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Problemsaison gut gemeistert
27.03.12, 17:53 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Die Nieskyer Tornados haben sich mit Minikader respektabel geschlagen. Was an der Ostküste Nordamerikas für Erleichterung sorgt, verursacht in unserer Region nur Wehmut: Die Tornado-Saison ist vorbei. Die Nieskyer Eishockeycracks haben am Sonntagabend ein letztes mal gewirbelt, den hoffnungslos überforderten ESC Berlin in Weißwasser mit 21:0 aus der Halle geschossen, nachdem am Sonnabend auch der Regionalligameister Crimmitschau 1b beim 11:2-Sieg der Tornados chancenlos war. Die Nieskyer landen damit punktgleich mit Fass Berlin und dem EHV Schönheide auf dem dritten Platz in ihrer Gruppe. Zwar weisen die Tornados das beste Torverhältnis insgesamt auf, aber die direkten Vergleiche mit Schönheide und Fass Berlin gingen nach je einem Heimsieg und einer Auswärtsniederlage verloren. Die Saison ist deshalb zu Ende, Zeit für eine Bilanz.
 
Vergleich zum Saisonziel: Die Nieskyer fühlten sich vor der Saison stark genug für einen der ersten vier Plätze im Neunerfeld. Am Ende wurde es Platz sechs, obwohl die Mannschaft in der Lage war, gegen jedes Team der Liga zu punkten. Dass das Saisonziel damit verfehlt wurde, hat handfeste Gründe. Trainer Jens Schwabe:„Das, was wir in der vergangenen Saison an Glück hatten, nämlich von Verletzungen und Ausfällen weitestgehend verschont zu bleiben, hat uns diesmal eingeholt. Das ging schon in der Vorbereitung los und hat sich bis zum Saisonende fortgesetzt.“ Tatsächlich konnten die Nieskyer meist nur mit zwei Reihen plus zwei Feldspielern antreten. Teilweise langfristige Ausfälle auch von Leistungsträgern mussten weggesteckt werden. Aus dieser Sicht ist das Saisonergebnis wiederum hervorragend.

Die Torhüter: Eine Stärke gegenüber den Konkurrenten wie in den vergangenen Jahren war die Torhüterposition in dieser Sasion nicht. Ivonne Schröder hatte mit Verletzungen zu kämpfen (2 x Knie, Finger) und erreichte nicht ganz die Form der Vorsaison. „Die Konstanz konnte unter diesen Bedingungen gar nicht so groß sein“, sagt Trainer Jens Schwabe. Er bescheinigt seinem zweiten Mann, Ronny Greb, der zuvor als Nummer drei kaum Einsätze bekommen hatte, einen Leistungssprung. Die Konstanz, vor allem, wenn zwei Spiele am Wochenende anstanden, hat allerdings noch gefehlt“, sagt Schwabe. Und dann gab es noch Thomas Bresagk, inzwischen 46 Jahre alt. „Dass er sich als Buckup und im Training zur Verfügung gestellt hat, und was er da noch zeigt, Hut ab“, sagt Schwabe. Die Verteidiger Aushängeschild ist erneut Sebastian Greulich, wiederum zum besten Verteidiger der Liga gewählt, und wegen des „härtesten Checks der Liga“ (auch das wurde gewählt) bei den Gegnern gefürchtet. Eine ähnliche Bank ist Sven Becher. Beide sind in der Lage, in ihren Reihen den Mitspieler zu führen. Aber auch die sind inzwischen gestandene Leute. Daniel Wimmer und Philipp Rädecker würden auch jeder anderen Mannschaft dieser Liga gut zu Gesicht stehen. Schade, dass Stephan Kuhlee so lange krankheitsbedingt ausgefallen ist. Die Nieskyer spielten fast die gesamte Saison mit vier Verteidigern durch, waren auch konditionell extrem gefordert.

Die Stürmer: Die Nieskyer bestechen letztlich durch ihre Unberechenbarkeit. Sechs Stürmer haben in den 32 Saisonspielen über 25 Scorerpunkte erzielt. Feste Reihen konnte Trainer Jens Schwabe wegen der vielen Ausfälle (zum Beispiel Linke, Leyva, Jankovych, Bauer) nie bilden. Automatismen haben so nie greifen können. „Was uns in so manchem engen Spiel gefehlt hat, ist ein Knipser, der dann seine Chance nutzt“, sagt Schwabe.

Der Trainer: Jens Schwabe wollte vor der Saison ja lieber auf dem Eis bleiben, und er hätte der Mannschaft schon aufgrund des Spielermangels in vielen Partien auch helfen können. jetzt wurde er von den Konkurrenten zum „Trainer des Jahres“ gewählt, sicherlich auch, weil er das Tornadoschiff mit Minimalbesatzung so gut durch die Saison gesteuert hat.

Der Ausblick: Neben all den Problemen um die Nieskyer Spielstätte muss auch im Kader etwas passieren. Aus dem jetzigen Stamm werden Rädecker (Studium) und Michalk (Arbeit) die kommende Saison wohl komplett, Leyva und Bauer noch lange verletzt fehlen. Alle anderen Spieler bleiben. Aber vier bis fünf Neue müssen zur Mannschaft dazustoßen. Sonst sind die Tornados irgendwann ein laues Lüftchen.
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