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Offizielle Absagebegründung sorgt für Fragezeichen
10.10.20, 14:57 Uhr
Gestern kurz vor Mitternacht lieferte der Eislaufverein die offizielle Begründung für die Spielabsage bei FASS Berlin am heutigen Sonnabend.

„Da die Meldestärke der Mannschaft nicht erreicht wird, können die Nieskyer in Berlin nicht antreten.“ - heißt es in dem knappen Dreizeiler.

Meint der Verein „Meldestärke“ oder „Mindestantrittsstärke“?

Definition Meldestärke:

18 plus 2 Spieler muss jeder Verein vor Saisonbeginn für die Regionalliga Ost melden, um überhaupt antreten zu dürfen.

Wir hatten in unserem Bericht vom 02.10.2020 eindringlich daraufhin gewiesen, dass 18 Feldspieler zum Saisonstart Pflicht sind und der Vorstand des ELV zeitnah nachbessern müsse. Diese Regelung ist uralt und seit Jahren unverändert. Eine Missachtung hätte nach unserer Einschätzung eine 0:5 Wertung zur Folge. Sollte dies versäumt worden sein, kann man nur mit dem Kopf schütteln.

Definition Mindestantrittsstärke:

9 plus 1 Spieler müssen mindestens zu einem Punktspiel antreten. Sonst erfolgt eine Spielwertung.

Ist es faktisch wirklich denkbar, dass innerhalb 24 Stunden so viele neue Ausfälle bei den Tornados zu beklagen sind?

Noch am Donnerstag, dem 8. Oktober sprach der Verein in seinem Update-Bericht von 3 fehlenden Akteuren. Nun sollen fiktiv bis zum gestrigen Freitag, dem 9. Oktober zusätzlich (!) mindestens ganze 7 Feldspieler oder beide verfügbaren Torleute erkrankt oder verhindert sein. Aus 18 plus 2 müssen also weniger als 9 plus 1 (Mindestantrittsstärke) geworden sein.

Wie glaubhaft ist dieses Szenario? Leider haben wir weder in der DEB-Spielordnung noch in den Durchführungsbestimmungen eine etwaige Nachweispflicht über die Ausfälle (z. B. Attest o. ä.) gefunden. Somit ist es scheinbar für jeden Verein recht einfach möglich, zu wenige Spieler als Argument für eine Absage vorzuschieben. Das dies hier so passiert ist, wollen wir weder behaupten, noch können wir es beweisen.  Ein Beigeschmack bleibt trotzdem…

Könnte die Absage evtl. auch etwas mit der Angst einiger Tornados vor einem Krankheitserreger zu tun haben oder dem Beschluss der Regierenden - Berlin gesamt ab heute zum sog. „Krisengebiet“ zu erklären?

Wenn „Ja“ wäre dies aus unserer Sicht nachvollziehbar und zu respektieren, auch wenn jeder so seine eigene Meinung zu dem Thema hat. Nur: Die Entscheidung „Berlin zum Krisengebiet zu erklären“ wurde bereits am 8. Oktober überall kommuniziert und nicht erst gestern Nachmittag. Der Krankheitserreger ist seit Monaten leider Tagesthema und dürfte somit auch den Akteuren des ELV frühzeitig bekannt gewesen sein. Von daher überrascht, (falls dies die Gründe sind), der kurzfristige Zeitpunkt für die Spielabsage, denn es hat sich am Gesamtbild nichts verändert. Wo wir vor wenigen Tagen den Berliner Schlittschuh-Club für mangelnde Transparenz kritisierten, wäre die gleiche Kritik in diesen Fall nun auch beim ELV angebracht.

Ist die Situation so furchtbar, hätte es den Akademikern zuallererst zugestanden, die Veranstaltung abzusagen. Doch das hat man nicht getan. Man will spielen. Auch die Spieler des ESW Lausitzer Jungfüchse U23 werden am Sonntag ins „Krisengebiet“ zu den Eisbären Juniors reisen, wie uns der Verein vor wenigen Minuten bestätigte. Am kommenden Samstag will man nun die gleichen Akteure von FASS zum Heimspiel in Niesky begrüßen. Wäre es nicht konsequent dann auch dieses Spiel wegen gleicher Befürchtungen abzusagen?

Alles hypothetische Gedankenspiele, die wir aus gutem Grund angestellt haben. Viele „Buschfunker“ nähren Spekulationen… Man darf gespannt sein, was diese Saison noch an Überraschungen bringt. Die nächste Negativmeldung bahnt sich bereits an - bleibt gespannt!
Kommentare
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Fr, 13. November 2020 1 2 3   Erg.
FASS Berlin         -
Tornado Niesky         -

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