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Zuschauerzahl und Tagesform erreichen leider Tiefpunkt
28.03.17, 20:40 Uhr
Richtig was los war beim gestrigen 4. Stammtisch des ELV in der Weintraube Niesky. Über 30 Eishockeyinteressierte (incl. Veranstalter) waren gekommen und stellten natürlich auch kritische Fragen zum letzten Samstagsspiel gegen den ESC 2007 Berlin. Dieses hatte der frischgebackene Meister in der Eisarena Weißwasser mit 6:7 n.P. (2:3; 2:2; 2:1; 0:1) verloren.

Vor der absolut enttäuschenden Rekord-Minuskulisse von nur 192 Zuschauern, darunter auch 11 treue ESC-Anhänger, boten die Nieskyer eine unterirdische Leistung, die dank eines genialen Endspurts verbunden mit Glück wenigstens zu einem Punkt gereichte. Klar - das Team stand bereits vorher als neuer (alter) Champion fest und musste demzufolge gar nicht mehr punkten. Dennoch waren sich alle einig, die Planung im Vorfeld war eine andere.

Dies sah gestern Abend auch Trainer Schwabe so. "Obwohl das schnelle 1. Gegentor für uns hätte wie ein Weckruf wirken müssen, haben wir im gesamten Match nicht die richtigen Antworten gefunden und viel zu viele Fehler gemacht. Dem Ronny im Kasten, (er hielt die ersten beiden Drittel), hier den alleinigen Vorwurf an den vielen Gegentoren zu machen, halte ich für komplett falsch. Unsere Abwehr war in vielen Spielszenen fast gar nicht zu sehen. Deshalb glaube ich auch nicht, dass ein Torwartwechsel nach dem 1. Drittel im Ergebnis etwas geändert hätte. Wir haben den Berlinern einfach zu viel Platz und Puckbesitz eingeräumt und die haben ihn hoch motiviert angenommen." Auch Verteidiger Greulich bewertete die Partie bereits am Sonntag sehr kritisch. "Das war einfach nichts. Die Vielzahl an Fehlern, die uns unterlaufen sind, war wirklich beachtlich. Ich denke, in Summe eines der schlechtesten Spiele der letzten Jahre von uns."

Theo Schwabe versuchte das Ergebnis auch mit nur einer Trainingseinheit unter der Woche, (an der nur 8 Spieler teilnehmen konnten), zu erklären. Ein sicher nachvollziehbarer Grund, dass am Sonnabend nur wenig klappte. Für die Tornados natürlich unschön die leere Halle. Das nur so wenig Fans ihren Titelträger 2017 sehen wollten, dürfte ziemlich demotivierend für unsere Jungs gewesen sein. Hatten sich doch alle wesentlich mehr Begeisterung auf den Rängen versprochen.

Vor dem Match gab es Glückwünsche, aber auch traurige Momente.

Zunächst wurde Mojmir Musil durch den Vorstand herzlich zur Geburt seines 3. Kindes gratuliert.

Anschließend verlas der Stadionsprecher eine mit viel Liebe und Herz gefertigte Trauerrede des Schlittschuhclubs für einen der Ihrigen. Mit Manuel "Knobi" Knobloch verlor Berlin und der Club in der vergangenen Woche auf tragische Weise einen Sportsmann der Sonderklasse nach einer schweren Krankheit. In der folgenden Gedenkminute wurde "Knobi" mit lautem Beifall durch das Publikum gefeiert. Unser herzliches Beileid gilt noch einmal seiner lieben Familie, seinen Freunden und dem ESC 2007 Berlin.

Zum Spiel selbst natürlich noch einige Worte. Der ELV überraschte mit 3 Mann mehr in der Aufstellung durch die Rückkehr von Marcel Leyva, der nach längerer Verletzungspause zum Saisonende doch noch eingreifen kann. Willkommen zurück Leyvi.

Bereits nach 13 Sekunden klingelte es, wie schon erwähnt im Nieskyer Kasten. Berlins Topscorer d' Heureuse machte die schnelle Gästeführung. In der 5. Minute legte der Club verdient nach. Hidde täuschte bei einem 2 auf 1 Konter einen Schuss an und legte gekonnt auf Werner ab, der sich die Chance zum 0:2 nicht entgehen ließ. Es folgten weitere Möglichkeiten der Gäste, bis Greulich nach exakt 7,5 Minuten erstmals Keeper Franke testete. Für Hoffnung sorgte Rädeckers Anschluss in Minute 10. Kurios bei dem schnellen Spielzug war hierbei der Assist von Torwart Greb. Jonny, der eigentlich einen schwarzen Tag erwischt hatte, sorgte damit für ein absolut seltenes Kabinettstückchen im Eishockey. Als Musil (15.) den Hammer zum 2:2 rausholte, schienen die Hausherren die Kurve zu kriegen. Doch nur 26 Sekunden später war wieder Werner mit ordentlich Karacho erfolgreich.

Ins Mitteldrittel starteten die Gastgeber perfekt. Brill stocherte die Scheibe in der 22. Minute gekonnt über die Linie. Knapp vier Minuten später bewiesen die kampfstarken Hauptstädter, dass sie auch Powerplay können. In Überzahl gelang Hidde die erneute Führung. Nach einer technisch ganz feinen Einzelaktion von Greulich (30.) verpasste Jandik auf Zuspiel nur knapp den Ausgleich. Den machte Neumann (31.) nach einem Tempospielzug von Musil ums gegnerische Tor per Abstauber. Wieder keimte Hoffnung auf, aber es war wie verhext. Sekunden vor der zweiten Sirene legte sich Greb einen raffinierten Sonntagsschuss von erneut Hidde unglücklich quasi selber rein. 4:5 der Pausenstand.

Der letzte Durchgang lebte von unglaublicher Spannung. Jetzt mit Handrick im Kasten, versuchte der Meister das Ergebnis umzukehren. Doch die Aktionen der Tornados überzeugten nur selten. Zu wenig und zu ungenau wurde vor dem gegnerischen Tor abgeschlossen und Berlin hielt gut dagegen. Trotz leichtem Übergewicht bei den Spielanteilen, waren es wieder die Gäste die trafen. Krautmann (49.) spielte einen Konter schnörkellos zum 4:6. In der 51. Minute nahm der Schlittschuhclub eine Auszeit. Die überraschende Führung sollte unter allen Umständen über die Zeit gebracht werden. Die Blau-Gelben taten sich auch in der Folge sehr schwer und so griff Chefcoach Schwabe in Minute 58 zum letzten Mittel. Nach eigener Auszeit nahm er Keeper Handrick zugunsten eines 6. Feldspielers vom Eis. Da waren noch 2 Minuten 38 Sekunden zu spielen. Was die Nieskyer dann fabrizierten, war allerdings zum mit der Zunge schnalzen. Mit leerem eigenem Kasten und der ständigen Gefahr des entscheidenden 7. Gegentreffers, performte das Team wahrlich meisterhaft. Innerhalb 69 Sekunden stellten Pohling (58.) und Kuhlee (59.) das Ergebnis auf 6:6 und sicherten damit einen verdienten Heimpunkt.

Im abschließenden Penaltyschiessen glich Musil die Führung der Berliner durch d' Heureuse zunächst aus. Nach Fehlversuchen von Krautmann und Pohling traf Sasse für den Tabellenfünften, zum von den Gästen umjubelten 6:7 n.P., denn Kuhlee scheiterte mit dem letzten Penalty knapp am Goalie.   

Strafen: Tornado Niesky - 8 Minuten; ESC 2007 Berlin - 10 Minuten + 10 Minuten (Werner)
Kommentare
#2 28.03.17, 22:16 Uhr von SchlauerFuchs
Da hast du vollkommen Recht. Allerdings kann sich der ELV die Zeiten in WSW nicht gerade raussuchen. Von daher musste man nehmen, was man kriegt. Leider...
#1 28.03.17, 22:14 Uhr von deralte
14.00uhr war ja auch ne unchristliche zeit es gibt ja auch leute die um die zeit noch arbeiten sind
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Sa, 25. März 2017 1 2 3 n.P. Erg.
Tornado Niesky 2 2 2 0 6
ESC 2007 Berlin 3 2 1 1 7

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