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Tornados sind zu Hause eine Macht
17.12.07, 14:40 Uhr
Sächsische Zeitung vom 17.12.07, Bericht Frank Thümmler

Tornado Niesky 8 (2, 2, 4)
EHC Schönheider Wölfe 5 (1, 3, 1)

"Natürlich war dieser Sieg auch ein schönes Erlebnis für mich, aber Superlative will ich nicht in den Mund nehmen, weil wir zwar gut, aber nicht überragend gespielt haben", sagte Tornado-Trainer Steffen Thau nach dem eigentlich sensationellen Sieg gegen die Schönheider Wölfe. Die Gäste hatten bis zu dieser Partie immerhin alle ihre sechs Partien klar gewonnen - auch das erste Spiel mit 9:3 gegen Niesky - und waren mit einem Torverhältnis von 85:17 in Niesky angereist.

Trotzdem hatte Thau schon vor dem Spiel angekündigt, dass auch gegen die scheinbar übermächtige Mannschaft was drin sei, wenn sein Team eine "ordentliche Leistung" bringt. Genau die aber brachte sie in den ersten Minuten nicht. Statt, wie vorgegeben, Strafminuten zu vermeiden, bekam sie in den ersten drei Minuten gleich drei Zeitstrafen vom allerdings eigenwillig pfeifenden Schiedsrichter aufgebrummt. Ex-Fuchs Marcel Leyva stellt dabei bei seinem Heimdebüt einen fragwürdigen Rekord auf: Nach 27 Sekunden kassierte er die erste Strafe, als die abgesessen war, lief er direkt von der Strafbank wieder aufs Eis, um weitere 24 Sekunden danach die nächste Strafe zu kassieren.
Tornados drehen das Spiel

Die Schönheider benötigten zwar lange, aber dann bestraften sie die Dauer-Unterzahl der Nieskyer doch noch mit dem Führungstreffer. Zum Glück fingen sich die Nieskyer danach wieder, schafften in 5:3-Überzahl durch "Theo" Schwabe den Ausgleich und gingen in eigener Unterzahl durch Dennis Melchior, der dynamisch ins gegnerische Drittel eingedrungen war und vom Bullykreis knallhart abzog, in Führung.

Die Gäste zeigten immer wieder, dass sie nicht umsonst eines der Spitzenteams der Liga sind, wirkten extrem spritzig. Eine Nieskyer Stärke an diesem Tag war aber, dass drei wirklich gute Reihen auf dem Eis standen. So gelang der tschechischen Reihe durch Jakub Volek das 3:1, später der dritten Reihe erneut durch Dennis Melchior das 4:2. Was danach kam, konnte aber Steffen Thau nicht fassen: "Wir hatten jetzt die Chance, das Spiel zu entscheiden, stattdessen gaben wir alles aus der Hand." Nach einem unnötigen Puckverlust in eigener Überzahl und einem Wechsel im schlechtesten Moment stand es plötzlich wieder Unentschieden.

Zum Glück gelang der spielerisch sehr reif wirkenden ersten Reihe im ersten Überzahlspiel des Schlussdrittels der erneute Führungstreffer, als "Theo" Schwabe den Puck unter die Latte schaufelte. Den Ausgleich der Wölfe beantwortete Torsten Schwarz mit dem 6:5. Und als Jaro Hlavnicka mit einem Knallbonbon auch sein persönliches Erfolgserlebnis feierte, war gut zwei Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung gefallen.


Spiel steht vor dem Abbruch

Einmal wackelte die Partie allerdings noch: Sie stand vor dem Abbruch. Eine kleine Schnapsflasche war schon zuvor auf das Eis geworfen worden, dann explodierte ein Knallkörper auf dem Eis. Steffen Thau dazu: "Ich hoffe, diese Leute werden mal erwischt. Die haben beim Eishockey nichts zu suchen und sollten mit einem Stadionverbot auf ewige Zeiten bestraft werden. Ein knallharter Schiedsrichter bricht so eine Spiel ab." Dass der Schönheider Torwart die Fans mit einer Ladung Eis auf dem Schläger und einem Schlag gegen das Netz provoziert hatte, wollte er als Ausrede nicht gelten lassen.

Den Schlusspunkt unter die Partie setzte erneut der überragende Theo Schwabe, der einen Greulich- Schuss ins Tor abfälschte. Zwei Sachen bleiben nach dem Spiel. Die eine ist Thau's Aussage: "Wir können noch mehr. Da ist noch mehr drin!", die andere lautet: "Wölfe aus dem Erzgebirge kommen in die Lausitz höchstens zum heulen".

Tornado: Bresagk - Greulich, Becher, Hnidek, Schichholz, Svatos, Wahne - Hudec, Hlavnicka, Jandik, Volek, Schwabe, Groba, Michalk, Kamarid, Papproth, Melchior, Leyva, Schwarz

Tore:

0:1 Losch (4:45)
1:1 Schwabe (12:57, Assist: Leyva, Schwarz)
2:1 Melchior (14:12, Wahne, Greulich)
3:1 Volek (25:53, Hlavnicka, Svatos)
3:2 Jun (28:12)
4:2 Melchior (30:26, Wahne, Jandik)
4:3 Losch (34:33)
4:4 Schröder (37:39)
5:4 Schwabe (42:07, Greulich, Leyva)
5:5 Jenka (44:42)
6:5 Schwarz (50:38, Schwabe, Leyva)
7:5 Hlavnicka (57:53, Hnidek, Hudec)
8:5 Schwabe (58:17, Greulich, Leyva)


Strafen:

Niesky 20 + 10
Schönheide 26 + 10


Zuschauer:

696
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