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Doppelter Greulich macht die Fans glücklich
21.12.15, 12:56 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Tornado Niesky besiegt die Tabellennachbarn aus Chemnitz mit 4:1. In puncto Einsatz ist es die beste Saisonleistung.

Diesmal hatte Tornado-Trainer Jens Schwabe den Ton genau getroffen. In jeder Ansprache versucht er, das Maximale aus seiner Mannschaft herauszukitzeln, ihr den Einsatzwillen zu vermitteln, für den Eishockey in Niesky seit jeher steht. Am Sonnabend gegen die Chemnitz Crashers, die immerhin als Tabellendritter angereist waren, zeigten seine Jungs auf dem Eis eine Laufbereitschaft, die sogar den erfahrenen Coach beeindruckte. „Das war in der Hinsicht das Beste aller Spiele in dieser Saison“, fasst er den Auftritt der Mannschaft nach dem Spiel zusammen. Das hatten die Tornados hochverdient mit 4:1 (2:0, 0:1, 2:0) gewonnen und damit den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga gefestigt. Nur die Berlin Blues liegen vor den Ostsachsen, mit sechs Punkten aber auch vier Spielen mehr auf dem Konto.

Gegen die äußerst defensiv eingestellten Gäste begann Niesky vor mehr als 600 Zuschauern druckvoll. Schnelle Füße und schnelle Pässe sorgten für Unruhe in der gegnerischen Abwehr, Nutznießer war Sebastian Greulich nach sieben Minuten. In der Mitte des Chemnitzer Drittels freigespielt, zog er aus dem Handgelenk ab, Gästegoalie Arnsperger war ohne Chance. Die Führung brachte noch mehr Sicherheit in das Spiel der Tornados, die dennoch auf der Hut sein mussten vor den schnellen Gegenstößen der Westsachsen. Torwart Robert Handrick zeigte sich über die gesamten 60 Minuten hellwach und fügte sich nahtlos in die gute Mannschaftsleistung ein.

Das taten an dem Tag auch die jungen Spieler. Exemplarisch dafür war das 2:0, das der 20-jährige Tristan Schwarz erzielte. Mit ungeheurem Willen wühlte er die Scheibe geradezu ins Chemnitzer Gehäuse und brachte damit die Zuschauer in Feierlaune. „Die jungen Leute haben, anders als in der Vorwoche in Berlin, diesmal wirklich gezeigt, was sie können“, zeigte sich Jens Schwabe angetan von der Steigerung seiner U23-Spieler.

Es lag nicht am fehlenden Willen, dass die Mannschaft aber im zweiten Drittel den Spielfaden verlor. Im Gegenteil, sie habe zu viel gewollt, analysiert Schwabe. Die Laufbereitschaft war unvermindert da, doch die Pässe kamen nicht mehr ans Ziel, immer wieder war ein Gegner dazwischen. Dazu kamen dumme Fouls in einer Partie, in der der Schiedsrichter ohnehin nicht immer auf der Höhe war. So nach 35 Minuten, als Chris Neumann und der Chemnitzer Erek Virch aneinandergerieten. Der Gästespieler musste anschließend für zweimal zwei Minuten auf die Strafbank, Tornado-Verteidiger Neumann dahingegen für dreimal zwei. Das verstand in Niesky kaum einer. Und die resultierende Überzahl nutzten die Crashers, um auf 2:1 zu verkürzen. Der Anschlusstreffer war dabei keineswegs unverdient. Dennoch hatte Tornado-Trainer Jens Schwabe zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, der Sieg könne noch in Gefahr geraten. Dazu präsentierte sich sein Team zu leidenschaftlich und bissig. Nur geradliniger mussten sie spielen, das betonte er in der Pause vor dem Schlussdrittel. Mit Erfolg.

Klar tonangebend kamen die Nieskyer aus der Kabine und stellten schnell den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Vorausgegangen war eine Energieleistung von Philipp Rädecker. Der Verteidiger nahm auf dem Flügel Fahrt auf, fuhr außen um das Chemnitzer Tor und schließlich gelangte die Scheibe zu Richard Rentsch. Der legte alle Kraft in seinen Schuss und überwand den starken Chemnitzer Torwart zum umjubelten 3:1. Nach seinem ersten Saisontor war dem jungen Stürmer die geballte Freude anzusehen.

Routinierter im Torjubel ist Sebastian Greulich, der vier Minuten später zum zweiten Mal an diesem Abend feiernd abdrehen durfte. In einer mustergültig ausgespielten Überzahlsituation setzte er einen Schlagschuss an, der halbhoch in der kurzen Ecke zum 4:1 einschlug. Im Anschluss hatten die Tornados noch mehrere gute Gelegenheiten, um das Ergebnis nach oben zu schrauben, die aber allesamt ungenutzt blieben. Stellenweise schludrig wurden die Chancen versiebt, auch Jens Schwabe attestierte seinen Stürmern hier mangelnden Biss. Einer der wenigen Wermutstropfen in einem Spiel, das den Fans gefallen konnte und auch die Verantwortlichen beim ELV Niesky zufrieden stimmte.

Zweimal werden die Tornados vor Weihnachten noch leicht und eher freudbetont trainieren, um am zweiten Feiertag fit und motiviert zu sein, wenn die neu aufgestellten Jonsdorfer Black Panther zum Derby ins Freiluftstadion kommen. Anstoßbully am Sonnabend ist 18.30 Uhr. Schwabe hofft dann erneut auf einen großen Kader, nur Jörg Pohling wird nicht dabei sein. Der Stellenwert der Begegnung sei weiterhin hoch, auch wenn die Jonsdorfer sich erst in einer Findungsphase befinden und mit den Tornados in Normalform sicher nicht mithalten können.
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Sa, 19. Dezember 2015 1 2 3   Erg.
Tornado Niesky 2 0 2   4
Chemnitz Crashers 0 1 0   1

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