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Greulich rettet Tornados vor bisher größter Saisonpleite
30.01.17, 14:45 Uhr
Beim am vergangenen Samstag stattgefundenen 15. Punktspiel der Tornados in der Eisarena Weißwasser, erlebten die Zuschauer einen bis zur letzten Sekunde spannenden Abend, der von der Dramatik an vergangene Oberliga-Zeiten erinnerte. Leider war dies jedoch alles andere als positiv zu sehen, denn die in blau-gelben Trikots spielenden Hausherren boten eine mehr als dürftige Leistung. Trotz 6!!! Feldspielern mehr als der Gegner, lag man bis kurz vor Ende der Begegnung im Rückstand und fuhr mit Hilfe der "Brechstange" und Ach und Krach am Ende einen knappen 5:4 (2:2; 0:0; 3:2) Sieg gegen die 1b-Truppe von FASS Berlin ein.

Zum Spiel passend und wieder enttäuschend war auch die Zuschauerkulisse. Gerade knapp 280 Besucher (darunter 9 Berliner Gästefans) wollten die Mannschaft sehen. So langsam sollten die Nieskyer zusammenrücken, wenn man das Eishockey in der Großen Kreisstadt erhalten will. Die Einnahmen dürften nur knapp die Kosten des Spiels gedeckt haben. So kann es eigentlich nicht weitergehen... sportlich wie zuschauertechnisch!

Die Akademiker Reserve erwies sich, wie bereits vor zwei Wochen, über das gesamte Spiel hinweg als gleichwertiger und hochmotivierter Kontrahent. Ein ums andere Mal wurde der ELV in Verlegenheit gebracht und wiederholt sogar ein 2-Tore-Vorsprung gegen den Top-Favoriten herausgearbeitet.

So setzten die 1b-Fässer nach zwei Halbchancen von Bartlick und Leyva bereits nach vier Minuten mit einem Pfostenknaller ein erstes Ausrufezeichen. In der 6. Minute wurde es richtig ungemütlich. Einen schnörkellosen Angriff beendete Karlsson mit der Gästeführung. Dabei ließ ihn die gesamte Verteidigung der Gastgeber gewähren. Nur 23 Sekunden später stand es schon 0:2. Beim Treffer von Golz wirkte Keeper Greb sehr überrascht. Niesky jetzt aufgeschreckt, versuchte sofort zu reagieren, doch es fehlte an Ideen und vor allem Tempo. Die Schüsse von Pohling (7.) und Brill (10.) waren leichte Beute für Torwart Bonness. In Minute 11 hielten die Heimzuschauer kurz den Atem an, um dann doch lautstark jubeln zu können. Zunächst fuhren die Berliner einen gefährlichen Konter, der fast mit dem 3. Gegentor geendet hätte. Im Gegenzug erhielten die Tornados ein Bully im Angriffsdrittel zugesprochen. Quasi direkt vom Punkt machte Schwarz den 1:2 Anschluss. Nach weiteren Möglichkeiten auf beiden Seiten, bedurfte es schließlich einer 5 gegen 3 Überzahl, um den Ausgleich von Bartlick (17.) zu erzielen. Dies war gleichzeitig der Pausenstand.

Im zweiten Abschnitt ging Chefcoach Schwabe auf Nummer sicher und brachte Stammtorhüter Handrick für den teilweise etwas unglücklich agierenden Greb. Die Partie wurde dadurch aber nicht besser. Der Tabellensechste spielte weiter auf Augenhöhe mit und hatte speziell läuferisch jede Menge zu bieten. Für große Gefahr sorgte immer wieder der auffällige Berliner Salzmann, doch Handrick war zumindest im Mitteldrittel nicht zu überwinden. Zu den besten Chancen der Gastgeber gehörten der Alleingang von Leyva (27.), der rechts außen an der Bande allen davonlief. Sein Pass vor das Tor fand jedoch keinen Abnehmer. Weiter probierte es Bartlick (29.) mit einem Knaller von der blauen Linie - doch Bonness hatte frei Sicht und parierte. Für Unruhe im Publikum sorgte noch eine nichtgeahndete Behinderung an Bartlick (33.). Dieser verlor seinen Schläger bei einem Konterversuch in Unterzahl. Dabei wurde das Spielgerät vom Gegner unter dem Arm eingeklemmt. Brill´s Alleingang (34.) sowie weitere zu durchsichtige Möglichkeiten von Pohling und Fabian, führten zu keiner Ergebnisverbesserung bis zur Sirene. Dem mit offener Wunde im Gesicht verletzten FASS-Spieler, wünschen wir an dieser Stelle gute Besserung.

Der letzte Durchgang musste also die Entscheidung bringen und er wurde zur großen Zittereinlage. Schade, dass Musil´s strammer Schuss (41.) an die Lattenunterkante auf der Torlinie liegen blieb, denn kurz darauf brach es über die Blau-Gelben hinein. Koch (42.) lieferte für die Gäste die erneute Führung, als er sich energisch gegen zwei Verteidiger durchsetzte. Knappe sechs Minuten später lagen die Akademiker dann sogar mit 2:4 in Front. Karlsson schloss einen durchdachten Spielzug bei Unterzahl!!! mit seinem 2. Treffer des Abends ab. Jetzt roch es stark nach einer sensationellen Heimniederlage, zumal die Effizienz der Gäste nahezu brillant erschien. So musste für den amtierenden Meister frühzeitig die "Brechstange" herhalten. Und tatsächlich - auch begünstigt durch berechtigte Strafzeiten, (z. B. Check von hinten gegen Wimmer) und viel Glück, konnten die Tornados das Match noch drehen. Dazu trug auch die jetzt deutlich verbesserte Powerplayquote von stolzen 33,3 Prozent (im Gesamtspiel) bei. Brill mit ordentlich Wut im Bauch (51.) aus drei Metern in ÜZ, verkürzte zunächst auf 3:4. Pohling´s unnachahmlicher Flatterpuck in der 57. Minute ans Gestänge, stand hoch in der Luft und fiel hinter Keeper Bonness ins Tor zum Ausgleich - ebenfalls in ÜZ. Allerdings blieben kleine Fragezeichen, ob der gegebene Erfolg tatsächlich regulär erzielt wurde. Ein in der Regionalliga nicht vorhandener Videobeweis, hätte hier Aufklärung gebracht, denn die Hauptstädter reklamierten kräftig. HSR Schnabel gab den Treffer jedenfalls. Für den haushohen Favoriten setzte Greulich schließlich 18 Sekunden darauf sogar noch den goldenen Siegtreffer und rettete einen kaum noch geglaubten verlustpunktfreien Abend.

Strafen: Tornado Niesky - 6 Minuten; FASS Berlin 1b - 18 Minuten plus 10 Minuten
Kommentare
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Sa, 28. Januar 2017 1 2 3   Erg.
Tornado Niesky 2 0 3   5
FASS Berlin 1b 2 0 2   4

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