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Auf in die Händelstadt - Wieder Irritationen um Regeln des SEV
20.10.18, 13:32 Uhr
Gestern Abend gewann FASS Berlin aus unserer Sicht überraschend deutlich beim bis dato starken ESC Dresden 1b und sicherte sich erstmalig die Tabellenführung. Mit 9 Punkten aus 3 Spielen wurde bisher die maximal mögliche Punktzahl vom derzeitigen Spitzenreiter eingefahren. Zeit also auch für unsere Tornados die ersten Zähler der Saison klarzumachen, um den Rückstand nicht allzu groß werden zu lassen. Während die Akademiker unentwegt über die Verzahnung sprechen, sind die Blau-Gelben gut beraten sich vorerst nur auf die Regionalliga Ost zu konzentrieren. Trotz anderer Voraussetzungen als in den Vorjahren darf man den Meistertitel nicht zu früh abschenken - schon gar nicht nach nur einem verlorenen Spiel.

Dies wird Theo Schwabe´s Truppe auch nicht tun und so fährt die Mannschaft nach über 3,5 Jahren Unterbrechung am Sonntag motiviert wieder einmal in die Händelstadt Halle. Dort ruft zur "krummen Zeit" um 18.20 Uhr (!) mit den Saale Bulls 1b der fünffache Thüringenliga-Meister und Aufsteiger zum Duell. Die Partie steigt im Sparkassen-Eisdom an der Selkestraße 1. Noch bis zum Februar 2015 kämpften die Nieskyer regelmäßig mit der 1. Mannschaft der Hallenser in der Oberliga. Das 1b-Team war hingegen noch nie Kontrahent. Eine echte Premiere wartet also auf die Fans beider Lager.

Mit dem Mut zum Aufstieg in dieser Saison retteten die Reservisten von der Saale die Regionalliga Ost vor einem "Zusammenschrumpfen" auf nur 7 Clubs. Dafür gebührt dem von Trainer Georgi Kimstatsch trainierten Team ein großes Dankeschön. Eine echte Aufstiegsregelung zwischen der fünftklassigen Thüringenliga und der "Regio" besteht nämlich bis heute nicht. Mit einem gemeldeten Kader von 21 Feldspielern und 4 Torleuten gehört man neben dem EHC Berlin Blues zu den Big Playern der Liga. Neben vielen jungen größtenteils noch unbekannten Spielern, wurden auch einige berühmte "alte Hasen" aktiviert, die mit Niesky schon in der Vergangenheit die Schläger auf gutem Niveau kreuzten. Sportlich hat sich die Mannschaft, die als zukünftiges Sprungbrett für das semiprofessionelle Eishockey der Saale Bulls gedacht ist, im Mittelfeld der 4. Spielklasse einsortiert. 6 Zähler aus 5 Spielen passen grundsätzlich. Enttäuschend könnte allenfalls die hohe Gegentorquote sein. Bereits 41 Mal schlug der Puck im Hallenser Kasten ein.

Für etwas Unruhe im Umfeld der Liga, (wir sprachen mit "Regionalliga Ost" sowie verschiedenen Nicht-SEV-Verbandsvertretern), sorgt derzeit der "mögliche" Einsatz von 4 Spielern im Kader der Saale Bulls 1b. Diese wurden zum Saisonstart von den Black Dragons Erfurt 2 (5. Liga) an die Hallenser ausgeliehen. Die Akteure treten mit einer vom DEB im Männerbereich nicht mehr gewünschten Doppellizenz im Bedarfsfall für beide Clubs an. Diese zu vergeben, ist wie gesagt nicht mehr gewünscht, den Landesverbänden aber "noch" möglich. Nach Zustimmung der Teilnehmer der Terminkonferenz in Thüringen, wurde die Erlaubnis erteilt. Hintergrund war, die Meldestärke der Saale Bulls 1b zu erhöhen und damit den Start in der Regio Ost abzusichern. Dieser wäre jedoch auch ohne die Genehmigung mit dann immer noch 21 Cracks möglich gewesen.

Trotz schwammiger Formulierungen in den Durchführungsbestimmungen der Thüringenliga, bestätigte man uns den rechtmäßigen Einsatz von Verbandsseite. Es wird in Liga 5 also keine Wertungen geben.

Interessant bleibt jedoch die Frage, wie Liga 4 - also die Regio Ost mit der Situation verfährt. Die Doppellizenz-Regelung (2.6) wurde in den Durchführungsbestimmungen des SEV zur Regio Ost ab dieser Saison ersatzlos gestrichen! Die Streichung lässt erahnen, dass der SEV so wie z. B. auch der Westen und der Norden mit dem DEB konform die Abschaffung der Doppellizenz beschlossen hat(te). Es gibt in unserer Liga zumindest keine schriftliche Regelung mehr dazu. Stellt sich also die Frage - Heißt nicht geregelt Verboten oder Erlaubt?! Das ist sicher Auslegungssache und zeigt wie schon letzte Saison, dass keine klar definierten Vorgaben durch den SEV immer eine schlechte Sache sind, denn die Spielerlaubnis ist somit zumindest angreifbar. Warum kein einziger Ost-Verein bisher auf den "Trichter" kam, zeigt einmal mehr, dass Durchführungsbestimmungen oft nicht genau gelesen werden. Für die Bad Muskau Bombers stellt sich zumindest im verlorenen Auswärtsspiel gegen Halle 1b die Frage der Rechtmäßigkeit...

Die Tornados, die seit letztem Mittwoch endlich auf heimischem Eis trainieren können, werden morgen leider nach offiziellen Vereinsangaben nur mit 14 Feldspielern und 2 Torleuten auflaufen. Neben Vatter, Rädecker, Pohling und Rentsch wird erneut auch Schlussmann Handrick fehlen. Trotzdem geht der ELV ohne Frage als großer Favorit in das Match und dürfte unter normalen Umständen wenig Probleme beim sicher sehr engagiert auflaufenden Neuling haben. Wir wünschen beiden Clubs eine verletzungsfreie Partie.

Bildquelle (Original): ©Irina Volkova/stock.adobe.com
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So, 21. Oktober 2018 1 2 3   Erg.
Saale Bulls 1b 3 1 1   5
Tornado Niesky 2 2 0   4

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