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Der alte Champion ist auch der neue
20.03.17, 21:02 Uhr
Die Tornados haben es geschafft. Am letzten Samstag verwandelten die Eishockeycracks um Trainer Jens Schwabe verdient ihren ersten "Matchball" und gewannen durch einen 3:1 (0:0; 0:1; 3:0) Heimerfolg über die Chemnitz Crashers, wiederholt die Meisterschaft in der Regionalliga Ost.

Allerdings machten es die Westsachsen den erfolgsverwöhnten Blau-Gelben diesmal richtig schwer. So rieb sich mancher im Publikum verwundert die Augen, denn das Spiel war bis zum Schluss hochspannend und nahezu dramatisch im Verlauf. Nix da mit ruhig nach Hause schaukeln - der Sieg musste diesmal hart erarbeitet werden. Enttäuschend und nicht mehr erklärbar war abermals die Zuschauerkulisse von deutlich unter 400 Zuschauern. Auch die parallel stattfindende Sportgala im Bürgerhaus kann nicht für eine Entschuldigung herhalten. Die Lücke hieraus wurde nämlich von über 40 begeisterten Crashers-Fans gefüllt, die schönerweise die Reise nach Weißwasser angetreten hatten.

Mit 15 + 2 Spielern gegen 12 + 1 Spieler aus Sicht des Favoriten ging es aufs Eis. Nationaltorhüterin Schröder, die das Vertrauen an diesem Abend erhalten hatte, bestätigte die Nominierung mit einer tadellosen Leistung und bewies ein ums andere Mal ein feines Näschen für die Spielsituationen. Fast schon positive Normalität bei unserer jungen Torfrau. Überraschend war jedoch, dass der durchweg gute 6.(!!) Schlussmann der Chemnitzer - Svoboda, bei seiner Regionalligapremiere den Nieskyern bis zur 50. Minute den symbolischen Zahn zog. Dies lag jedoch weniger an "unmenschlichen" Glanzparaden, als vielmehr an den schlechten Abstauberqualitäten an diesem Abend. Der ELV verstand es bis 10 Minuten vor Ende nicht, Kapital aus endlos vielen Abprallern zu schlagen. Der junge Mann ließ nämlich so gut wie jede Scheibe, die auf seinen Kasten kam, auf die Eisfläche zurückprallen.

So ist die Geschichte des 1. Durchgangs schnell erzählt. Keine Tore, aber eine optisch stark überlegene Heimmannschaft gegen extrem tief stehende Gäste bekamen die Fans zu sehen. Die erste Möglichkeit besaß Pohling nach 16 Sekunden. In der 5. Minute zündete Greulich eine Rakete, die knapp rechts am Kasten vorbeipfiff. Auch Ivi musste einen langen Arm machen, als sie von Haid (6.) geprüft wurde. Schwachpunkt war ganz klar die Überzahl der Tornados. Allein vier (!!) Powerplaymöglichkeiten wurden zu leicht verschenkt. Ein schöner Direktschuss nach dem Bully von Fabian (13.) und eine 1 gegen 2 Situation mit Brill blieben leider erfolglos. Glück auch, dass Ivonne in der 15. Minute einen brandheißen Konter der Gäste löschte. Apropos Fans... erstaunlich, wofür anwesende Gästefans so alles gut sein können. Ungewohnt lautstarker Support aus beiden Lagern und teilweise sogar eine mitsingende Haupttribüne, sorgten für eine tolle Atmosphäre. Auch der Stadionsprecher trug mit geölter Stimme dazu bei. Prima - das macht Lust auf mehr.

In das zweite Drittel gingen die Hausherren mit der gleichen eindeutigen Körpersprache. Man spürte, das Team wollte um jeden Preis gewinnen und war bereit dafür alles zu geben. Dabei ging jedoch ein wenig die Lockerheit verloren. Rentsch (24.) nahm als Erster alleinstehend Fahrt auf den gegnerischen Kasten auf. Schade, dass ihm das nötige Tempo fehlte. Zwei Minuten später pflückte Ivi einen Puck von Haid lässig aus der Luft. Danach folgte länger Leerlauf und das Match verlief ohne Höhepunkte und Unterbrechungen bis weit über die Hälfte. Auffällig lediglich - ständige Schlägerverluste bei den Gästen, die sich nun regelmäßig als Eiskunstläufer betätigen mussten. Ein schöner Lupfer von Schwarz (31.) und immer wieder Distanzschüsse blieben ohne Wirkung, weil vor dem Tor der Vollstrecker fehlte, der die oft freie Scheibe schnörkellos hätte reinmachen können. Auch die im Spiel letzte Überzahl des ELV (35.) sorgte für wenig Euphorie. 0 (NULL) Prozent Powerplayquote - das gab es diese Saison auch selten. In der 36. Minute verpassten die Westsachsen bei eigener Unterzahl nur knapp den leeren Tornado-Kasten. Kurz darauf prallte der puckführende Nieskyer an der eigenen blauen Linie unglücklich mit einem Gegenspieler zusammen. Dabei angelte sich Stiegler in der Gegenbewegung das Spielgerät und zog sofort ab. Sein Schuss wie aus dem Lehrbuch (38.) schlug unhaltbar halbhoch hinter Ivonne zum 0:1 Pausenstand ein.

Wie der Favorit im Schlussabschnitt das Ding ohne eigene Strafzeit noch umbog, war wirklich meisterhaft. Chemnitz jetzt noch defensiver eingestellt und auf Konter lauernd, überließ den Gastgebern verständlicherweise nun das freie Feld. Doch immer noch fehlte die eine Szene zum Erfolg. Vatter versuchte sein Glück in der 47. Minute mit einer fast schon verkrampften Einzelaktion. Die Zuschauer schwitzten langsam und man merkte auch beim Tabellenführer erstmals aufkommende Nervosität, denn die Uhr tickte erbarmungslos. Schließlich erlöste ausgerechnet Urgestein Musil (50.) die tobende Halle. Er stand goldrichtig, als Svoboda wieder einen Puck nach vorn abklatschte und schob von links zum 1:1 Ausgleich ein. Der Treffer wirkte erlösend, denn plötzlich klappte das, was vorher schief gelaufen war. In der 52. Minute überwand Wimmer die "brutal" defensiv stehenden Gäste erneut. Mit eisernen Nerven nahm er sich im Torgedränge die Zeit und das Auge und netzte abermals ein. Jetzt brachen alle Dämme im Publikum. Tornado drückte weiter mächtig und hatte einen Musil. Dieser machte nach toller Vorarbeit seiner Kollegen in der 56. Minute aus Nahdistanz das entscheidende 3:1 und damit die Nieskyer zum neuen (alten) Meister.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH und danke an alle Beteiligten!!!

Wir wünschen Euch einen schönen Start in den heute begonnenen Frühling.
         
Strafen: Tornado Niesky - keine, Chemnitz Crashers - 10 Minuten

Zuschauer: 360
Kommentare
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Sa, 18. März 2017 1 2 3   Erg.
Tornado Niesky 0 0 3   3
Chemnitz Crashers 0 1 0   1

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