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Für Euch nachgefragt ... bei Sebastian Greulich
07.02.08, 17:18 Uhr
Sebastian Greulich, gerade 25 Jahre alt geworden, gehört zu den besten Verteidigern der Regionalliga. Jedes Team wäre froh, ihn in den eigenen Reihen zu haben, besonders die gegnerischen Stürmer, die wissen, wie weh ein Aufeinandertreffen mit "Greule" tun kann und auch die Torhüter, die gehörigen Respekt vor seinen Schüssen haben. Der Weißwasseraner hat mit sechs Jahren beim ES Weißwasser begonnen und dort alle Nachwuchsklassen durchlaufen. Er gehörte dem starken DNL-Team an, dass nach Streitigkeiten mit dem Vorstand auseinanderfiel und kam mit einer ganzen Reihe junger Spieler vor viereinhalb Jahren nach Niesky.

Sebastian, wie viele Spiele hast Du in Niesky bisher eigentlich gefehlt?
Ich glaube, da reichen zwei Hände aus.Ich kann mich eigentlich nur an Strafen erinnern, die Du absitzen musstest.
Stimmt, da waren einige dabei. Zwei Spiele konnte ich nicht spielen, weil ich mir einen Finger ausgekugelt hatte. Sonst war ich immer da.

Torwart Lars Morawitz sagt, Du hättest den härtesten Schuss. Trainierst Du das extra?
Darf ich nicht so viel, sonst halten die Schläger nicht lange genug. Das hat auch was mit meiner Größe, den richtigen Hebeln und Kraft zu tun.

Die Fitness sieht man Dir förmlich an. Angeboren, oder steckt da viel Arbeit dahinter?
Dafür mache ich ganz schön viel. Nach der Saison, wenn eigentlich Pause ist, gehe ich viel ins Fitnessstudio und mache Übungen, die ich von unserem Fitnesstrainer Detlef Kasper kenne. Dann kommt die ganze Vorbereitung mit Detlef und während der Saison geht es auch noch einmal pro Woche in den Kraftraum.

Der Muskelpanzer versetzt Dich dann auch in die Lage, so in die Zweikämpfe zu gehen, ohne dass es Dir weh tut.
Das Timing ist dabei auch wichtig. Das habe ich in den vergangenen Jahren oft genug gemerkt. Da sammelt man so seine Erfahrungen.

Soll es dem gegnerischen Stürmer eigentlich weh tun, wenn er an Dir vorbei will?
Natürlich ist das ein Ziel. Das soll schon weh tun, damit er verunsichert ist und Respekt vor mir hat, sich weniger zutraut.

Deine Strafzeiten hast Du trotzdem reduziert. Du kassierst in den Zweikämpfen nicht mehr so viele Strafen und rastest auch seltener aus.
Das stimmt. Auf die neue Regelauslegung der Schiedsrichter habe ich mich eingestellt. ZU den Ausrastern: Wir sind im Kader so dünn besetzt, da können wir es uns nicht leisten, dass ständig Spieler gesperrt fehlen. Ein bissel älter und zurückhaltender bin ich ja auch geworden. Wenn man schon hin geht, versucht man sich so zu verhalten, dass es zumindest keine Sperre nach sich zieht.

Vergangenen Sonntag, 9:3 gegen Bremerhaven, drei Minuten vor Schluss. Das Spiel ist längst entschieden. Dein Freund Sven Becher gerät in eine Auseinandersetzung mit einer Kampfeinlage. Als ein zweiter Bremerhavener eingreifen will, bist Du ruck zuck zur Stelle und rauchst ihn weg.
Das hätte der Sven doch für mich auch getan. Da muss man sich schon aufeinander verlassen können.

Vergisst man an dieser Stelle die mögliche Strafe?
Ganz ehrlich, ja. Der Trainer war dann auch froh, dass ich nicht auch noch gesperrt worden bin. Er weiß ja aus seiner aktiven Zeit, wie das ist. Geschimpft hat er aber trotzdem.

Mit Sven Becher wirst Du von vielen als "Paar" wahrgenommen. Spielt ihr schon immer zusammen?
Er ist ja ein Jahr älter als ich, deshalb im Nachwuchs immer ein Jahr zeitiger in die nächste Altersklasse aufgerückt. Seitdem ich bei den Junioren zum Verteidiger umfunktioniert wurde, spiele ich aber mit ihm zusammen in einer Reihe. Wir verstehen uns super, auch außerhalb der Eisfläche. Wir haben die Ausbildung zusammen gemacht und sprechen auch Spieler an, die wir kennen.

Wenn man sich umhört, sagt jeder, Du könntest auch höherklassig spielen. Angebote aus Weißwasser hat es auch gegeben. Du aber spielst immer noch in Niesky. Warum?
Das stimmt. Es lagen schon mehrere Angebote vor. Aber, jeder der in dieser Gegend lebt, weiß, wie wichtig die Arbeit ist. Vollprofi sein und die Arbeit sausen lassen wollte ich nicht. Was machst Du dann, wenn Du mal 40 bist? Und damit Du bis dahin die Kohle rein hast, müsstest Du schon DEL spielen. In Weißwasser oder irgendwo in der Oberliga könnte ich nie so viel Geld verdienen. Da ist mir die Arbeit einfach wichtiger. Zumal wir auf Arbeit drei Mann sind, die zusammenarbeiten. Da darf keiner ständig fehlen.

Trotzdem in Niesky, bei diesen Bedingungen - ohne Dach!
Die Atmosphäre hier, die Fans sind super. Und im Team stimmt es einfach. Ein Freiluftstadion war allerdings auch für mich eine neue Erfahrung. Wenn man dann zweimal hintereinander bei solchen Schweinebedingungen mit Wasser von oben und auf dem Eis spielen muss, ist man natürlich sauer. Aber man hofft immer, dass das Dach oder eine neue Halle kommen. Es wird Zeit, dass da endlich was passiert.

Letzte Frage: Wo landet ihr am Ende der Meisterrunde?
Ich hoffe, unter den ersten vier. Wenn wir uns unsere Heimstärke bewahren, sollte das drin sein. Wir wollen noch in die Playoffs.

Frank Thümmler
Journalistenbüro Lausitz
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