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Spielertrainer Jens Schwabe sieht sein Team im Soll
09.01.10, 09:46 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Herr Schwabe, wenn Ihnen vor der Saison jemand gesagt hätte, dass ihre Mannschaft 23 Punkte auf dem Konto hat, wie hätten Sie geantwortet?
Dass wir damit so etwa im Soll liegen. Insgeheim habe ich schon damit gerechnet, die Hälfte der Punkte zu holen, also die Heimspiele gewinnen zu können und wenn das nicht gelingt, es auswärts auszugleichen. Nach 16 Spielen wären das 24 Punkte.

Und das trotz der beiden Profiteams Leipzig und Halle, die bisher die Liga dominieren und gegen andere Teams noch keinen Punkt abgegeben haben?
Ja, trotzdem. Niederlagen gegen diese Mannschaften müssen wir gegen andere eben wieder gutmachen. Und zu Hause haben wir bisher nur gegen Leipzig verloren.

Abgesehen von den Punkten, wo steht die Mannschaft leistungsmäßig?
Die Jungs haben gelernt taktische Aufgaben zu erfüllen und diszipliniert zu spielen. Da wo uns das gelungen ist, haben wir auch gewonnen. Wenn wir nicht so gut waren, haben wir meist auch verloren.

Viele haben gedacht, dass das Loch, das Thomas Bresagk imTor hinterlassen hat, zu groß sein könnte.
Es stimmt, der Thomas hat ein riesiges Erbe hinterlassen. Aber beide, Robert Wolfermann und Ivonne Schröder, haben positiv überrascht und immer ihre Leistung gebracht, egal wer gerade eingesetzt wurde.

Ist es nicht schwer zu entscheiden, wer spielen soll?
Einem muss man letztlich wehtun und es gibt auch mal Enttäuschung. Letztlich wissen aber beide, dass sie ihre Einsatzchancen bekommen. Ganz wichtig ist auch Ronny Greb dahinter, der als Backup zur Verfügung steht, wenn Ivonne mit der Frauen-Nationalmannschaft oder dem OSC Berlin unterwegs ist, der viel im Training hilft und für mich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft ist.

In der Verteidigung haben Sie das Nieskyer Traumduo vieler Jahre - Sebastian Greulich und Sven Becher - auseinander gerissen.
Das sind zwei sehr gute Verteidiger, die Verantwortung übernehmen und junge Spieler führen müssen. Das machen sie auch gut. Trotzdem haben wir gerade in der Verteidigung noch ein Problem. Uns fehlt einfach nach ein Spieler. Daniel Wahne oder Markus Adamsky müssen dann aushelfen, sind aber nicht wirklich eingespielt. Mit Chris Neumann haben wir einen jungen Spieler aus Weißwasser, der das ein bisschen kompensieren kann.

Auch im Sturm gibt es keine leistungsmäßig klar dominierende Reihe.

Das ist ganz bewusst so. Ich will drei Reihen haben, die die Spiele entscheiden können. Dadurch sind wir einfach nicht so leicht ausrechenbar. Beim Powerplay versuche ich dann natürlich trotzdem, die besten Spieler aufs Eis zu bringen.

Eure beiden ausländischen Spieler sind nicht so auffällig wie in anderen Teams. Bist Du trotzdem mit Ihnen zufrieden?
Auf alle Fälle. Beide finden sich in der Mannschaft gut zurecht, reden auch in der Kabine mit uns, machen ihre Späße. Auf dem Eis klebt Vitja Jankovych zurzeit das Pech am Schläger, während Mojmir Musil mehr der Vorbereiter ist und viel für die Mannschaft arbeitet.

Drei Ausländer sind erlaubt. Ihr hättet also noch Luft für eine weitere Verpflichtung.
Warum sollten wir? Wir stehen gut da, es geht weder um einen Auf- noch Abstieg.

Aber es fehlt doch ein Verteidiger.
Natürlich könnten wir den gut gebrauchen. Auf der anderen Seite würden wir auch riskieren, das Mannschaftsgefüge durcheinander zu bringen. Und für umsonst kommt ein guter ausländischer Verteidiger nicht. Wir müssen das Geld wirklich nicht ausgeben.

Wo gibt es Reserven?
Genau genommen in der Trainingsbeteiligung, auch wenn die schon besser geworden ist. Aber dem sind natürlich auch Grenzen gesetzt – wegen der Arbeit oder der Schule. Folge ist, dass zum Beispiel die Abstimmung in Unterzahl manchmal nicht klappt.

Morgen kommt der Tabellenzweite Halle. Gibt es Chancen?

Halle ist der klare Favorit, auch wenn sie am Sonntag, Mittwoch und auch noch heute gespielt haben. Aber das ist eine Profimannschaft, die das verkraften muss. Und die Weißwasseraner in ihren Reihen - Benjamin Thiede, Robert Hoffmann, Stephan Kuhlee und Jörg Pohling - werden sich beweisen wollen. Wir werden sie trotzdem ärgern und vor allem den Zuschauern ein gutes Spiel zeigen.Und wer weiß, vielleicht ist ja doch eine Überraschung drin.

Interview: Frank Thümmler, 08.01.10
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