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3,4 Millionen für Nieskys Eisstadion nötig
25.03.09, 11:44 Uhr
Sächsische Zeitung vom 25.03.2009, von Wulf Stibenz

Es zieht bitterlich. Bei Regen behindert der Schirm des Vordermanns die Sicht – oder alle werden nass bis auf die Knochen. Hingegen muss bei Schnee die Spielfläche mehrmals während eines Spiels geschoben werden. Das Eisstadion in Niesky ist bei Schlechtwetter nur was für ganz harte Fans. „Wir haben mit den Stadtwerken und dem ELV eine Studie in Auftrag gegeben“, hat nun Nieskys Bauamtsleiter Enrico Bachmann Stadträte informiert. Ein Dach über das Stadion, das ist seit zehn Jahren ein Wunsch der Bürger. „Jedoch wollten wir Fakten zur Größenordnung haben, damit alle wissen, worüber wir diskutieren“, so Bachmann. Drei Konstruktionsideen

Drei Konzepte sind möglich: Ein flaches Dach, ein so genanntes Satteldach und eines mit Fotovoltaikanlage. Die günstigste Variante ist auf 44 mal 68 Meter geschrumpft. Das kostet grob gerechnet 950000 Euro. „Das Dach ist eine Grundsatzfrage für uns in Niesky“, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Rückert (CDU). Nach Jahren der Diskussionen sei man nach Crimmitschau gefahren, um sich deren Dachlösung anzusehen. Die ist an zwei Seiten komplett zu, Windblenden verhindern an den verbleibenden Seiten Zugluft. „Das Tolle ist die stetige Bespielbarkeit für die Vereine und Schulklassen“, sagt Bernd Funke von der Bürgerbewegung Niesky.

Nieskys Spezialprobleme

„Wir haben ein energetisch-technisches Problem“, sagt Rückert. Die Betriebserlaubnis für die Eisanlage nach dem Sole-Prinzip läuft 2015 aus. Die einst neue Technik ist heute weder aus Umweltsicht noch wegen steigender Energiepreise eine Zukunftslösung. „Und wir haben ein Montageproblem“, so Bachmann. Die Kräne zum Dachbau kommen nicht ans Eisstadion ran. Dafür den Wald zum Teil abzuholzen steht nicht im Verhältnis.

Die tatsächlichen Kosten

Kein Problem ohne Lösung. „Würden wir die Eisfläche mit sanieren, wäre das die beste Montagefläche für die Kräne“, sagt Bachmann. Das hat mit Blick auf 2015 einen gewissen Reiz – wird aber teuer. Zu dem eine Million Euro Dach kämen Eisanlage (Ammoniak) mit 600000 Euro, die Eisfläche mit 670000 Euro, die Bande schlägt mit 180000 Euro zu Buche, und die Medienanschlüsse sowie Kleinarbeiten belaufen sich auf 150000 Euro. Damit ist Nieskys Dachwunsch über dem Eisstadion bei gut 3,4 Millionen Euro angekommen. Bei der Eisanlage wendet Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Ludwig ein: „Das ist eine ganz grobe Schätzung.“ Aus Erfahrung weiß er: Es wird noch teurer.

Landratsamt findet’s gut

Die gute Nachricht, so Bachmann: Wenn man die Fläche mit einem Dach versehe, könne der Landkreis bei den Genehmigungen mitgehen. Lediglich eine Sommernutzung wäre auf maximal zehn Veranstaltungen begrenzt. „Sonst würde ein eigener Bebauungsplan nötig“, sagt Bachmann.

Wann das Dach kommt

„Wenn es eine Finanzierungszusage gibt, kann der Bau ab 2010 beginnen“, sagt Rückert. Woher eine Förderung käme, ist offen – aber Weißwasser habe es mit langen Gesprächen zur Eishalle vorgemacht. Es gibt Chancen. Rückert: „Wenn wir bis 2015 nicht eine Lösung finden, ist Schluss in Niesky.“ Pro und Kontra Eisstadion-Dach Niesky Bedarf: Mit einem Dach könnte nicht nur Eishockey-Nachwuchs besser trainieren, auch Schulklassen und andere Eissportler hätten gute Bedingungen im Stadion.

Mehrwert: Mit Dach und neuer Eistechnik würde die Lärmentwicklung etwas reduziert, die Parkplatz- und Wegegestaltung am Stadion könnte mit gelöst werden.

Chance: Da 2015 ohnehin die Genehmigung für den Betrieb der Eisfläche erlischt, wäre eine Klotz- statt Kleckerversion aus bautechnischen und finanziellen Gründen sinnvoller als Scheibchenlösungen.

Konkurrenz zu Weißwasser: Die Nordstadt will eine Eishalle bauen, zusammen mit Jonsdorf gäbe es dann drei Eisflächen im Landkreis, die Förderchancen sind deshalb derzeit nicht abzuwägen.

Kosten: In jedem Fall muss Niesky einem gewaltigen Teil der Finanzierung tragen – im günstigsten Fall rund eine Million Euro – die dann bei anderen Projekten im Vereinssport fehlen.

Demografie: Baut Niesky das Dach, muss das Stadion genutzt werden – von möglichst vielen Bürgern und möglichst ganzjährig.
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