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Für Euch nachgefragt ... bei Marcel Leyva
26.12.07, 22:21 Uhr
Marcel, Du hast in der vergangenen Saison noch 46 Zweitbundesliga-Spiele für die Lausitzer Füchse bestritten und bist mit 27 Jahren noch jung und hast deine Profikarriere schon beendet?
Es war meine private Entscheidung nach der vergangenen Saison, mit dem Profi-Eishockey aufzuhören. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ich hatte von den Füchsen kein neues Vertragsangebot erhalten. Das Rumgereise bei immer neuen Vereinen ist aber nichts für mich. Ich habe es einmal für einen Monat in Leipzig versucht, aber das hat mir nicht gefallen. Außerdem kannst du heute im Profi-Eishockey nicht mehr so viel Geld verdienen, außer du bist ein großer Name. Ich habe in Weißwasser nicht so viel Eiszeit bekommen. Da dachte ich schon, Oberliga wäre für mich besser. Am Ende habe ich mich entschieden, lieber jetzt eine Ausbildung zu machen als vielleicht mit 33 völlig neu anzufangen. Was in Aussicht habe ich aber noch nicht, ich bin auf der Suche.
Wäre die Entscheidung auch so gefallen, wenn die Füchse Dir ein neues Angebot gemacht hätten?
Dann hätte ich wohl noch eine Saison drangehängt, schließlich macht Eishockey auf diesem Niveau ja auch Spaß. Aber trotzdem: Das gelbe vom Ei ist das nicht. Du verdienst von Beginn der Vorbereitung an, also etwa Anfang August bis zum Ende der Saison im April, dein Geld. In der anderen Zeit bekommt man etwas vom Arbeitsamt. Es gibt immer die Unsicherheit, ob und wo du in der neuen Saison einen Vertrag bekommst. Und wie gesagt, so viel Geld erhält man heute nicht mehr. Ein fester Job bei Vattenfall ist da sicherlich besser.

Wie kommt es, dass du jetzt bei den Tornados die Schlittschuhe schnürst?
Ganz aufhören wollte ich nun aber auch nicht. Als Sebastian Greulich und Sven Becher Wind bekommen hatten, dass ich aufhöre, waren sie auch gleich bei mir, ob ich nicht für die Tornados spielen würde. Für mich gab es da keine Frage, ich wäre auch von allein auf den Verein zu gegangen.

Hast du in den vergangenen Jahren schon die Spiele der Tornados verfolgt?
Natürlich, schließlich kenne ich einige Spieler aus meiner Nachwuchszeit, habe mit ihnen zusammen gespielt. Einige Spiele habe ich mir auch, gemeinsam mit anderen Füchse-Spielern, im Nieskyer Eisstadion angesehen. In der vergangenen Saison war ich allerdings nur einmal da.

Nun hast du dir gleich im ersten Vorbereitungsspiel für die Tornados einen Innenbandabriss zugezogen und warst am vergangenen Wochenende das erste Mal bei einem Punktspiel für Niesky dabei. Gegen die schwachen Berliner gleich so etwas wie ein Kulturschock, oder?
Na ja, die zwei Ligen Unterschied merkt man schon. Für mich war dieses Spiel ein guter Einstand, um mich wieder an einzugewöhnen und die Angst zu überwinden, die man nach einer Verletzung immer hat. Und in unserer Sturmreihe mit Torsten Schwarz und René Michalk hat es ja gleich gut geklappt. Was vom Niveau her auf mich zukommt, habe ich ja schon vorher gewusst. Wir haben aber einige gute Spieler, Greule könnte heute noch in der Oberliga spielen.

Es war zu hören, dass du als verletzter Spieler mit in die Kabine gegangen bist und die Mannschaft zusätzlich motiviert hast.
Das ist für mich eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wenn der Trainer was sagt, habe ich zwar Sendepause, aber den einen oder anderen Tipp kann man schon mal geben und aufmuntern hilft immer. Aber das würde jeder andere Spieler ganz genauso machen.

Was ist eigentlich schlecht in Niesky?
Das Training. Wir können wegen der Arbeit nie mit der kompletten Mannschaft trainieren, meistens nur mit acht neun Mann. Da ist es natürlich schwer, bestimmte Sachen einzuüben und für mich als Profi eine völlig neue Erfahrung. Zum Glück haben wir trotzdem eine so gute Mannschaft.

Was können die Tornados kurzfristig erreichen?
Einige haben gelacht, als ich gesagt habe: Wenn ich nun schon einmal dabei bin, will ich auch die letzten drei Spiele des Jahres gewinnen, also auch heute gegen Schönheide. Natürlich muss dafür bei uns alles stimmen. Ich glaube, am Ende entscheidet die Tagesform.

Gespräch: Frank Thümmler, Journalistenbüro Lausitz
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