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SEV bleibt Meisterfeier fern - Mojmir Musil mit Sieg verabschiedet
04.04.17, 20:52 Uhr
Spät kommt er, doch er kommt - der Spielbericht vom letzten Spieltag der Tornados ist fertig. In einer gutklassigen Partie setzte sich der bereits feststehende Meister gegen den neuen Vizemeister Chemnitz Crashers mit 6:2 (3:0; 0:1; 3:1) durch. Etwas mehr als 300 Zuschauer feierten den ELV und verabschiedeten Urgestein Mojmir Musil in Eishockeyrente. Den "Vogel" schoss jedoch der Sächsische Eissportverband (SEV) ab, der dem Abend fernblieb. Im thüringischen Erfurt übergab der Thüringer Eis- und Rollsportverband (TERV) am letzten Freitag einen sehr großen Pokal und Medaillen an den Meister der Landesliga Thüringen (6. Spielklasse!!) - die Saale Bulls 1c. In Sachsen hielt man von derlei Ehrungen offensichtlich nicht viel und glänzte durch Abwesenheit.

Meister 2017 ohne Meistertrophäe - wo hat es das schon mal gegeben?! Zündstoff genug für ein ordentliches "Frühlingstheater" also, denn Redebedarf besteht ausreichend, wie u. a. auch unser Telefonat mit den sehr engagierten Bad Muskauer Verantwortlichen vor wenigen Tagen bestätigte. Hier können wir als Fanseite jedoch nur bedingt beitragen. Die betroffenen Vereine im Osten insgesamt sind gefordert die Missstände im sächsischen Regionalliga-Eishockey endlich zu benennen und dem SEV eine "klare Kante aufzuzeigen." Keine Terminkonferenz vor Saisonbeginn, keine Treffen der Vereinsverantwortlichen für Absprachen allgemein, kein attraktiver und regelmäßiger Spielplan, keine Siegerehrung (auch der Vizemeister hat Silber verdient), schwierige telefonische Erreichbarkeit des Verbandes, helle Trikotfarben bei Heimspielen (oberhalb der Regio sind dunkle Heimtrikots Uso - Niesky könnte blau-gelb spielen) und und und... Die Aufzählung ließe sich wohl noch deutlich verlängern. Ach ja und dann gibt´s noch zwei Spiele (Jonsdorf - FASS 1b; Bad Muskau - Preussen 1b), über deren Wertung bzw. Nichtwertung der SEV ebenfalls bis heute noch nicht entschieden hat. Die Saison 2016/2017 ist also noch nicht mal regulär beendet. Hinzu kommt noch eine Anfrage zu einem anderen Spiel (bzgl. des Einsatzes eines eventuell! nicht spielberechtigten Akteurs), die ebenso bis dato unbeantwortet blieb.... Bevor Ihr statt der Lust weiterzulesen jetzt Frust schiebt, kommen wir schnell zum eigentlichen Match - versprechen Euch aber dranzubleiben an dem Thema.

Nachdem die Gäste und auch die Schiedsrichter bei der Anreise mit einem Stau zu kämpfen hatten, gab es das Eröffnungsbully mit einer halben Stunde Verspätung. Die motivierten Gastgeber kamen trotzdem gleich gut in Fahrt. Pohling legte in der 4. Minute vor dem Kasten quer auf den "wichtigsten Mann des Abends" - Musil, der aber knapp verpasste. Nur zwei Minuten später versuchte es Vatter mit einem Rückhandschuss leider vergeblich. Wieder Vatter sorgte in Minute 8 mit einem schönen Strahl von der Nähe der blauen Linie für die flotte 1:0 Führung. Das gab dem Spiel der Tornados weiter Auftrieb. Nur 62 Sekunden brauchte das Meisterteam von Theo Schwabe um nachzulegen. Pohling ging allein auf Gäste-Keeper Kopp zu, verzögerte geschickt und hob die Scheibe erst im letzten Moment aus spitzem Winkel in die Maschen. Nach 11 Minuten kamen auch die Crashers, die aus unerfindlichen Gründen trotz Riesenkader mit nur 10 Feldspielern antraten, zu ihrer ersten Möglichkeit. Haid wollte Handrick dabei in der kurzen Ecke überlisten, was jedoch misslang. Greulich's Hammer nach ca. einer Viertelstunde leitete dann eine Druckphase der Blau-Gelben ein. So verwandelte Rädecker (15.) schnörkellos halbhoch zum 3:0. Weitere gute Aktionen von Jandik und Wimmer blieben unbelohnt.

Auch im zweiten Abschnitt dominierten die Nieskyer zunächst klar. Nach nur 60 Sekunden schlugen bereits drei Schüsse auf das Gästetor zu Buche. Musil verfehlte dabei nur knapp den Pfosten. Auch die Körpersprache konnte unterschiedlicher nicht sein. Während die Hausherren klar signalisierten, dass man diesen letzten Spieltag unbedingt gewinnen wollte, machten die Westsachsen einen relativen kühlen und emotionslosen Eindruck, vielleicht aufgrund des Zwischenstandes. Zur Mitte der Partie fand aber auch der Vizemeister in sein Spiel und wurde gefährlicher. So verpassten Fritz und Stiegler zunächst noch knapp. Die Gastgeber zogen in diesem Durchgang nach kleinlicher Regelauslegung gegen beide Mannschaften allerdings auch zu viele Strafzeiten, um ergebnistechnisch weiter voran zu schreiten. So nutzte Schulz (31.) eine Überzahl (ÜZ) für die Truppe um Torsten Buschmann und verkürzte auf 3:1. Danach schwamm der ELV kurz und hatte Probleme die Scheibe vom eigenen Kasten fernzuhalten. Weitere gute Einzelaktionen von Rädecker (34.), Wimmer (37.), ein 2 auf 1 Konter der Crashers und eine kurze Massenrangelei ohne Folgen mit der Sirene, waren die Höhepunkte in diesem Drittel.

Rein in den letzten Durchgang der Saison. Hier verzeichneten die Blau-Weißen die erste heiße Möglichkeit, als Rentzsch nach wenigen Sekunden allein vor Torwart Handrick auftauchte. Robert verhinderte den Anschlusstreffer mit all seiner Erfahrung. Im Gegenzug gab Neumann (42.) genau die richtige Antwort, als bei 4 gegen 4 Platz auf dem Eis war und machte von der "Blauen" das 4:1. Vom Heimpublikum nach vorn gepeitscht, klappte jetzt wieder fast alles. So spielte Topscorer Pohling die Scheibe in der 45. Minute "rotzfrech" scharf auf den Kasten an einen Gästeschläger, von dem sie unhaltbar hinter die Torlinie sprang. Das war die Entscheidung. Schade, dass Jandik nur Sekunden darauf am Torraum entscheidend und fair gestört wurde. Wir hätten es Richie gegönnt. Dafür machte Golle noch einen. In voller Fahrt schob Musil bei ÜZ den Puck von links vors Tor auf seinen Mitspieler. Die Nummer 75 startete blitzschnell mit der Scheibe in die Gegenrichtung und verlud den Gästeschlussmann nach 47 Minuten mit seinem 47.!! Scorerpunkt (in den Pflichtspielen) zum 6:1. Das Schlusswort durften schließlich die Chemnitzer sprechen. Bei einem spontanen und direkten Spielzug wurde Handrick auf dem falschen Fuß erwischt und Hofmann (49.) war zum Endergebnis zur Stelle. Musil's Bauerntrickversuch (51.) zeigte noch einmal die ganze Cleverness unseres starken Tschechen... und dann war Schluss.        

Trotz fehlender (!!) Pokalübergabe und amtlichen Glückwünschen an Meister und Vizemeister durch den SEV, wurden beide Clubs durch ihre Fans großartig gefeiert. Nach einer kurzen Rede von ELV-Präsident Jörn Dürzel erhielt Mojmir Musil zahlreiche Glückwünsche und Geschenke vom Vorstand (Torte) und den Fans, darunter den Sturmjaegern (Fanpokal) und dem Fanprojekt. Zudem wurde Moschna durch den Eislaufverein in Zahlen geehrt. Die veröffentlichten Zahlen können wir jedoch nicht ganz bestätigen. ;-) Ohne im Detail zu prüfen, gehen wir für Moschna von 219 Spielen aus. Dabei erzielte er 117 Tore und sammelte insgesamt 308 Scorerpunkte (nicht Assists!) Auch musste er nach unseren groben Recherchen (bloß gut :-)) nicht 241mal auf die Strafbank, sondern kassierte 241 Strafminuten!

Tolle Werte MOSCHNA! Wir wünschen dir alles Gute und dem Vorstand und allen Spielern sowie natürlich Euch den Fans - eine wunderschöne Sommerpause und sagen herzlich danke für eine erfolgreiche Saison 2016/2017. Wenn es Neues gibt - melden wir uns sofort! (Bilder reichen wir noch nach.) Bis dann.              

Strafen: Tornado Niesky - 18 Minuten, Chemnitz Crashers - 16 Minuten
Kommentare
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Fr, 31. März 2017 1 2 3   Erg.
Tornado Niesky 3 0 3   6
Chemnitz Crashers 0 1 1   2

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