Account registrieren
» User Online: 1
» Besucher: 1319262
Sportlerumfrage: Heute Ivonne Schröder, Nationalspielerin und Torfrau der SG
27.01.07, 14:33 Uhr
Allein unter harten Männern
Sächsische Zeitung vom 27.01.07, Bericht Gunnar Schulze

Kandidaten vorgestellt. In einer Männerdomäne setzt sich Ivonne Schröder als Nationalspielerin und Torwartfrau selbst gegen harte Kerle durch.

Ein Zwölfstundentag ist für die 18-jährige Ivonne Schröder keine Seltenheit. Schulalltag, Training und Wettkämpfe bestimmen den Alltag.

Neben dem Besuch der zwölften Klasse fischt die junge Schülerin reihenweise schwarze Hartgummischeiben von ihren Widersachern beim Eishockey weg. Bereits seit ihrem fünften Lebensjahr steht die sympathische Blondine – die in Bad Muskau geboren wurde – auf den Kufen. In einer Schlüsselrolle der schnellsten Mannschaftssportart der Welt – dem Eishockey – hat sie sich schon längst an ihre Ausrüstung mit Torwartkelle, Fanghandschuh und Matten gewöhnt. „Es ist mittlerweile für mich zur Selbstverständlichkeit geworden, sich in einer Männersportart durchsetzen zu müssen. Zarte Anfänge des Fraueneishockeys gibt es zwar, doch leben kann man davon nicht. Da ist in diesem Bereich noch nichts zu verdienen“, erzählt Ivonne Schröder.

Der erste große Paukenschlag gelang der Weißwasseraner Torwartfrau in Crimmitschau mit ihrer Nominierung in die Nationalmannschaft Deutschlands. Gegen Tschechien feierte sie ein erfolgreiches Debüt.

Im Jahr 2006 erhielt Ivonne Schröder insgesamt acht Einladungen zu Auftritten der Nationalmannschaft, bei der sie stets eine gute Rolle abgab und nun schon wieder wie auf einem Pulverfass sitzt.

„Ich liebäugle natürlich mit einem Einsatz im Februar in Schweden, danach folgt die Weltmeisterschaft im Mutterland des Eishockeys in Kanada“, sagt Ivonne. Zwar werde es dabei sehr schwer, unter den drei Anwärtern einen Platz in der Mannschaft zu bekommen. „Aber die Teilnahme an diesem Turnier wäre ein großer Traum von mir, der hoffentlich in Erfüllung geht“, erklärt die Schülerin.

Spiel mit Spaß und Spannung

Interessante Momente in ihrer Sportlerkarriere – und ihrem Drahtkäfig – erlebte Ivonne Schröder insbesondere mit ihrem jetzt angestammten Team, der Spielgemeinschaft von Tornado Niesky und den Jungfüchsen Weißwasser. Als weitere schöne Momentaufnahmen sind ihr die Auswärtsauftritte in Dresden und Leipzig in Erinnerung geblieben..

Neben dem emsigen und fleißigen Training ist auch die weitere Zukunft der Weißwasseranerin auf Sport ausgerichtet. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Landau- Gymnasiums soll ein Sportstudium folgen, bei dem aber der Puck keinesfalls aus den Augen verloren werden soll. Ganz wie auf dem Eis.

Der Spaßfaktor steht dennoch bei allem, was Ivonne unternimmt, ganz oben auf der Hitliste. Doch neben dem Lieblingsgericht Spaghetti Bolognese, dem Treffen mit Freunden oder dem Chatten im Internet stehen Beharrlichkeit, Kampfgeist, Durchhaltevermögen und der Kick des Durchbeißens im Vordergrund.

Da versteht es sich von selbst, dass Ivonne auch Stolz auf die Tradition ihres Vereins – Eissport Weißwasser – ist. Denn der hat viele Jahre erfolgreiche Eishockeygeschichte geschrieben.

„Das soll auch so bleiben. Dafür möchte ich mich einbringen und ein Stück dazu beitragen“, erklärt die erfolgreiche Torfrau.
Kommentare
Um einen Kommentar abgeben zu können, musst du eingeloggt sein.
Regionalliga Ost 2019/2020
(Stand: 28.08.19, 12:20 Uhr)
    Sp. Tore Pkt. Serie

Impressum