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Kanadier machen den Unterschied
09.04.18, 20:36 Uhr
Aus und vorbei. Der Traum vom Gewinn des Norddeutschen Eishockey-Pokals in seinem ersten Jahr ist für unsere Tornados leider nicht in Erfüllung gegangen. Trotz einer sehr starken kämpferischen Leistung reichte es im Finalrückspiel am Samstag bei der EG Diez-Limburg nicht für den Titel. Die Rockets gewannen auch Duell Nummer Zwei in eigener Halle verdient mit 6:4 (2:0, 4:3, 0:1).

Die Mannschaft des ELV war mit dem Ziel zu siegen angereist und wehrte sich vor einer enttäuschenden Zuschauerkulisse von nur 300 Besuchern nach Leibeskräften, gab nie auf und kehrte selbst nach einem zwischenzeitlichen 5:1 Rückstand wieder in die Partie zurück. Cheftrainer Schwabe unterstrich mit Ivonne und seinen Jungs, dass man ohne Frage mit den Top-Teams der Regionalliga West mithalten kann. Weit war man von einem Punktgewinn in beiden Finals jedenfalls nicht entfernt - ein deutliches Zeichen für das inzwischen auch im Osten gestiegene Leistungsniveau.

Angefeuert von megamäßig starken 26 Tornado-Fans, die die 570 Kilometer lange Reise nicht scheuten und den Blau-Gelben super Support gaben, pfiffen die Schiedsrichter das Match mit halbstündiger Verspätung an. Die Gäste sahen sich dabei sofort in die Defensive gedrängt und hatten die ersten fünf Minuten alle Hände voll zu tun, die Rockets vom eigenen Kasten fernzuhalten. Dass Theo Schwabe mit Keeper Handrick auf Rotation im Entscheidungsspiel setzte, war doch sehr überraschend. So stand zu Beginn nicht die seit Wochen in Top-Form haltende Torfrau Schröder zwischen den Pfosten. Im Nachhinein vielleicht diskutabel, aber nun mal so festgelegt.

Als in der 7. Minute Schophuis in die Kühlbox musste, brach es in eigener Überzahl überraschend über die Nieskyer herein. Nach einem vertändelten Puck ging es schnell 2 auf 2 in die Gegenrichtung und der Kanadier Fischer verwertete erbarmungslos zur Führung (8.) für die Hausherren. Keine 50 Sekunden später traf Wex (immer noch bei einem Mann weniger) zum 2:0. Der Coach der Tornados hatte genug gesehen und rief zur Auszeit. Diese nutzte das Team um sich sprichwörtlich zu "schütteln." Hinten jetzt geordneter aber vorn immer noch zu unpräzise, blieb man das Restdrittel leider ohne klare Einschussmöglichkeit. Allenfalls der schnelle Riedel tauchte hin und wieder in Tornähe der EGDL auf. Bei einem Pfostenknaller (17.) machte "Hanni" kurzzeitig einen orientierungslosen Eindruck. Mit dem Glück des Tüchtigen kassierte man keine weiteren Gegentreffer. Vom Ergebnis her war somit noch alles drin.

Beide Teams kamen früh wieder aus der Kabine und Niesky zeigte jetzt ein anderes Gesicht, auch wenn es der Spielstand so nicht wiedergeben wollte. Nach 22 Minuten verpasste Brill in aussichtsreicher Position. Als sich plötzlich Pfützen auf dem Eis bildeten und Wimmer sich darüber beschwerte, kassierte er zu Unrecht eine 10-Minuten-Strafe (23.). Der HSR unterbrach die Partie daraufhin für etwa 5 Minuten. Warum ein Spieler für eine in diesem Fall berechtigte Reklamation vom Eis gestellt wurde, erschließt sich uns nicht. Nach Wiederanpfiff jagte Noack (24.) die Scheibe endlich zum 2:1 Anschluss in die Maschen.

Jetzt war Feuer drin und die Tornados agierten auf Augenhöhe. Doch das kanadische Traumduo Fischer/Davies (insgesamt 253 !!! Scorerpunkte in der RL West) nutzte knallhart sich bietende Unsicherheiten hinten aus. Davies (27.), Fischer (31.) und auch Wex (31.), ließen den an diesem Abend leider sehr unsicher wirkenden Handrick zudem nicht gut aussehen. Ihre Treffer zum 5:1 waren die Vorentscheidung. Für „Hanni“ war damit Feierabend. Nationaltorhüterin Schröder kam in der 31. Minute unter lautem Beifall und großer Euphorie auch der Heimfans (!) in das Match. Pohling überreichte Ivi als Begrüßungsgeschenk das 5:2 (32.) nach einem Alleingang.

Es folgte eine starke Phase des Ostmeisters, der unter lauten Traineranweisungen und dem Jubel der mitgereisten Fans nun das Kommando übernahm. Hut ab, dass man weiter an sich glaubte. Selbst das 6:2 (36.) durch Fischer´s 3. Treffer nach einem Konter, tat dem keinen Abbruch. Als Davies (36.) nach einem kleinen Gerangel und Wortgefecht mit Kapitän Becher schließlich für 10 Minuten „einsitzen“ musste, netzte Rösler (37.) nach toller Vorlage von Riedel brillant zum 6:3 ein. Anschließend nahm auch Becher (40.) einen „Zehner“ mit, dann war Pause.

Im letzten Abschnitt versuchte der ELV weiter alles, um Ergebniskorrektur zu betreiben. Mit vielen Distanzschüssen und einem verbesserten Powerplay wollte man den unendlichen Torehunger weiter stillen. Doch beste Chancen in der 43., 46., 48. und 49. Minute wurden knapp liegengelassen. EGDL-Keeper Schönfelder musste dabei ein ums andere Mal seine ganze Klasse aufbieten. Die passsicheren Gastgeber blieben ebenso gefährlich und prüften Ihrerseits Ivonne in der 45. und 53. Minute. Bartlick konnte für unseren Club schließlich in Minute 58 noch einmal verdient auf 6:4 verkürzen - dann war Schluss.

Nach dem Finale erhielten die starken Gastgeber aus den Händen von Götz Neumann (NEV) den Siegerpokal. Auch Medaillen wurden unter dem Beifall  der Zuschauer an die beiden hervorragenden Finalisten übergeben. "Richie" drehte dazu mit einer großen Fanfahne eine Ehrenrunde auf dem Eis. Bemerkenswert: Der symbolische Handschlag zwischen ELV-Kapitän Becher und Rockets-Akteur Firsanov beendete die Fehde aus dem Hinspiel. Die Fans beider Vereine feierten bei interessanten Gesprächen im Anschluss Ihre Helden gemeinsam.

Wir beglückwünschen die EG Diez-Limburg noch einmal herzlich zu Ihrem Pokalerfolg in 2018. Ihr wart in Summe der verdiente Gewinner. Unseren Tornados danken wir für eine fantastische Saison und gratulieren zum 3. Meistertitel in Folge und dem Finaleinzug im Pokal. Ihr habt uns viel Freude bereitet. Besten Dank dafür. Beiden Vereinen eine schöne Sommerpause. Wir bleiben auch zwischen den "Jahreszeiten" für Euch dran. Euer Team von www.tornado-niesky.de

Strafen: EGDL - 12 + 10 Minuten, Niesky - 8 + 20 Minuten

Danke an Jara für die mehr als ausführlichen Spielinfos! Klasse :-D

Foto: Ines Reimann (Hinspiel)
Kommentare
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Sa, 7. April 2018 1 2 3   Erg.
EG Diez-Limburg 2 4 0   6
Tornado Niesky 0 3 1   4

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