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Eishockey in Niesky wird für Fans sicherer
26.01.10, 08:51 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Joachim Sauer ist verdammt sauer. „So ein Übergriff fällt immer auf den Verein zurück – wir müssen alle dagegen vorgehen“, sagt der Präsident des ELV Niesky. Nach dem Überfall auf Jonsdorfer Eishockeyfans, bei dem zwei  Platzwunden und zerschlagene Gesichter davongetragen haben, wird darüber diskutiert. „Wir Sturmjaeger fordern den Schutz der angereisten Gästefans bis zum Parkplatz“, haben die Fans in einem offenen Brief gefordert. Das passiert. „Ich war bei der Polizei, wir wollen zumindest einen Streifenwagen, der Präsenz zeigt“, so Sauer. Zudem ist eine Regelungfür den Ordnungsdienst im Gespräch – ob der länger bleiben oder auch außerhalb des Eisstadions aktiv werden kann. Zudem wird darauf gebaut, dass Jonsdorfer ebenfalls Ordnungskräfte mitbringen. „Aber das entscheidende ist die Zivilcourage – das habe ich im Stadion gesagt und hoffe, dass wir die Täter so mit überführen helfen können“, sagt Sauer. Es gibt schon eine heiße Spur. In Fankreisen werden die potenziellen Täter als „Kinder - Hooligans“ bezeichnet. Bislang hat sie keiner richtig ernst genommen – nun fallen erstmals Namen. „Diese Blue Boys stänkern auch bei uns“, sagt Volker Kunze, Präsident der Jonsdorfer Falken. Weißwasser kontrolliert besser Dass reagiert werden muss, ist seit dem Freitag in Niesky klar. Denn der Überfall ist brutal und offenbar lange geplant. Mit Zaunlatten und Stangen haben mehrere Täter den Fans aufgelauert. Am 2. Januar hat es schon so einen Versuch am Bahnhof gegeben – allerdings ist der vereitelt worden. Die Fans sind das Wichtigste, weiß der Fan-Chef Silko  Hoffmann aus Weißwasser. Er kennt die Problematik der Nieskyer Tornados mit ihren Jonsdorfer Falken: „Da brodelt es unterschwellig seit Jahren.“ Sportlich ist das die eine Sache. Aber die andere, das „vierte Drittel“. Da dürfe es keine Toleranz geben. Für ihn sei es unverständlich, dass bei einem Derby-Spiel die Jonsdorfer ihre Ordner nicht dabei gehabt haben. Ihn wundere auch, wie mit den Sicherheitszeiten umgegangen werde. Bei den Weißwasseraner Eishockeyspielen würden die Sicherheitskräfte von Peter Pelk erst das Stadion verlassen, wenn Schiedsrichter und Fans mit Bus, Zug oder Auto abgereist sind. Zudem würden gegnerische Fans im Gästeblock quasi an die Hand genommen und geleitet. Und bei Derby-Spielen werden die Sicherheitsregeln verschärft. Da sei eine Hundertschaft Polizei aus Löbau mit vor Ort. „Und wir stocken unsere Sicherheitsleute von 20 auf mindestens 25 auf“, sagt Pelk. Das Prinzip geht in Weißwasser auf – auch wenn die „Sicherheitslage“ nur bedingt mit der im Nieskyer Waldstadion vergleichbar ist. Aber weder Pelk noch Hoffmann haben in den vergangenen Weißwasser - Spielen Ausschreitungen registriert. Pelk: „Man kennt ja seine Pappenheimer.“ Die Ordner seien da rigoros. „Wir haben Anfang Dezember wieder drei Stadionverbote ausgesprochen“, so Pelk. Das helfe. Über Stadionverbote denkt auch ELV-Präsident Sauer nach. „Aber dafür müssen wir wissen, wer es gewesen ist“, sagt er. Deshalb rufe er alle Fans auf, ihr Wissen weiterzugeben. „Solche Ausschreitungen schaden dem Sport, unserem Verein und der Stadt.“ Die Polizei ermittelt weiterhin. Die  Staatsanwaltschaft ist informiert. Der Antrag auf Polizeiunterstützung bei bestimmten Spielen läuft. Die Fangruppierungen schließen sich zusammen, um solche Ausschreitungen mit zu verhindern.

Von Wulf Stibenz. Sandra Tietz und Angelika Hoyer.
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