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Für Euch nachgefragt ... bei Torsten Schwarz
05.12.07, 22:02 Uhr
Die Tornados haben einen neuen Stürmer. Wer Torsten Schwarz vor zwei Wochen gegen den Berliner Schlittschuhclub gesehen hat, wird wissen, dass der Stürmer eine echte Verstärkung für unser Team ist. Wie der 31-Jährige den Weg nach Niesky gefunden hat, das haben wir nachgefragt.

Torsten, Du entstammst der Weißwasseraner Eishockeyschule. Mit wem aus dem Tornado-Kader hast Du denn schon mal zusammengespielt? Als ich mit 19 in die Männermannschaft aufgerückt bin, waren auch Theo Schwabe und Thomas Bresagk im Team. Im Nachwuchs habe ich unter anderem mit Stefan Mann, Sebastian Klenner und Robert Hoffmann, die heute noch als Profis aktiv sind, auf dem Eis gestanden.

Nach zwei Jahren in Weißwasser folgten acht Jahre in Drittligamannschaften. Hat es für mehr dann doch nicht gereicht? Ich glaube, ich hätte durchaus auch zweite Liga spielen können. In den Oberligateams hatte ich aber immer eine Führungsrolle, habe als gestandener Spieler meine Tore und Assist gemacht. Ich war genauso Profi und habe auch kaum weniger verdient. Mir hat das ganz einfach gereicht. Besonders in Erfurt habe ich mich besonders wohl gefühlt, hätte dort am liebsten bis zu meiner Rente gespielt. Schade, dass der Club 2001 insolvent gegangen ist. Stationen danach waren Hassfurth, Dresden und Weiden.
2006 war plötzlich Schluss, mit gerade mal 30 Jahren. Woran lags? Ich war krank geworden, Pfeiffersches Drüsenfieber. Der Körper reagiert auf die kleinsten Belastung negativ. Ich hab mich total schlapp gefühlt. Ich hab sofort gemerkt, dass mit meinem Körper was nicht stimmt. Rausgefunden, was los ist, hat letztendlich ein Kardiologe in Dresden.

Trotzdem muss man ja mit 30 noch nicht aufhören! Stimmt, sieben, acht Jahre wären vielleicht noch drin gewesen. Der Entschluss ist dann Anfang dieses Jahres gewachsen. Ich hatte mir in der Zwangspause auch gleich die Leiste operieren lassen. Die Operation ist nicht optimal verlaufen. Ich habe heute noch manchmal Probleme. Und dann fragt man sich schon: Soll ich noch einmal für ein paar Jahre richtig angreifen, mit dem Risiko, dass es nicht klappt? Verdienen kann man ja heutzutage auch nicht mehr so viel, alles ist viel unsicherer geworden. Also war der Gedanke nah, lieber schon jetzt was anderes zu machen.

Welche beruflichen Ideen hast du? Ich will auf alle Fälle was mit Sport machen, im Sportmanagement zum Beispiel. Auch eine Trainerlizenz wäre gut. Ich hoffe, dass ich eine Umschulung in diese Richtung bekomme.

Jetzt spielst du doch wieder - hier bei uns. Hat es doch wieder gezuckt? Natürlich. Eishockey macht mir doch nach wie vor Spaß. Und es ist einfach fetzig, wieder in einer richtig guten Truppe zu sein. Das hat mir im letzten Jahr ganz schön gefehlt. Zu Trainer Steffen Thau hatte ich schon immer einen guten Kontakt. Ich wohne jetzt ja wieder in Weißwasser mit meiner Partnerin und meinem Kind zusammen. Zu Niesky gab es für mich eigentlich keine echte Alternative.

Was sind Deine Stärken und Schwächen? Ich glaube, meine Übersicht und mein Schuss sind gut. Ich bin ziemlich flexibel einsetzbar, kann eigentlich alles außer natürlich Tormann spielen. Über Schwächen redet man nicht.

Wie groß ist eigentlich der Leistungsunterschied zur Oberliga? Natürlich ist ein Unterschied zu sehen. gegen die Spitzenmannschaften hätten wir keine Chance, gegen die unteren könnten wir vielleicht mithalten. Schließlich spielen ja in der Regionalliga und auch bei uns Spieler mit Oberliga- oder Bundesligaerfahrung. Und einige junge, wie zum Beispiel Sebastian Greulich, könnten auch höher spielen. Aber ich glaube, die Jungs haben es richtig gemacht: Lieber einen festen Job als die unsichere Zukunft bei einem Drittliga- oder Zweitligaverein. Ein sicherer Job geht heute vor.
Wann hast du eigentlich vor Niesky das letzte Mal in einem Freiluftstadion gespielt? Das war wirklich noch in Weißwasser, ist also ewig lange her. Das stört mich eigentlich nicht mehr so, auch wenn eine Halle für Niesky natürlich super wäre, schon damit länger im Jahr Eis zur Verfügung steht und man nicht so abhängig vom Wetter ist. Aber die Stimmung im Waldstadion ist ok. Mal sehen, wie es wird, wenn ein Derby ansteht und die Tausendergrenze mal geknackt wird.
Wo landen die Tornados am Ende? Ich glaube, in der Vorrunde ist der dritte Platz noch realistisch. Und für die Hauptrunde ab Januar kann noch niemand etwas genaues sagen. Wir wollen natürlich auch dort eine gute Rolle spielen, ein Aufstieg in die Oberliga kommt aber für Niesky nicht in Frage.

Gespräch: Frank Thümmler - Journalistenbüro LausitzFoto: Rolf Ullmann
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