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Ein Nieskyer Urgestein ist gestorben
13.11.10, 13:27 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Vor wenigen Tagen verstarb Horst Bürgel, Fleischermeister im Ruhestand und ein begeisterter Anhänger des Eishockey- und Hockeysports in Niesky, im Alter von 82 Jahren. Einfach und bescheiden, fleißig und umsichtig in seinem Handwerk, leidenschaftlich und kämpferisch im Sport, so werden ihn die Nieskyer in Erinnerung behalten. Nach seiner Lehre als Fleischer, die er mit der Gesellenprüfung erfolgreich abschloss, arbeitete er unermüdlich weiter an seiner fachlichen Qualifizierung. Dieses Streben fand seinen Lohn am 11. Juni 1952, als er von der Handwerkerkammer Dresden seinen Meisterbrief erhielt. 1962 übernahm er die Fleischerei in der Bautzener Straße in Niesky. 30 Jahre lang führte er die Geschicke des Betriebes, bis 1992. So manche Schnurre sowie Anekdote konnte er aus der Zeit der Engpässe und wirtschaftlichen Zwänge der DDR-Zeit erzählen: von unangemeldeten Besuchen der Arbeiter- und Bauern-Inspektion (ABI) ebenso wie von fehlenden Edelfleischteilen bei den Lieferungen. So lange es ihm sein Gesundheitszustand erlaubte, schaute Horst Bürgel täglich im Schlachthaus, in der Räucherei sowie im Laden nach dem Rechten. Sein Sohn Frank und dessen Frau Uta, die das Geschäft übernommen hatten, schätzten seine Ratschläge und fachlichen Hinweise stets sehr hoch. Wann immer Horst Bürgel die Zeit fand, zog es ihn jedoch auf den Hockeyplatz und in den ersten Jahren nach 1945 auf die Eisfläche des Moryteiches. Horst Bürgel wurde zu Recht als ein Urgestein des Eishockey- und Hockeysports in Niesky bezeichnet. So ist von ihm überliefert, dass er sich auf sein Fahrrad schwang und die Eishockeyschläger für die Mannschaft von einer Görlitzer Firma holte. An die ersten Freundschaftsspiele auf dem Eis des Nieskyer Waldbades gegen die Eishockeycracks aus Weißwasser erinnern sich noch heute viele Nieskyer. Bei jedem Wind und Wetter machte sich Horst Bürgel bis zuletzt in das Eisstadion seiner Heimatstadt auf, um die Spiele der Tornados als Fan zu verfolgen. Er ließ sich dabei von gesundheitlichen Beschwerden nicht aufhalten. Immer wieder raffte er sich auf und feuerte seine Mannschaft an. Regelmäßig besuchte er den Stammtisch der Senioren des ELV. Im Frühjahr dieses Jahres trat er im Alter von 81 Jahren dem ELV als Mitglied bei; fürwahr der Nestor unter den Eishockeybegeisterten der Stadt. Sein Platz an der Bande im Eisstadion bleibt nun leer. Vergessen ist er aber deshalb nicht.
SZ vom 12.11.10, Beitrag: Rolf Ullmann
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