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Nieskyer Wirbelstürme kämpfen mit ordentlich Gegenwind
14.03.17, 21:29 Uhr
Nachdem in doppelter Hinsicht erfolgreichen und vielleicht vorentscheidenden letzten Samstag - Niesky hatte in Jonsdorf gewonnen, Bad Muskau war zu Hause gegen Chemnitz siegreich geblieben - war die Ausgangslage für unsere Tornados klar. 6 Punkte gegen die zwei noch verbleibenden Berliner Kontrahenten oder im Idealfall 3 Punkte am Sonntag und mindestens 2 Punkte gegen die Crashers am 18.03.2017 würden und werden reichen, um den Meistertitel in der Regionalliga Ost 2017 zu verteidigen.

Um keine Selbstläufermentalität aufkommen zu lassen, mahnte Cheftrainer Schwabe für den Sonntag höchste Konzentration an. Mit dem EHC Berlin Blues war das Tabellenschlusslicht der Liga zu Gast, welches trotz starkem Rückstand zum Vorletzten, eine sportlich anerkennenswerte Saison gespielt hat. Immer wurde angetreten, notfalls in Mindeststärke, denn Spielausfälle kamen für die ehrgeizigen Berliner nicht in Frage. (Wir berichteten bereits am letzten Freitag.)

Mit Kuhlee (nach abgelaufener Sperre), Greulich und Fabian waren drei wichtige Akteure in die Mannschaft zurückgekehrt. Im Kasten stand diesmal Greb. Vor Spielbeginn erfolgten zahlreiche Ehrungen u. a. durch das Fanprojekt und den 1. Vorsitzenden des Eislaufvereins - Gerd Jandik nebst Enkelkind. Dabei wurde den Spielern Philipp Rädecker und Ivonne Schröder für ihren 200. Einsatz im ELV-Trikot am Samstag bzw. Sonntag gedankt. Sebastian Greulich empfing Glückwünsche für seinen 400. Einsatz im Team. Auch die Fans feierten ihre Helden lautstark und mit schicken Spruchbändern auf der Tribüne.

In der Partie selbst überzeugte der Tabellenführer diesmal nicht ganz. Die Mannschaft wirkte trotz prima Ausgangssituation eher verkrampft und so wurde der Abend spannender als gedacht. Auffällig im Unterschied zum Jonsdorf-Spiel war, dass wieder deutlich weniger direkt abgeschlossen wurde. In vielen Situationen versuchte man die Scheibe zu umständlich regelrecht ins Tor zu tragen. EHC-Keeper Nitschke hatte allerdings auch einen ganz starken Tag und parierte im 1. Durchgang, wo es was zu halten gab. So verpufften erste Möglichkeiten von Fabian (3.) und Musil (4.). Auch die Blues zeigten sich. Demidov traf in der 5. Minute aber nur das Außennetz. Wimmer nach einem schnellen Break (8.) und Rentsch, dem bei einem Alleingang das Tempo fehlte (10.), scheiterten unglücklich. Auch die bis dato einzige Überzahl brachte keinen Erfolg. Noch lief die Scheibe zu unkontrolliert und die Gäste feuerten den Puck konsequent aus der eigenen Zone. In der 17. Minute wurde erneut Demidov im letzten Moment entscheidend gestört. Hier zeigte sich die Abwehr hellwach. Die beste Chance zur Führung hatte dann kurz vor der Sirene Jubilar Greulich (19.). Sein Knaller wurde von Nitschke mit einer starken Parade geradeso mit dem Fuß geklärt. Rädecker - ebenfalls Jubilar, versuchte es noch mit einem Bauerntrick (19.), doch der Kasten der Berliner blieb verschlossen. Lange Gesichter zur Pause im Publikum, doch es war noch genug Zeit.

Besser aber auch ruppiger wurde es im Mitteldrittel. Zunächst bewahrte Greb die Blau-Gelben mit einem tollen Auftritt vor dem Rückstand. Mihajlovic war durchgebrochen und Jonny hatte nur wenig Zeit zu reagieren. Er tat dies mit Bravour (22.). Dann endlich die Führung. Brill (27.) sorgte mit einem halbhohen Distanzschuss nach raffinierter Vorlage von Wimmer für die erleichternde Führung. Danach wurde es unsportlich. Dietzel fuhr nach einem harmlosen Zweikampf (29.) zu dem auf dem Eis sitzenden Becher und schlug ihm urplötzlich mit der Faust gegen den Kopf. Eine klare Tätlichkeit. Die Rechnung hatte der EHC-Akteur allerdings ohne Greule gemacht, der sich wie ein Berserker schützend vor den Kapitän warf und dem "bösen Gegner" den Garaus machte. Überraschend für alle, aber im Endeffekt beruhigend für das Match, war die salomonische Entscheidung des extra gebuchten DEB-Hauptschiedsrichters, der es bei je 2 Minuten Strafzeit beließ. An dieser Stelle möchten wir eine Lanze für den HSR brechen. Eine derart unauffällige und souveräne Regelauslegung, gab es bisher selten in der Regionalliga. Top-Leistung des Spielverantwortlichen und seiner Assistenten. Nur eine Minute später bewies der HSR erneut ein sehr großzügiges und beruhigendes Augenmaß, als sich Demidov und Rädecker an der Bande in den Haaren hatten. Warum die Nr. 14 der Gäste plötzlich so explodierte, blieb sein Geheimnis. Philipp hätte sich sicher gern andere Geschenke zu seinem Jubiläum gewünscht. Nach knapp 60 Sekunden war der Spuk ohne bleibende Verletzungen vorbei. Rädi bekam 2 + 2 Strafminuten - Demidov musste für insgesamt 14 Minuten zum Abkühlen. Tore fielen auch noch. Pohling nutzte in der 33. Minute die verdeckte Sicht in Überzahl und traf zum 2:0. Greulich (34.) nagelte nur 39 Sekunden darauf die Scheibe mit einem Kunstschuss unter die Latte.

Im Schlussabschnitt hatten sich dann alle wieder lieb. So konnten beide Teams auf ihre Art Akzente setzen. Vor allem Tornado-Schlussmann Greb führte einen komplizierten Job aus. Immer wieder konnte er Minuten ohne Gefahrensituationen ausruhen und musste doch im nächsten Moment, wie beim harten und flachen Schuss von Graul (45.) hellwach in Aktion sein. Die Blues machten aus ihren Möglichkeiten das Beste und verteidigten mit Mann und Maus, um das Ergebnis in einem erträglichen Rahmen zu halten. Dies gelang ihnen auch sehr clever. Die Tornados jetzt mit viel Aufwand setzten sich phasenweise im Angriffsdrittel fest, doch oft fehlte das Augenmaß oder Torwart Nitschke stand im Weg. Im Ergebnis leider zu wenig Ertrag. ...und dann kam er wieder, der eine Angriff, der den Shutout verhinderte. Blitzschnell hatten die Hauptstädter ums Tor gespielt und Hesse (53.) vollendete zum 3:1. Berlin schöpfte kurz Hoffnung, doch die Hausherren hatten noch "Zwei" in petto. Noack reagierte im Torgedränge am Genausten und stocherte den frei liegenden Puck in der 56. Minute im dritten Versuch über die Linie. Sekunden später flippte Mihajlovic nach einem Außennetztreffer von Brill aus und lud zum Faustkampf ein. Beide gingen in die Kühlbox. Den jetzt vorhandenen Platz auf der Eisfläche bei 4 gegen 4, nutzte Jandik (57.) mit einer feinen Einzelleistung und Doppelpass mit Vatter zum entscheidenden 5:1 Endstand.                    
  
Strafen: Tornado Niesky - 10 Minuten, EHC Berlin Blues - 16 Minuten + 10 Minuten (Demidov)

Zuschauer: 295
Kommentare
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So, 12. März 2017 1 2 3   Erg.
Tornado Niesky 0 3 2   5
EHC Berlin Blues 0 0 1   1

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