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Ohne Stadion ist 2015 Schluss mit Eishockey
19.02.10, 14:10 Uhr (Quelle: Niederschlesischer Kurier)
Die Zeit drängt. Und die Situation ist brenzlig. Die Sächsische Aufbaubank hat über den wahrscheinlich nicht stattfindenden Fördermittelfluss zur Sanierung des Eisstadions informiert. Verein, Kommune und Stadtwerke versuchen das mit der Finanzvergabe beauftragte Kreditinstitut umzustimmen. Am vergangenen Montag sogar mit einer Mahnwache vor dem Nieskyer Rathaus. Mehr als 60 Jahre Tradition hat der Eissport in Niesky auf dem "Buckel". Dass von der Begeisterung für den Pucksport noch nichts verloren gegangen ist, beweisen jedes Wochenende die Besucherzahlen: Hunderte, ja Tausende wollen sich das Freiluftspektakel der Tornados nicht entgehen lassen, möchten spannende Spiele erleben und über die Tore ihrer Cracks jubeln. Noch lange. Auch nach dieser Saison. Denn Eishockey ist Kult in Niesky. 2015 könnte es jedoch vorbei sein mit dieser Herrlichkeit, denn die marode Kühltechnik des Stadions verlangt. Unbedingt nach Erneuerung. Zudem soll ein Dach über der Eisfläche entstehen. Das Projekt dazu liegt fix und fertig in der Schublade, doch das Geld für die Umsetzung ist nicht da. Und wird wohl auch nur schwerlich zu bekommen sein, wenn es so bleibt, wie die Sächsische Aufbaubank (SAB) angekündigt hat. In einem Schreiben teilte das Kreditinstitut mit, dass das in Frage kommende Förderprogramm deutlich überzeichnet sei und das Eisstadion nach der momentanen Prioritätensetzung kaum Chancen habe, Geld zugewiesen zu bekommen. Was fatal wäre, wie auch Nieskys Fachbereichsleiter Technische Dienste erklärt: "Der Verschleiß an der Kühlanlage ist bereits deutlich spürbar. Es besteht enormer Handlungsbedarf", stellt Enrico Bachmann klar. Nach dem Ablauf der Genehmigung könnten nach 2015 auch keine Ausnahmeregelungen mehr greifen. "Die Anlage liegt in einem Trinkwasserschutzgebiet. Da dürfen wir nicht darauf hoffen, dass schon nichts passiert. Wenn doch etwas geschieht, bricht in Niesky von einem Tag auf den anderen die Wasserversorgung zusammen. So ernst ist das Problem!" Um der SAB die Dringlichkeit der 3,8 Millionen Euro teuren Sanierung des Eisstadions vor Augen zu führen, haben die Stadtwerke als Eigentümer des Objektes zusammen mit Stadt und Eislaufvereinen die Bank geschrieben und ihre Antwort mit Argumenten und Fakten untersetzt. Am Montag dieser Woche gab es zudem eine vom Verein organisierte Mahnwache. Das Motto: "Lasst den ELV nicht sterben!" Enrico Bachmann: "Wir müssen in Dresden verdeutlichen, dass der Einbau neuer Kühlanlagen im Stadion eine existenzielle Frage für den Eissport in unserer Stadt ist. Das Dach über der Eisfläche wäre natürlich das i-Tüpfelchen - beides zusammen die technologisch sauberste Lösung." 300 Fans und Sympathisanten der Kufencracks machten aus ihrem Herzen keine Mördergrube und setzten sich dafür ein, dass der Eissport auch in Zukunft Bestand in Niesky hat. Eine bereits in der vergangenen Woche gestartete Unterschriftenaktion brachte bereits mehr als 4.000 Namenszüge ein. Wie dringlich dem ELV die Angelegenheit ist, zeigt das Szenario nach der eventuellen Schließung des Stadions ab 2015: "Die Folgen wären katastrophal. Was wird dann aus den vielen Kindern, die Woche für Woche - und das nicht nur im Winter- fleißig trainieren? Was wird aus dem Freizeitvergnügen vieler Bürger und Einwohner der Stadt und der Region, wenn ohne Eishockeyspiel am Wochenende ein Stück Lebensqualität verloren ginge? Was wird auch aus dem Freizeitpark mit seinem Waldbad? Muss es als Nächstes zum Opfer fallen?" Nach Aussagen Enrico Bachmanns wären die finanziellen Voraussetzungen für die Arbeiten am Eisstadion mit dem vorliegenden Programm so günstig wie nie: "Die Förderung würde 75 Prozent betragen, Stadtwerke und Kommune müssten sich lediglich in den Rest teilen." Sollte der jetzige Anlauf scheitern, müsste man auf die Regelsätze für Vereinsförderung zurückgreifen, die nur bei 30 bis 50 Prozent liegen. "Das wäre aus städtischer Sicht dann nicht zu stemmen."  Um dem Förderanliegen bei der SAB zusätzlich neue Kraft zu verleihen, setzen die Nieskyer auch auf die politische Ebene: Zusammen mit Landrat Bernd Lange und dem Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (beide CDU) will man darüber beraten, wie die Fördermittelvergabe noch positiv beeinflusst werden kann. Die endgültige Entscheidung über Wohl oder Wehe des Nieskyer Eisstadions dürfte nicht lange auf sich warten lassen: "Die SAB wird uns das sehr zeitnah mitteilen", ist Enrico Bachmann überzeugt. Denn: Die Umsetzung der mit den Geldern bedachten Vorhaben muss bis Ende 2010 erfolgen.
Beitrag: Frank-Uwe Michel
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