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Beleidigungen im Kabinengang - Vermummte besuchen Gästeblock
11.12.17, 21:20 Uhr
Es war wahrlich kein Spiel wie jedes andere... Das Duell des Tabellensechsten Chemnitz Crashers gegen den Tabellenführer Tornado Niesky am letzten Sonnabend, glänzte neben sportlichen Höhepunkten leider auch mit vielen negativen Randerscheinungen in der Eishalle am Küchwald.

Für die Hausherren stand viel auf dem Spiel. Trotz gebetsmühlenartigem Beschwören angeblich noch intakter Playoff-Chancen durch die Chemnitzer Vereinsführung, ist den Mitbewerbern in der Liga längst klar - die Playoffs 2018 werden ohne die Crashers stattfinden, so sie überhaupt stattfinden. Nach der Partie ist der Rückstand der Blau-Weißen mit inzwischen 23 Verlustpunkten weiter angewachsen. Der Frust sitzt nachvollziehbar tief und das sollten die Tornados und Ihre Fans zu spüren bekommen.

Vor ca. 400 Zuschauern startete der ELV motiviert und mit Torwart Handrick im Kasten. Bereits in der 4. Minute gelang Pohling von rechts aus mittlerer Distanz die ersehnte Führung durch einen gezielten Flachschuss.

Die Gastgeber spielten zunächst gut und sehr temporeich mit. Dies nährte die Hoffnung auf ein spannendes drittes direktes Duell. Doch schnell entpuppte sich die Taktik als Zerstör-Strategie. Mit einer ordentlichen Portion Härte, sollte dem Favoriten diesmal so richtig eine mitgegeben werden. Dies gipfelte in der 11. Minute in einer Massenschlägerei. Nieskys Kapitän Becher war rüde attackiert worden und innerhalb Sekunden "brannte" es auf dem Eis. Dem Fingerspitzengefühl von HSR Schnabel war es zu verdanken, dass es bei "nur" 7 (!) 2-Minuten-Strafen zeitgleich blieb.

Die folgende Unterzahl, Becher saß für 2 + 2 Minuten wurde schadlos überstanden. Als Vatter (13.) auch noch in die Kühlbox musste, bot sich den Gastgebern sogar die Möglichkeit über 112 Sekunden in doppelter Überzahl zu agieren. Doch der Spuk endete bereits nach 79 Sekunden, da sich Chemnitz durch eine eigene Strafzeit selbst schwächte. Dabei hatte man Glück, dass der HSR nicht auf Penalty entschied, denn Riedel war regelwidrig am Torschuss (15.) gehindert worden.

Auch außerhalb des Eises drohte in diesem Anfangsdrittel Ungemach, als eine Gruppe von 5 zum Teil vermummten und in Crashers-Kluft gekleideten jungen Herren, den Gästeblock besuchten. Sie machten mit lauten Beschimpfungen und Drohgebärden auf sich aufmerksam. Gott sei Dank ließen sich die Gästefans davon nicht provozieren. Ein "riesen Lob" geht hier an den quasi nicht vorhandenen Ordnungsdienst in der Halle. Zahlenmäßig ausreichende Sicherheitsdienste sind bei Spielen die Eintrittsgeld kosten, in der Regionalliga Ost längst Uso. Dies scheint beim Veranstalter dieser Partie noch nicht angekommen zu sein.

Im Mittelabschnitt ging das fleißige Strafen sammeln weiter. So wurden in den ersten reichlich drei Minuten bereits wieder 4 Zeitstrafen gegen beide Teams verhängt. Nachwuchstalent Braun nutzte bei 4 gegen 4 den vorhandenen Raum und konnte bei einem stark vorgetragenen Konter (25.) zum Ausgleich einnetzen. Danach verflachte die Partie zusehends. Die Hausherren mussten aufgrund Ihrer übermotivierten Spielweise durchschnaufen und Niesky passte sich zunächst an. Die Langeweile beendete schließlich erneut Pohling, der in der 34. Minute präzise und aus spitzem Winkel diesmal von links traf. Bis zur zweiten Pause wurde die Kühlbox dann immer wieder von beiden Mannschaften aufgewärmt.

Was dann beim Gang beider Teams in die Kabine passierte, spottet jeglicher Beschreibung und zeigt abermals, wie schlecht das Sicherheitskonzept in Chemnitz funktioniert. Da, wo die Sicherheit von Spielern und Offiziellen besonders zu schützen ist, gab es keinerlei Security. Dies wurde auch in einem Zusatzprotokoll festgehalten. Im Spielertunnel wurden die Tornados von einem minderjährigen Crashers-Fan als "Scheiß Polen" beschimpft.

Verteidiger Bartlick reagierte darauf mit einem kurzen angedeuteten (!!!) Schlag seiner Kelle, ohne diesen auch nur ansatzweise (!!!) tatsächlich auszuführen. Der hinter Ihm laufende Crashers-Schlussmann Ulbricht sah jedoch rot und schlug, für Bartlick nicht sichtbar, sofort wie von der Tarantel gestochen auf den Kopf von Ede ein. Dieser verlor dabei seinen Helm, der von Ulbrichts Mitspielern per "lustigem Fußballspiel" durch den Kabinengang gekickt wurde. Die anschließende Schlägerei bestrafte der Schiedsrichter keinesfalls gerecht. Während Ulbricht mit einer Spieldauerstrafe davonkam, erhielt Bartlick eine Matchstrafe und darf sich jetzt einer Entscheidung des Sportgerichtes unterziehen.

Wir verwehren uns entschieden gegen die gegenteiligen Behauptungen der Chemnitzer Vereinsführung, die von einem um sich prügelnden Nieskyer Eishockeyspieler sprach. Die Mär vom modernen Robin Hood Ulbricht, der unter dem Einsatz seiner Gesundheit für die Schwachen eintrat, ist eindeutig widerlegt. Interessant ist auf jeden Fall die Masche, mit der der Club mit den bisher meisten großen Strafen (3 Spieldauerstrafen, 2 Matchstrafen) versucht, unfaire Aktionen in positivem Licht scheinen zu lassen. Offener Umgang mit dem Disziplin-Problem Fehlanzeige. Während die bisherigen Matchstrafen am liebsten unter den Tisch gekehrt worden wären, sah man jetzt offensichtlich die Chance gekommen, den Täter zum Helden zu machen.

Gespielt wurde das 3. Drittel natürlich trotzdem. Neben einer Vielzahl weiterer kleiner Strafen, konnten zumindest die Tornados und Ihre mitgereisten 32 Fans noch dreimal jubeln. In einer Schlacht der absoluten Antipathie setzte sich der Top-Favorit gewohnt clever und hochverdient auch in seinem 10. Punktspiel durch. Bei Vatters Schlagschuss (43.) hielt Fabian cool und genau den Schläger dazwischen und markierte so das wichtige 1:3. Treffer Nummer 4 machte Fabian nur fünf Minuten später nach feinem Zuspiel von Girbig. Neumann setzte schließlich in der 55. Minute den Schlusspunkt und ließ Neu-Goalie Langer prima aussteigen.

Die diesmal aus unserer Sicht nicht glaubhaften Glückwünsche aus Chemnitz zum Sieg, weisen wir gern zurück.

Strafen: Chemnitz - 29 Minuten + 20 Minuten; Niesky - 30 Minuten + 25 Minuten
Kommentare
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Sa, 9. Dezember 2017 1 2 3   Erg.
Chemnitz Crashers 0 1 0   1
Tornado Niesky 1 1 3   5

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