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Für Euch nachgefragt ... bei Joachim Sauer
27.02.08, 20:33 Uhr
Joachim Sauer, der 1. Vorsitzender des ELV Niesky, zieht eine erste Saisonbilanz und berichtet über den Stand zum neuen/alten Eisstadion.

Joachim, jetzt am vorletzten Heimspiel-Wochenende, wie schätzt Du das Abschneiden der Tornados bisher ein?

Wir sind bisher durchaus zufrieden. Daran ändern auch die letzten drei Heimspiele, die wir leider verloren haben, nichts. Diese Liga ist für unser Leistungsniveau optimal. Wir stehen heute in etwa da, wo wir gehofft hatten, hinzukommen und haben immer noch eine Chance auf den vierten Tabellenplatz in der Meisterrunde. Dazu ist allerdings heute ein Sieg gegen die Wedemark Farmers Pflicht.

In den letzten Woche ist deutlich geworden, dass der Kader relativ dünn ist, das Ausfälle nur schwer oder gar nicht kompensiert werden können. Denkt Ihr da schon an die nächste Saison? Erst mal wachsen gute Spieler ja nicht auf den Bäumen. Wir haben einen zwar schmalen, aber hochwertigen Kader. Aber es stimmt, wir haben auch mehr Baustellen als gedacht, besonders bei den Torhütern. Ab März wird Thomas Bresagk unser einziger Goalie sein. Lars Morawitz zieht wegen der Arbeit weg, Ronny Greb hat sich schwer verletzt. Mit nur einem Tormann, das geht aber nicht, schon wenn der Thomas wegen einer Verletzung oder der Arbeit ausfällt. Wir werden mit der Ligenleitung sprechen, ob wir für diese Saison noch reagieren können, auch wenn das die Durchführungsbestimmungen eigentlich nicht vorsehen.
Aber auch in den Reihen musste Trainer Steffen Thau zuletzt viel improvisieren.

Ja, der Ausfall solcher Schlüsselspieler wie Jaro Hlavnicka und Torsten Schwarz wiegt schwer. Danach haben sowohl die erste als auch unsere tschechische Reihe nicht mehr richtig funktioniert. Für die nächste Saison kann es deshalb nur heißen, weitere, vor allem junge Spieler nach Niesky zu holen. Und wer sich hier auskennt, weiß, dass wir da eigentlich nur Richtung Weißwasser schauen können.

Wie fällt die Bilanz bezüglich der Zuschauerresonanz aus?

Vorneweg: Wir sind sehr stolz auf und zufrieden mit unseren Fans. Der harte Kern ist immer da, fährt auch auswärts mit und sorgt für super Stimmung, die auch unserer Mannschaft hilft. Dafür danken wir den Fans und besonders dem Fanprojekt. Die Zuschauerbilanz sonst fällt durchwachsen aus. Mit der Vorrunde und rund 700 Zuschauern im Schnitt waren wir zufrieden. In der Meisterrunde gab es einen Abwärtstrend, teils auch dem Wetter geschuldet, den wir aber insgesamt nicht so richtig nachvollziehen können. Schließlich gibt es nur noch starke und zum Teil auch neue Gegner. In der Meisterrunde haben sich diesbezüglich unsere Hoffnungen nicht, eher unsere Befürchtungen erfüllt. Die geplanten 600 Zuschauer im Durchschnitt sind trotzdem realistisch.

Vielleicht bleiben ja einige Unentschlossene nach einem Blick gen Himmel dann doch lieber zu Hause. Also: Wann kommt die neue Halle?

Aus meiner Sicht so schnell gar nicht. Wir waren deshalb in der vergangenen Woche beim Bürgermeister. Wir halten einen Neubau zwar für optimal, aber kurzfristig nicht für realistisch, zumal aus unserer Sicht eine neue Halle nicht wesentlich mehr Zuschauer bringen würde. Außerdem müsste eine solche Halle annähernd optimal ausgelastet werden. Das sehen wir aber nicht. Und selbst wenn, eine neue Halle stände vielleicht in fünf, sechs Jahren zur Verfügung. Das ist zu spät für uns. Wir brauchen eine kurzfristige Lösung.

Also sollten die Fans wieder singen: Wolfgang Rückert, wo bleibt unser Dach?

Zumindest hat der Bürgermeister unseren Gedankengang nachvollziehen können. Es soll jetzt eine Studie erarbeitet werden - mit einer Überdachung des vorhandenen Stadions, mit einer neuen Kunststofffläche als Fußboden und neuer Kältetechnik.

Schon wieder eine Studie? Gibt es nicht schon Projekte für ein neues Dach?

Ja, die sollen auch als Basis für die Studie einfließen. Unser Beitrag wird darüber hinaus sein, dass wir jede Menge Material zuarbeiten, auch von vergleichbaren Objekten. Und eine Kunststofffläche haben wir in dieser Woche schon in Altenberg besichtigt. Es wäre doch genial, wenn wir eine solche Fläche zu jeder Jahreszeit für Eishockeytraining nutzen könnten.

Gibt es schon einen Zeitplan?

Wir wollen jetzt so schnell wie möglich diese Studie haben, mit den entsprechenden Kosten. Dann muss ein Finanzplan aufgestellt werden. In die nächste Saison wollen wir mit einer klaren Aussage gehen, ob wir die Studie umsetzen können und wann.

Was passiert, wenn herauskommt, dass es aus finanziellen oder anderen Gründen nicht geht. Wäre das das Ende des Eishockeys in Niesky?

Das würde einen tiefen Einschnitt bedeuten. Wir könnten unsere sportlichen Ziele vergessen. In dieser für uns optimalen Liga können wir unter diesen Bedingungen auf Dauer nicht spielen. Das kann man weder unseren Spielern noch den Gegnern zumuten. Unter dieser Liga gibt es andererseits keine sinnvolle für uns. Für die Nachwuchsarbeit würde die erste Mannschaft als Vorbild fehlen. Überhaupt ist Nachwuchsausbildung schwierig, wenn man nur vier Monate lang Eis hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bürgermeister das sportliche Aushängeschild der Stadt mit dem mit Abstand meisten Zuschauern im Regen stehen lässt. Ich bin also optimistisch.

Gespräch:
Frank Thümmler
Journalistenbüro Lausitz
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