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Sturmwarnung im Nieskyer Waldstadion
23.10.08, 17:19 Uhr
Sächsiche Zeitung vom 23.10.08, Bericht Frank Thümmler

Im Nieskyer Eisstadion werden in den nächsten Tagen die Eismaschinen angeworfen. Endlich hat für die Eishockeyfans der ehemaligen Kreisstadt die eisfreie und damit eishockeyfreie Zeit ein Ende. Die Tornados laden am 1. November zur offiziellen Saisoneröffnung ein, spielen am 9. November das erste Mal zu Hause um Punkte. Was die sportlichen Gegner, die Liga, in der die Tornados spielen, betrifft, ist eigentlich alles so wie immer: nämlich völlig anders als unmittelbar nach dem Ende der abgelaufenen Saison gedacht. Die eingleisige Liga mit Mannschaften aus dem Norden und Nordosten Deutschlands ist ad acta gelegt. Zu viele Teams aus dem Norden waren wegen zu hoher Kosten und ihrer sportlichen Aussichtslosigkeit im Sommer abgesprungen.
Nun treffen die Tornados in einer Regionalliga Ost auf die altbekannten Gegner: Preussen und FASS Berlin, Schönheide, Chemnitz, Erfurt und Jonsdorf. "Dieses Hin und Her in jedem Jahr geht mir auch auf die Nerven", gibt Tornado-Trainer Steffen Thau zu, der es andererseits besser findet, wenn bestimmte Teams zeitig genug vor der Saison abspringen, bevor sie bei laufender Serie aussteigen. Die Liga wird spannend

"Der Vorteil jetzt ist, dass wir eine stabile und sportlich ausgeglichene Liga mit überschaubaren Auswärtsfahrten haben", sagt der 42-Jährige. Als Favoriten sieht er Preussen Berlin (wollen in die Oberliga aufsteigen), dahinter Schönheide und danach die anderen Mannschaften. "Das wird eine interessante Liga. Jeder kann jeden schlagen. Wir wollen in die Playoffs der besten vier", kündigt Thau an, der vor zehn Jahren als Spielertrainer die Geschicke der Nieskyer in die Hand genommen hatte. "Und ich hoffe, die Zuschauer kommen wieder zahlreich. Letztlich trainieren wir auch deshalb so hart, um den Publikum attraktives Eishockey zeigen zu können."

Start ohne tschechische Spieler

Der Kader der Mannschaft hat sich gegenüber dem Vorjahr recht deutlich geändert. Die komplette "Tschechenreihe" ist weg. "An ihrer Stelle stehen deutsche Spieler mit ähnlichem Niveau in unseren Reihen", sagt der Trainer und verweist auf Marco Noack, Daniel Wimmer (von Lausitzer Füchsen) oder Sebastian Janke (Saalebulls Halle).

Außerdem sind einige junge Spieler zu den Tornados gestoßen, so dass die U23-Regel in dieser Saison keine Probleme bereiten dürfte. Der erste Sieg (bei FASS Berlin) ist auch schon eingefahren. Sorgen bereitet Thau am ehesten der Blick gen Himmel. Die Nieskyer spielen nach wie vor in einem reinen Freiluftstadion - also ohne Dach.

"Wir haben inzwischen eine Vereinbarung mit der Stadt und den Stadtwerken über die Finanzierung einer ingenieurtechnischen Studie in der Hand und erwarten in wenigen Wochen eine Aussage darüber, ob und wenn ja zu welchen Kosten man bauen kann", sagt Joachim Sauer, der erste Vorsitzende des Vereins. Gibt es ein prinzipielles "Ja", müsse "nur noch" die Finanzierung geklärt werden. Frühestens 2010 könne gebaut werden. Eintrittspreise: Erwachsene (ab 17 Jahre): Abendkasse 6 Euro, Vorverkauf 5 Euro

Kinder (bis einschl. 16 Jahre) : Abendkasse 4 Euro, Vorverkauf 3 Euro

Zwölferkarten für alle Heimspiele: Erwachsene 55 Euro, Kinder 33 Euro


Vorverkaufsstellen: Niesky: Sauna Bora Bora (im ehemaligen Möbelhaus Zuchold) und Modeboutique Ramona Jandik

Weißwasser: Modeboutique "Yump In" Thau Stadt ist gefragt

Die Nieskyer Tornados dürfen selbstbewusst in die Saison gehen: Die Mannschaft scheint stark genug, um jeder Mannschaft der neuerlichen "Miniliga" erfolgreich Paroli zu bieten. Die Nieskyer werden nicht alle Spiele gewinnen, aber eine realistische Chance dazu haben sie in jedem Spiel - auswärts und ganz besonders im heimischen Waldstadion. Das ist von den Gegnern gefürchtet - wegen der Unterstützung der vielen Fans, aber auch wegen der Unberechenbarkeit, die ein Freiluftstadion in sich birgt. Regen, Schnee, Nebel - Wetterunbilden, die nicht selten sind, können das Spiel beeinflussen. Wer erinnert sich nicht an Spiele, in denen es selbst der bärenstarke Verteidiger Sebastian Greulich kaum schaffte, einen unerlaubten Weitschuss zu praktizieren, weil Schnee den Puck enorm bremste. Was im ersten Moment zum Lachen scheint, ist auf Dauer eher zum Heulen. Die Nieskyer brauchen endlich ein Dach. Die Stadt muss sich entscheiden, ob sie Eishockey auf Regionalliganiveau (oder sogar höher) will - oder eben nicht. Die ersten Schritte sind jetzt getan, weitere müssen folgen - und zwar schnell. Was für Rasenhockey und Fußball möglich war, sollte für den Publikumsmagneten Nummer eins erst recht zu schaffen sein.Kommentar Frank Thümmler
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