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Tornado-Jungfüchse spüren Aufwind
13.12.06, 10:06 Uhr
Lausitzer-Rundschau vom 12.12.06

Zwei Lausitzer Eishockeymannschaften nehmen derzeit in ihren jeweiligen Ligen mit langen Gesichtern die letzten Tabellenplätze ein. «Doch während es der Profimannschaft der Lausitzer Füchse trotz viel zur Verfügung stehender Trainings- und Regenerationszeit kaum gelingt, optimale Ergebnisse zu erzielen, ist bei der Spielgemeinschaft zwei Ligen darunter ein leichter aber kontinuierlicher Formanstieg zu vermelden.» Das meint zumindest Detlef Kasper, der diesen Beitrag schrieb ...
Als sich die beiden Vereine entschlossen eine gemeinsame Mannschaft als besagte Spielgemeinschaft in der Regionalliga Nordost zu melden, musste ein Für und Wider abgewogen werden. Die einstige Fanrivalität hat sich inzwischen, auch Dank der gewonnenen Heimspiele im «Wald» als das geringste Übel erwiesen. Eher zu kämpfen hat man mit der Akzeptanz der zum Teil gravierenden Auswärtsniederlagen. Während fast alle Teams der Regionalliga Voll- und Halbprofis verpflichtet haben, gehen die hiesigen Eishockeyenthusiasten einer Vollbeschäftigung nach, befinden sich in der Lehr- oder Schulausbildung. Somit hat die Spielgemeinschaft bei vielen Auswärtsbusfahrten nach Rostock, Braunlage oder Schönheide oft nicht einmal drei Reihen an Bord. Deshalb ist auch ein Kader von zirka 30 Spielern notwendig. Dass es bei Anwesenheit aller auch zu Härtefällen bei der Spielerauswahl kommt, muss jedem einleuchten, der das Subtrahieren sicher beherrscht.

Torfrau
Zudem wird die hochtalentierte Nationaltorfrau Ivonne Schröder von den knallharten Profis der Spitzenteams manchmal trotz geringer Fehler oft mit der Höchststrafe für einen Torwart bedacht - mit vielen Gegentoren.

Trotzdem hätte das eine oder andere Auswärtsspiel bei größerer taktischer Cleverness schon gewonnen werden müssen. Die vielen jungen aber talentierten Spieler stecken noch in der Entwicklung, müssen sich in ihrem ersten «Männerjahr» noch an das Körperspiel und hohe Tempo gewöhnen. Stehen alle Spieler zur Verfügung, was bei Heimspielen meist der Fall ist, haben Trainer Steffen Thau und Co-Trainer Torsten Hannusch eine schlagkräftige, erfahrene und schnelle Truppe zusammen. Die Mischung aus den genannten Tugenden passte zuletzt immer besser. Schnell hat Trainerfuchs Thau erkannt, dass die Kreativität der «tschechischen» Reihe
in der ersten Formation aufgerieben wird und hat die Aufstellungsreihenfolge gewechselt. So wird jetzt versucht die -Athleten" Sebastian Greulich und Sven Becher als Verteidiger, Rene Michalk und den erfahrenen «Theo» Schwabe und Dribbler Johann Kustow den gegnerischen Topreihen anzubieten. Den erfahrenen Daniel Wahne funktionierten die Trainer meist zu einem aggressiven Verteidiger um. So kann die erfahrene kreative Reihe aus dem Nachbarland auch mal ein Spiel «verwalten» und das Tempo aus dem Spiel nehmen. Für ein hohes Tempo und Aggressivität sind dann wieder die dritten und vierten Formationen zuständig, die sich stetig weiter entwickeln. «Zauberlehrling» Markus Lehnigk, «Bombe» Rösler, Andreas Brill sowie Marko Noack und Johann Geddert, um nur einige zu nennen, lassen immer öfter ihr Potenzial aufblitzen. Ex-Fuchs Pavel Vait, nun in
Braunlager Diensten, zollte den Jungen Reihen nach dem verlorenen Spiel (2:12) viel Lob und konnte nicht so recht verstehen, warum die Tornados am Tabellenende stehen. Noch! Denn nicht Letzter zu werden, das ist das
erklärte Ziel des Trainergespanns. Die Tornadozeichen stehen auf Sturm. Das Athletiktraining wurde zur Pflicht
gemacht und ist regelmäßiger Bestandteil der Rhythmen. Fehlende Erfahrung und technische Voraussetzungen können so durch optimale körperliche Fitness ausgeglichen werden.

Erster Zu-Null- Erfolg
So wurde am letzten Samstag den Nieskyer und Weißwasseraner Anhängern alles geboten, was Freilufteishockey bieten kann. Der Dauerregen lockte diesmal nur knapp 500 Anhänger ins Waldstadion, die Eismaschine konnte Wasser sparen und die heimischen Fans freuten sich, dass der sportliche Gegner, der ECC Preussen zirka 30 Fans mitbrachte. So entwickelte sich nicht nur durch die lustigen gegenseitigen Schmähgesänge das besondere Freiluftflair. Engagiert ging die Spielgemeinschaft ins erste Drittel und konnte mit einer 1:0-Führung den Pausentee genießen. Angespannte Gesichter beim Trainerstab, hoffnungsvolle im durchnässten Publikum. Auf dem feuchten Geläuf wirbelten die Tornados weiter, als ob sie die Eisfläche trocknen wollten.

Folgerichtig ging die Spielgemeinschaft mit einem 3:0 Vorsprung in den «Trockenraum» . Nach dem fünften Tor goss auch Petrus noch einmal nach. Doch zum Glück entschieden die Schiedsrichter auf Weiterspielen. Mit dem
7:0-Ende hielt «Altmeister» Thomas Bresagk seinen Kasten das erste Mal in dieser Saison sauber, die Waldstadion- Fans hatten ihre erste «Aquaplaning-Siegerraupe» und die Spieler, Trainer und Betreuer ein
weiteres Erfolgserlebnis. Exnationalspieler Harald Kuhnke hatte wohl kaum mit so einem Debakel gerechnet, zumal der Trainer des ECC Preußen alle Spieler an Deck hatte.

Aus dem Wald!
Nun können sich die Fans auf das nächste Spiel am Samstag, dem 16. Dezember um 19.30 Uhr gegen Erfurt freuen. Die Spielgemeinschaft will nach der unglücklichen 2:4-Auswärtsniederlage einen Tornado entfachen.
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