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Eishockey ist für Sachsen „Randsportart“
03.02.10, 09:09 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Wer die Förderrichtlinien der Sächsischen Aufbaubank (SAB) festgelegt hat, spielt Fußball. Sonst würde er Eissport nicht als „Randsportart“ bezeichnen. Darüber könnten Eishockeyspieler, Eisstockschießer und Eisschnellläufer sicher lachen, wenn an der Bezeichnung nicht erhebliche Fördersummen hängen würden. Die SAB hat angekündigt, den Förderantrag von den Stadtwerken Niesky, die Kältetechnik im Eisstadion am Waldbad zu erneuern und ein Schutzdach zu bauen, abzulehnen. Begründung: Es gibt viele Anträge für Sportstättenförderung, aber Eissport sei eben nicht für die Masse – also keine sogenannte Kernsportart. Aus und vorbei – dieses Jahr also keine Förderung bis zu 75 Prozent der Gesamtmaßnahme in Niesky.
Aber: „Wir werden alles versuchen – auch über die Landespolitiker“, sagt Joachim Sauer, Präsident des ELV-Niesky. Denn ohne den politischen Druck sieht es schlecht aus. Kommt es 2010 nicht zur Zusage, könnte Niesky für die kommenden Jahre Anträge stellen. Der maximale Fördersatz betrüge dann 50 Prozent. „Das ist im Haushalt nicht darstellbar“, so Oberbürgermeister Wolfgang Rückert.
Schon jetzt ist das Millionenprojekt von Dach und Kältetechnik ein gewaltiger Posten – aber mit schlechteren Förderbedingungen kann sich Niesky so eine Ausgabe einfach nicht leisten. Und so heißt es: Von dem Vorhaben, die 212000 Euro Eigenmittel im Haushalt bereitzuhalten, verabschiedet sich Niesky wohl in der Märzsitzung des Stadtrates. Aber zumindest 60000 Euro sollen in den Haushalt rein, um das Förderanrecht zu erhalten. Käme dann doch noch die SAB-Zusage, könnte im Haushaltsplan reagiert werden. Dann würden Dach und Technik – wie geplant – ab 2011 gebaut.
Wie wichtig das wäre, zeigt die Beratung der Eishockeyfreunde am Dienstagabend. Der Eissport ist Herzenssache in Niesky. Die Tornados des ELV sind da die Zugpferde. Eisstockschützen, Landskronliga und die Eishockeymannschaft der älteren Herren ergänzen die vielfältige Sportkultur auf dem Eis. So berichtet Frank Hundeck, Übungsleiter und zugleich der Chef Sektion Eisstockschießen, über die sportlichen Aktivitäten, aber auch über die  Schwierigkeiten, mit denen die Vereinsmitglieder konfrontiert werden. „Wir  brauchen mehr Spieler. dafür brauchen wir ein Dach über dem Kopf.“
Ähnlich argumentieren die Spieler der Landskronliga. Sie peilen derzeit den 2. Platz in der Tabelle an. Michael Schröter, der mit Mannschaftsleiter Christian Hinzer das Team am Montag vorgestellt hat, wünsche sich mehr Zuschauer als bisher. „Unsere Ansetzungen findet man auf der Homepage der Landskronliga, und über Anfeuerungsrufe freuen sich auch unsere Spieler“, so Schröter. Und auch hier gilt: Mit dem Dach würde die Motivation der Gäste steigen, regelmäßig zu Spielen und Aktionsangeboten ins Waldstadion zu kommen.
Selbst rechnerisch lässt sich die vorläufige Ablehnung der Förderung nicht so recht begründen. Die alte Kältetechnik braucht viel Energie – 2015 läuft die Genehmigung für die Betreibung aus. Bis dahin muss die neue Technik her, sonst droht ganz klar die Schließung. Das wäre wohl das Aus für den Eissport in Niesky.

Beitrag: Rolf Ullmann und Wulf Stiebenz
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