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Der Vater ist immer dabei
06.12.11, 09:21 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Die Nummer 23 hat bei den Nieskyer Tornados einen guten Namen: Von 2000 bis 2003 trug das Trikot Fred Bartell, DDR-Meister mit Dynamo Weißwasser und 47-facher DDR-Nationalspieler. Bis er im Mai 2003 bei einem Fußballspiel  plötzlich tot zusammbrach – mit nur 42 Jahren. Die Nieskyer Fans haben ihn nie vergessen und freuen sich doppelt, dass jetzt wieder ein Bartell für sie aufläuft. Daniel Bartell spielt seit dieser Saison für die Tornados – und trägt natürlich die Nummer 23. Der 33-jährige Stürmer war zuvor für die Lausitzer Füchse (272 Spiele) und Leipzig unterwegs. „Ich will die Tradition meines Vaters gern fortführen und bin unheimlich stolz darauf, das jetzt zu tun. Eine Belastung ist das nicht für mich, eher ein zusätzlicher Ansporn. Vater ist irgendwie immer dabei“, sagt Daniel Bartell, den alle nur Freddy nennen. Nach einer Schulterverletzung, wegen der er die gesamte vergangene Saison aussetzen musste, kommt der Stürmer jetzt immer besser in Schwung. „Er steigert sich von Spiel zu Spiel, passt gut mit unseren beiden tschechischen Spielern zusammen und wird für uns in dieser Saison sicher noch viele Scorerpunkte sammeln“, sagt Trainer Jens Schwabe. Einer kam auch beim Heimspiel am Sonntag gegen Spitzenreiter Fass Berlin hinzu. Daniel Bartell erzielte das frühe 2:0, mit einer schönen Einzelleistung, Schuss und energischem Nachsetzen. Zuvor hatte Jankovych in Überzahl schon für das 1:0 gesorgt. Die Gäste glichen aber noch im ersten Drittel aus, nutzten eine doppelte Unterzahl (zumindest die Strafe gegen Jankovych, der einen Puck unter Schulterhöhe spielt und wegen hohen Stocks auf die Bank musste, war umstritten) zum Anschlusstreffer und trafen später aus spitzem Winkel. „Wir haben es insgesamt nicht verstanden, unsere Chancen besser zu nutzen. Wir hatten im ersten und später im zweiten Drittel noch fünf, sechs  hochkarätige Chancen, die wir nicht genutzt haben. Das Spiel hätte da schon für uns entschieden sein müssen“, sagte Jens Schwabe. Auch Daniel Bartell hatte weitere Treffer auf dem Schläger. So aber stand es nach zwei Dritteln nur 3:2 für Niesky. Am Ende sollte sich eine umstritten Strafe für den bärenstarken Verteidiger Sebastian Greulich als entscheidend erweisen. Er wurde nach einer unübersichtlichen Situation, in der ein Berliner Spieler liegen blieb, mit einer doppelten Zwei- plus Zehn-Minuten-Strafe belegt und fehlte den Nieskyern in der entscheidenden Phase des Spiels. Die Gäste kamen durch einen Bauerntrick nach einem von Ivonne Schröder gehaltenen Schuss zum Ausgleich, und in der Verlängerung, als Daniel Wimmer auf der Strafbank saß, zum Siegtreffer. Trainer Jens Schwabe war auch sauer auf den Schiedsrichter: „Er hat nicht erklärbare Strafen auf beiden Seiten gegeben und andererseits ein Foul, bei dem Marcel Leyva zwei Zähne teilweise eingebüßt hat, nicht geahndet.“ Trotzdem, ein Sieg war auch so drin für die Tornados, und eine Unterschied zwischen dem Tabellensiebenten und dem Tabellenführer nicht auszumachen. Das sieht auch Daniel Bartell so: „Diese Liga ist sehr  ausgeglichen. Es gibt keinen Gegner, den wir nicht schlagen können und andererseits gibt es auch keinen, den wir mit Sicherheit bezwingen, auch wenn wir nicht so gut spielen. Das Niveau der Oberliga ist hoch – ein Zwischending zwischen Profiund Amateureishockey.“ Genau richtig für den Stürmer, der früher eher der aggressive Draufgänger war, jetzt aber nicht nicht mehr so ungestüm spielt, auch um ohne Verletzung aus den Zweikämpfen zu kommen. „Dafür ist das taktische Verständnis jetzt viel größer. Und den jungen Spielern im Team kann ich sicher auch den einen oder anderen Tipp geben“, schätzt Bartell ein. Auch beruflich hat sich eine Perspektive aufgetan. Der ES Weißwasser, der alte Heimatverein von Daniel Bartell, hat ihm die Chance zu einer Umschulung als Sportfachmann gegeben, die bis Februar 2014 gehen wird. „Ich kann dort viel im Nachwuchs arbeiten und hoffe, dass ich nach meiner Ausbildung beim ESW weiterarbeiten kann“. Für die Familie ein Glücksfall. Das Pendeln nach Leipzig fällt weg. Bartells (Daniel ist verheiratet und hat eine zehnjährige Tochter) haben ein Haus in Schleife. Und so sieht es ganz danach aus, als ob die neue Nummer 23 noch eine ganze Weile für Niesky auflaufen (und treffen) wird.

Tore:
1:0 Jankovych (5:44 Überzahl, Assist: Greulich, Brill)
2:1 Bartell (6:08, Musil)
2:1 Gries (11:34, Überzahl 2)
2:2 Patrick Czajka (15:51)
3:2 Musil (30:57, Linke, Leyva)
3:3 Ludwig (57:02, Überzahl)
3:4 Gerstung (64:02, Überzahl)
Kommentare
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So, 4. Dezember 2011 1 2 3 n.V. Erg.
Tornado Niesky 2 1 0 0 3
FASS Berlin 2 0 1 1 4

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