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Nieskys Heimauftakt geht gründlich in die Hose
16.10.16, 14:14 Uhr
So schnell ist's vorbei mit der Herrlichkeit. Am letzten Wochenende noch hochgelobt, enttäuschten die Tornados am gestrigen Abend in Weißwasser gegen den Liganeuling ECC Preussen 1b mit einer desaströsen Leistung und verloren verdient mit 4:5 (1:2; 1:2; 2:0; 0:1) nach Penaltyschiessen. Viele der ca. 290 Zuschauer kritisierten bereits in den Drittelpausen zu Recht die Vorstellung der Blau-Gelben. Was wünschen wir uns eure erfolgreichen Oberliga-Zeiten zurück liebe Tornados...

Nach einer kurzen Abtastphase überraschten die selbstbewussten Preussen die Heimmannschaft bereits nach etwas mehr als drei Minuten mit dem 0:1 durch Giermann. Doch eine Reaktion ob des schnellen Rückstandes blieb aus. Die Gäste nutzten die fehlende Zuordnung im Spiel des Meisters gnadenlos und hätten in der 7. Minute beinahe nachgelegt. Zum Glück schlug Giermann in aussichtsreicher Position über die Scheibe. Kurze Zeit später versuchte es Arkuszewski mit einem Schlagschuss, aber Ivonne parierte glänzend. Nicht verhindern konnten die Tornados leider das 0:2 (13.) durch Wagner, der bei angezeigter Strafe für Niesky die kurzfristige Überzahl für sein Team ausnutzte. Auch die nächste Großchance nach einer Viertelstunde gehörte noch den Gästen. Kurz vor der Pause dann endlich die ersten Lebenszeichen der Gastgeber. Die junge Garde der 3. Reihe belohnte sich für Ihren kämpferischen Einsatz mit dem Anschlusstreffer. Im hektischen Torgewusel machte sich Rentsch nach toller Vorarbeit seiner Kollegen so richtig lang und netzte zum 1:2 ein. Wenig später hatte der ELV in einer 2 auf 2-Situation fast noch den Ausgleich auf der Kelle.

Im zweiten Abschnitt hofften die Zuschauer auf umgekehrte Verhältnisse, aber schnell machte sich Ernüchterung breit. Ivonne Schröder, die leider auch nur einen gebrauchten Tag erwischt hatte, wurde zum Pechvogel eines Missverständnisses mit der Verteidigung und gewährte ECC-Stürmer Giermann quasi freie Bahn. Der bedankte sich in dem Chaos und schob die Scheibe nach nur 22 Sekunden zum 1:3 in das leere Gehäuse. Die Nerven lagen jetzt blank und so kassierte Noack in der gleichen Sekunde eine 10-Minuten-Strafe. Zwei Minuten später folgte ihm der Berliner Weihrauch mit dem gleichen Strafmaß. Der erneute Anschlusstreffer für Niesky durch Musil (23.) war leider nur ein kurzes Zwischenhoch. Das Urgestein wurde clever freigespielt und lupfte den Puck von rechts aus etwa zwei Metern in die Maschen. Auch in der Folgezeit gelang es den körperlich überlegenen Tornados nicht das Ruder rum zu reißen. Zu oft ließ man Puck und Gegner gewähren und reagierte sehr unglücklich. Greulich probierte es in der 33. Minute mit einem Distanzschuss, verzog aber deutlich. Giermann sorgte für die Hauptstädter immer wieder für Gefahr. Absoluter Tiefpunkt das 2:4 durch Böttcher (38.), der die ELV-Verteidigung in Unterzahl vorführte. Pohlings Schuss Sekunden vor der Sirene verfehlte leider klar das Tor.

Nach den beiden verlorenen Dritteln ruhte die letzte Hoffnung auf dem Schlussabschnitt. In diesem stellte Trainer Theo Schwabe relativ zeitnah taktisch auf 2 Reihen um. Überraschend - war es doch gerade die 3. Reihe, die in der Partie, (wie auch schon im Auswärtsspiel vor einer Woche), immer wieder mit spritzigen Tempovorstößen versucht hatte, das Match umzubiegen. Den weiterhin kreuzgefährlichen Gästen ging jetzt nach und nach die Puste aus und die Tornados agierten bei deutlich zunehmender Härte etwas stärker, aber weiter außer Form. Ein Schlagschuss von Blueliner Greulich, den Becher in der 44. Minute in Überzahl unhaltbar ins Tor abfälschte, ließ es zunächst gut angehen. Dann aber brauchten die Nieskyer viel zu lange um nachzulegen. Erst in Minute 52 gelang wieder einmal in Unterzahl der Ausgleich durch Pohling. Er schlenzte den Puck lässig mit der Rückhand an Keeper Hoffmann vorbei. In den letzten acht Minuten hagelte es schließlich insgesamt 53 Strafminuten für beide Clubs. Negativer Höhepunkt hierbei war die 5+Spieldauerstrafe gegen Leyva, der einen Gästespieler für die Zuschauer in der Halle nicht sichtbar, mit einem Kniecheck unglücklich verletzte und deshalb vom Eis gestellt wurde. Schlussendlich lief dem ELV die Zeit davon und HSR Wolfgang Mond pfiff das aus Heimsicht sehr enttäuschende Spiel beim Stand von 4:4 ab.

Das abschließende Penaltyschiessen unterstrich das Dilemma. Gleich Preussens 1. Schütze Maaßen machte mit dem einzigen Treffer den verdienten Gästesieg klar. Neumann (Puck nicht getroffen), Rösler (gehalten) und Pohling (vorbei) versuchten ihr Glück vergebens. Endstand: 4:5 n. P.

Bereits am kommenden Samstag können die Tornados ihren gestrigen schwachen Auftritt im "Rückspiel" bei den Preussen 1b wieder gerade rücken. Dazu wird sie mindestens ein kleiner Fanbus aus der Heimat begleiten. Sollte die Revanche nicht gelingen, könnte die Saison anders als geplant verlaufen. Die von Coach Jens Schwabe zu Recht angesprochenen wenigen und sehr schlecht terminierten Trainingszeiten in Weißwasser, (zu denen oft nicht alle Spieler da sind), dürfen bei der Qualität des Teams trotzdem nicht als Ausrede herhalten. Schließlich geht es den Berliner Vereinen auch nicht besser. Wir wünschen jetzt schon viel und mehr Erfolg!   
                
Strafen: Niesky 19 + 30 Minuten, ECC Preussen 1b 20 + 20 Minuten  

Foto: Laura Balzer
Kommentare
#2 17.10.16, 16:20 Uhr von hoffi
Ganz sicher nicht! Die ersten zwei Drittel waren plan- und lustlos seitens unserer Tornados. Es sah nach falscher Einstellung oder Überheblichkeit aus. Nach dem Start kann man den Schalter auch nicht einfach umlegen. Man hat kein Oberliganiveau mehr!
#1 16.10.16, 20:00 Uhr von Puckschubser
Ob solche Spiele (gerade weil sie in WSW stattfinden) in Sachen Zuschauerzahlen dienlich sind, wage ich zu bezweifeln.
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Sa, 15. Oktober 2016 1 2 3 n.P. Erg.
Tornado Niesky 1 1 2 0 4
ECC Preussen 1b 2 2 0 1 5

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