat und nun in seinem „Traumberuf“ aufgeht. Die Nieskyer haben zudem einen schon gewohnt kleinen Kader. „Mehr als 15 Spieler über 23 Jahre dürfen aber sowieso nicht spielen, und wozu den Kader unnötig aufblähen“, sagt Jens Schwabe. Die wichtigste Nachricht des Sommers war auch kein Spielerwechsel, sondern die Rettung des Nieskyer Eishockeystandortes an sich. Im Sommer 2014 wird die Eistechnik erneuert, spätestens im Herbst 2015 gibt es das lang ersehnte Dach über der Eisfläche. Noch ein Grund mehr, bis dahin auch sportlich zu überzeugen. Wie schwer das wird, haben die ersten Spiele der Saison gezeigt: Jonsdorf verlor zweimal, Niesky einmal.
Kommentare
#2 10.10.12, 21:15 Uhr von Puckschubser
richtig Bane, wenn wir z.B. letzte Saison einen "aufgeblähten" Kader gehabt hätten, wären uns nach den vielen Verletzungen etliche Spiele mit nur 10 Spielern erspart geblieben!!!
#1 10.10.12, 13:19 Uhr von Bane
Wenn Jens Schwabe das genau so gesagt hat („Mehr als 15 Spieler über 23 Jahre dürfen aber sowieso nicht spielen, und wozu den Kader unnötig aufblähen“) dann Gute Nacht...das ist echt nicht mehr nachvollziehbar
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