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Tornados feiern 3. Meisterschaft in Folge
26.03.18, 20:38 Uhr
Was war das für ein brillanter Samstagabend in Schönheide am vergangenen Wochenende. Die Tornados holten zum 3. Mal in Folge den Meistertitel der Regionalliga Ost und wurden zusammen mit dem Silbermedaillengewinner und Lokalmatador Schönheider Wölfe, von den Heimzuschauern und den mitgereisten ELV-Fans lautstark gefeiert und umjubelt. Werbung für die 4. Liga auf dem Eis und den Rängen auf Premium-Niveau. Dazu eine top Organisation der Veranstaltung durch die Hausherren, Fairness und Spannung bis zur letzten Spielsekunde und darüber hinaus. Und ja... auch der Sächsische Eissportverband (SEV) war pünktlich und in Form von Ligenleiter Pit Seifert persönlich anwesend und übergab beiden Clubs extravagante Sieger- und Vizemeisterpokale.

Doch bis die vorzeitige Titelentscheidung in Finalspiel 2 der Serie "Best of 3" gefallen war, war es ein hartes Stück Arbeit für Theo Schwabe und sein Team. Die Erzgebirgler wollten in Ihrer letzten Heimpartie mit aller Macht ein drittes Entscheidungsspiel erzwingen und gingen entsprechend selbstbewusst und engagiert zu Werke. Im Hexenkessel Wolfsbau an der Neuheider Straße "peitschten" fast 800 Zuschauer, darunter knapp 110 Tornado-Anhänger, Ihre Cracks frenetisch und mit ohrenbetäubendem "Lärm" nach vorn. So entwickelte sich auch optisch ein würdiges Endspiel.

Die ersten zehn Minuten waren die Blau-Gelben die bessere Mannschaft und konnten sich erste Möglichkeiten erspielen, die allesamt ungenutzt blieben. Nach und nach erhöhten die Wölfe dann den Druck und so wurde aus einem zwischenzeitlichen Spiel auf Augenhöhe mit fortschreitender Zeit, ein Spiel der Gastgeber im Anfangsdrittel. Als HSR Noeller die dritte Zeitstrafe aussprach - Vatter erhielt 2 Minuten - nutzte Rogenz (16.) das Powerplay und versenkte den Puck hinter Torfrau Schröder im Netz. Die aufkommende Euphorie im Wolfsbau zeigte Wirkung, als "Rädi" unbeabsichtigt an der gegnerischen blauen Linie den Puck verstolperte und Niesky in einen 2 auf 1 Konter lief. Den verwandelte Novacek in der 19. Minute zielsicher zum 2:0 Pausenstand für die Gastgeber.

Jetzt war der Titelverteidiger so richtig gefordert und tatsächlich gelang es dem Chefcoach in der Kabine an den notwendigen "Stellschrauben" zu drehen. Mit großer Erfahrung und unbedingtem Willen wurde die Partie noch im Mittelabschnitt gedreht. Nach einer kurzen Druckphase der Blau-Roten erhöhte der ELV wieder die Schlagzahl und übernahm das Kommando. Als Playoff-Torschützenkönig Greulich in der 28. Minute per "Blueliner" in ÜZ mittig auf 2:1 verkürzte, war Niesky endgültig wieder im Match. Nur 69 Sekunden später fiel bereits der umjubelte Ausgleich. Nach einem "Mördersave" von Ivonne, die einen knallharten Schuss auf Ihren Kasten mit ausgestrecktem Bein perfekt verteidigte, gelangte die Scheibe zum durchstartenden Brill. Der lief allein auf Keeper Fengler zu und überlistete Ihn mit einer Körpertäuschung.

Greulich brachte den ELV mit seinem 7. (!) Endrundentreffer schließlich bei erneuter ÜZ erstmalig in Front (35.). Die eigene Strafe und das Gegentor, ärgerten den in der Kühlbox sitzenden Schönheider Kapitän Glück so sehr, dass er mit seinem Schläger (sicher unabsichtlich) die Plexiglasscheibe vor der eigenen Strafbank beschädigte. Nach kurzer Besprechung mit den Teams wurde die 2. Pause bei Zeit 34:30 vorgezogen um den Austausch der Scheibe zu ermöglichen.

Als die Mannschaften nach einem ausgedehnten Pausentee zurück aufs Eis kehrten, ließ der HSR "Gnade vor Recht" ergehen, denn Glück´s Strafmaß wurde nicht erweitert. Die Wölfe nun wieder hochmotiviert, fackelten nicht lange und Grätke eröffnete in Minute 37 das verlängerte 2. Drittel mit dem schnellen Ausgleich. Quasi im Gegenzug (37.) machte Fabian aus dem Gewühl ganz stark die erneute 3:4 Führung, die bis zur (Zwischen)Sirene Bestand hatte.

Das Schlussdrittel im direkten Anschluss war dann Spannung und Finale pur und hatte alles, was Eishockey-Playoffs bieten sollen. Beide Vereine warfen jetzt alles in die Waagschale, um das Spiel für sich zu entscheiden. Ein "brutaler" Sprint von Fabian (45.) mit anschließendem perfekt getimten Schuss aus dem Slot heraus zum 3:5 für Niesky, schien wie die frühe Vorentscheidung. Sie war es aber nicht, weil die Schönheider die Nerven trotz knapper werdender Zeit behielten. Angriffswelle auf Angriffswelle rollte nun auf die Nieskyer Verteidigung zu. Als Rogenz in der 48. Minute überlegt auf 4:5 verkürzte "brachen alle Dämme" bei den Zuschauern. Die Stimmung kochte.

Die Tornados hielten Stand und als Bartlick (54.) nur 8 Sekunden nach einer 2 plus 10 Minuten-Strafe gegen Kukla, das erlösende 4:6 in ÜZ erzielte, war die Chance, dass der amtierende Meister auch der neue Meister ist, zum Greifen nah. Die gutklassigen Wölfe probierten noch einmal alles - nahmen am Ende auch Torhüter Fengler für einen Feldspieler vom Eis. Doch es nützte nichts mehr. "Greule" hätte fast noch einmal ins leere Gehäuse getroffen - dann war Feierabend.

Die anschließende wohlverdiente vereinte Feierorgie in der Eishalle für beide Teams, war sicher einmalig in dieser Regionalliga-Saison. Sogar Wölfetrainer Sven Schröder wagte sich kurz ans Stadionmikrofon und gratulierte und dankte allen Beteiligten. Die anschließende Pressekonferenz beider sportlichen Leiter (im Netz online), unterstrich die vorbildliche Atmosphäre. Ein kurzes Amateur-Video vom gemeinsamen "Uffta" beider Fanlager und Mannschaften gibt es bei uns morgen oder übermorgen zu sehen.

Wir wünschen den Wölfen eine erholsame Sommerpause - für uns geht´s eventuell noch ein bisschen weiter... Fortsetzung folgt.

Strafen: Schönheide - 14 + 10 Minuten, Niesky - 12 Minuten

Foto: Ines Reimann
Kommentare
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Sa, 24. März 2018 1 2 3   Erg.
Schönheider Wölfe 2 1 1   4
Tornado Niesky 0 4 2   6

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