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Nieskys Eislaufverein favorisiert neues Dach statt neuer Halle
21.02.08, 17:16 Uhr
Sächsische Zeitung vom 21.02.08, Beitrag Frank Thümmler

Stadt und ELV wollen in einer Studie untersuchen lassen, ob sich der Ausbau des alten Standortes verwirklichen lässt.

Wir können nicht mehr lange warten. Wir benötigen vor Beginn der nächsten Saison ein ganz klares Signal, wie es mit dem Eisstadion weitergeht, sagt Joachim Sauer, 1. Vorsitzender des Eislaufvereins Niesky. Grund für diese Ansage ist die Situation der Tornados, der Eishockey-Männermannschaft des Vereins, gleichzeitig das sportliche Aushängeschild der Stadt und unter anderem mehrfache Gewinner der Sportlerumfrage im Landkreis.
Die Tornados spielen in der Regionalliga – der vierthöchsten deutschen Spielklasse – als einzige Mannschaft deutschlandweit in einem Freiluftstadion. Bei schlechtem Wetter (Regen, starker Schneefall) sind die Bedingungen weder für die eigenen Spieler, die Gäste noch für die Zuschauer zumutbar. „Ich schäme mich, wenn Mannschaften wie Bremerhaven aus hunderten Kilometern Entfernung anreisen, um dann mit uns eher ein Schwimmfest zu veranstalten als Eishockey zu spielen“, sagt Steffen Thau, der Trainer der Tornados. Zuschauer bleiben wegen dem Wetter auch aus, der Verein gerät in finanzielle Schwierigkeiten. Außerdem müssen sich Gegner beim Spielplan nach Niesky richten, weil alle Heimspiele binnen vier Monaten, von November bis Ende Februar, stattfinden müssen. Nur dann ist Eis in Niesky.

Halle kurzfristig unrealistisch

Deshalb stand nach Ende der vergangenen Saison der Neubau einer Eishalle im Ortsteil See zur Debatte. Davon sind die Vertreter des Eislaufvereins inzwischen wieder abgerückt: „Wir halten einen Neubau zwar für optimal, aber kurzfristig nicht für realistisch“, sagt Sauer. Eine neue Halle würde nicht wesentlich mehr Zuschauer bringen. Eine annähernd optimale Auslastung scheint auch kaum möglich. „Selbst wenn, eine neue Halle stände vielleicht in fünf, sechs Jahren zur Verfügung. Das ist zu spät für uns. Wir brauchen eine kurzfristige Lösung.“

Die Eissportler favorisieren deshalb doch wieder das alte Projekt einer Überdachung des vorhandenen Stadions. Gleichzeitig müssten Fußboden und Kältetechnik erneuert werden. Einen Termin beim Nieskyer Bürgermeister Wolfgang Rückert dazu hat es in der vergangenen Woche schon gegeben.

Das Stadtoberhaupt versteht das Ansinnen des Vereins, sieht aber auch die Probleme: „Berücksichtigt werden müssen die Anforderungen der Eissportler, aber auch die der Stadtwerke aus energetischer und die der Stadt aus baulicher und planerischer Sicht.“ Man habe sich mit dem Verein geeinigt, dass das alles von einem ortsansässigen Planungsbüro in einer Studie untersucht wird. In die Kosten werden sich Stadt und Verein teilen. „Dann hätten wir eine Entscheidungsgrundlage und könnten die weiteren Schritte gehen“, sagt Rückert. Weitere Schritte hieße dabei: Fördermittelantrag stellen und im Optimalfall 2009 bauen. Probleme auszuräumen sind allerdings viele: Baurecht im Trinkwasserschutzgebiet, die Nähe zum Krankenhaus, weshalb ein Lärmschutzgutachten her muss, die weiteren Betriebskosten und vieles mehr.

Geising als Nieskyer Vorbild

Der Eislaufverein will in die Studie viele Informationen und Ideen einbringen. Gestern waren Funktionäre und Spieler in Altenberg, haben da eine Kunststofffläche besichtigt und getestet. Auf dieser Fläche kann man mit Schlittschuhen laufen und auch Eishockey spielen – eine Alternative zum Sommereis. „Wenn wir sowieso einen neuen Fußboden bauen müssen, warum nicht gleich einen solchen“, sagt Sauer. Noch interessanter sei aber danach die Besichtigung der Eishalle in Geising gewesen, einer Stadt von etwa gleicher Größe wie Niesky mit einer Hobby-Eishockeymannschaft. „Was da möglich ist, muss doch auch bei uns machbar sein“, sagt Sauer, der im Falle eines Scheiterns „einen harten Einschnitt im Nieskyer Eishockey“ ankündigt.

Geschichte des Nieskyer Eisstadions

1960er Jahre: Nach der Schließung des Eisstadions „Moryteich“1959 wird am Nieskyer Waldbad ein Natureisstadion errichtet.

Ende der 1970er Jahre: Das Stadion wird umgebaut, erhält eine Betonfläche und eine neue Beleuchtungsanlage. Der Traum, eine in Weißwasser ausrangierte Kunsteisanlage zu nutzen, bleibt einer.

1989: Das Eisstadion wird geschlossen.

1993/94: Die Stadt beschließt, aus dem Waldbad einen Freizeitpark mit Kunsteisstadion zu bauen. Das Objekt wird an die Stadtwerke übertragen. Im November 1993 ist Baubeginn.

1995: Am 9. Januar wird das neue Kunsteisstadion mit einem Eisfest eingeweiht.

2002: Die Zuschauertribüne wird gebaut, die Spielerbänke werden überdacht und neue Verkaufsstände entstehen.

2003: Der Sozialtrakt mit den Umkleidekabinen für die Mannschaften und die Schiedsrichter wird gebaut.

2007: Die Bedingungen in Niesky sind für die Regionalliga auf Dauer nicht mehr tragbar. Es finden Gespräche zwischen dem Ex-Präsidenten der Tornados Bernd Funke und Bürgermeister Wolfgang Rückert statt. Als Ergebnis wir der Bau einer neuen Eishalle im Ortsteil See ins Auge gefasst.
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