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Mit Teamgeist die Großen ärgern - Kleiner Kader braucht starke Fans
30.10.09, 00:00 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Am Sonnabend hat die eisfreie Zeit im Nieskyer Waldstadion endlich ein Ende. Punkt 18.30 Uhr wird der Schiedsrichter den Puck das erste Mal auf die Eisfläche werfen und damit das Spiel gegen den langjährigen Erzkonkurrenten aus Schönheide eröffnen. Die Zuschauer werden dann eine fast unveränderte Tornado-Mannschaft sehen - mit einigen wenigen Ausnahmen: Trainer Steffen Thau hat nach zehn erfolgreichen Jahren den Posten wie angekündigt abgegeben, ist "nur noch" Sektionsleiter im Verein. Ein neuer Trainer von außerhalb wurde zwar gesucht, aber es erwies sich als nicht so leicht, auch jemanden zu finden. Die Tornados haben auf eine interne Lösung zurückgegriffen: Jens "Theo" Schwabe ist in der neuen Saison Spielertrainer, mit Gerd Jandik als Co-Trainer an seiner Seite. Der Routinier weiß, dass es keine einfache Sache sein wird, gleichzeitig als Spieler alles zu geben und als Trainer den Überblick zu wahren und in den Pausen die Mannschaft neu einzustellen "Damit das funktioniert, muss ich mit dem Co-Trainer einer Meinung sein. Das ist der Fall. Die Mannschaft muss akzeptieren, dass ich das Sagen habe. Unsere Mannschaft besteht aus gestandenen Spielern und vernünftigen Jungs - also kein Problem. Und ich muss die Traute haben, eigene Fehler auch vor versammelter Mannschaft einzugestehen. Ich bin überzeugt, dass das klappt", sagt Jens Schwabe, der im Besitz des Trainer B-Scheins ist und damit auch Bundesligisten (wie die Lausitzer Füchse) trainieren könnte. Die zweite Veränderung betrifft die Torwartposition. Thomas Bresagk hat seine großartige Karriere beendet - und zwei ganz junge Torhüter streiten um den Stammplatz als Nummer 1: Der 20-jährige Robert Wolfermann und die 21-jährige Ivonne Schröder, die den Weg aus Jonsdorf zurück nach Niesky gefunden hat, aber wegen ihrer Einsätze in der Frauen-Bundesliga und -Champions Liga sowie in der Frauen-Nationalmannschaft nicht immer zur Verfügung stehen wird. Und dann ist mit Mojmir Musil ein neuer tschechischer Stürmer an Bord, neben seinem Landsmann Vitezslav Jankovych der einzige ausländische Spieler im Team. Musil hat in den ersten drei Spielen seine Gefährlichkeit schon unterstrichen und führt mit drei Toren und vier Vorlagen die Scorerliste an. Diese ersten Auswärtspartien endeten mit einem Sieg (in Erfurt) und zwei Niederlagen (in Berlin und Halle)."Für mich waren das Vorbereitungsspiele, weil wir bis dahin zu wenig gemeinsames Eistraining hatten. Die Saison geht für uns erst am Sonnabend mit dem ersten Heimspiel richtig los", sagt Jens Schwabe.
Als Saisonziel ist ein guter Mittelfeldplatz - um Platz 5 - ausgegeben. Das aber wird schwer, denn zwei Teams (Halle und Leipzig) spielen weiter unter den aus der Oberliga gewohnten Profibedingungen und sind für die anderen nur in einzelnen Spielen zu gefährden, wenn alles zusammenpasst. Die anderen sieben Teams sieht Jans Schwabe auf Augenhöhe. Er setzt vor allem darauf, "das Waldstadion wieder zur Festung zu machen, vor der andere Angst haben."

Kleiner Kader braucht starke Fans Auszeit

Die Regionalliga legt ein "Zwischenjahr" ein: Nach langem Hin und Her war die nächsthöhere Liga, die Oberliga-Nord, im Sommer geplatzt. Letztlich, weil die süddeutschen Vereine nicht mehr bis in den hohen Norden fahren wollten und im Norden/Nordosten Deutschlands für eine eigene Oberligastaffel nicht mehr genug Vereine finanziell in der Lage waren, dies zu stemmen. Die Folge: Es gibt in dieser Regionalliga-Saison keinen Aufsteiger (wohin auch?) und einen Absteiger nach den Erfahrungen der letzten Jahre sowieso nicht. Man ist über jede Mannschaft froh, die in der Regionalliga antritt. Für einige Vereine ist diese Liga (alles was darüber geht, ist Profieishockey) das maximal Machbare. Zu diesen Vereinen gehören auch Nieskyer Tornados. Sie werden auf Mannschaften treffen, mit denen sie auf Augenhöhe um die Punkte kämpfen können aber auch auf Teams, die möglichst schnell (wieder) ins Profieishockey wollen und sich dementsprechend aufgestellt haben. Das trifft mindestens auf Leipzig und Halle zu. Gegen diese Mannschaften wären Punktgewinne eine Überraschung - gerade mit den Fans im Rücken und unter den einzigartigen Bedingungen ihres Freiluftstadions haben die Tornados aber schon bewiesen, dass auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner etwas möglich ist. Und drei starke Reihen haben die Nieskyer allemal. Nur wehe - wenn mehrere Spieler ausfallen. Der Kader ist (zu) klein. Da hilft nur die bedingungslose Unterstützung von den Rängen…
Bericht: Frank Thümmler
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