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Nieskys Sechs-Millionen-Euro-Eisstadion
03.04.15, 17:22 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Der Entwurf der Planer begeistert: Der Komplex wirkt wie eine Halle, erfüllt alle Anforderungen und weckt Hoffnungen. Das Eisstadion soll schön und praktisch werden. Darin sind sich tadtverwaltung, Stadtwerke und Planungsbüros einig. Montagabend haben sie Eckdaten für Nieskys Stadionsanierung vorgestellt. Rund sechs Millionen Euro werden Sanierung der Anlage, Um- und Ausbau der Gebäude, neue Eistechnik und die Überdachung kosten. Das ist eine grobe Orientierung. Nieskys Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann betont deshalb zum aktuellen Stand der Planungen: „Wir betreten hier Neuland, der Teufel steckt bei dem Vorhaben in den Details.“ Die reichen vom Nutzungskonzept durch Tornados und Vereine bis hin zur Entscheidung, ob eine Holz- oder Stahlbalkenkonstruktion das Dach tragen wird.

„Unser Ziel steht, im Kostenrahmen zu bleiben“, sagt Holger Ludwig, Geschäftsführer der Sport- und Freizeit GmbH, die aus den Nieskyer Stadtwerken ausgegründet worden ist. Ende April gibt es die Kostenaufstellung, im Juni soll der Fördermittel- und im Juli der Bauantrag rausgehen. Dann kann es losgehen. „Der Zeitplan ist sportlich“, sagt Holger Ludwig. Aber klappt alles, steht Ende 2016 in Niesky ein Eisstadion, das die Einwohner, Vereinsleute und Fachleute zweifellos begeistern wird.

Claas Schulitz vom gleichnamigen Planungsbüro aus Braunschweig hat nun erste Entwürfe vorgestellt. Was zu sehen ist, begeistert. Kompakt und luftig zugleich wirkt das Eisstadion. Die edle Kuppelkonstruktion hat zudem eine Besonderheit: Das Nieskyer Eisstadion sieht wie eine Eishalle aus, ist aber ein Stadion mit mindestens zwei offenen Seiten. Es ist aber eine homogene Konstruktion, die Nieskys Stadtbild mit prägen kann. Doch für die Architekten zählt neben den ästhetischen Punkten vor allem das Lasten- und Pflichtenheft. Es gibt klare Kriterien, welche die Stadt vorgibt. „Wir machen den Eissport witterungsunabhängig, vermindern den Schall nach außen, bieten innen ein neues Raumkonzept mit mehr Service für die Gäste und erfüllen alle Anforderungen für die Eishockeyliga“, sagt Stadtwerkechef Holger Ludwig.

Zurzeit liegt die Auslastung des Stadions zwischen 900 und 1 000 Stunden im Jahr. Das ist eben die Saison von Oktober bis März – je nach Temperaturlage. Der Eis-Lauf-Verein (ELV) ist dabei zwar der Hauptnutzer, aber mit 264 Stunden oder 28 Prozent keineswegs der alleinige Nutznießer des Stadions. Kitas und Schulen kommen beispielsweise auf 150 Stunden, das freie Eislaufen auf 316. Deshalb hat das Stadion einen Mehrwert für ganz Niesky und die Region – und ist keineswegs allein ein Prestigeobjekt für die Tornados. Holger Ludwig nimmt vorweg, was das Gros der Nieskyer interessiert: „Eine viel längere Nutzung des Eisstadions im Jahr als bisher wird es nicht geben – auch nicht mit Dach.“

Fest steht, dass ohne eine Sanierung die Betriebserlaubnis für das Stadion erlischt. Niesky muss also investieren, um den Eissport in der Stadt zu erhalten. Offen ist jedoch, wie viel und in was Geld verbaut wird. Planer Claas Schulitz plant zurzeit mit Dach, neuer Eistechnik, mehr Toiletten, Kiosk und Gaststättenbereich im Inneren, einer extra VIP-Tribüne und einer zusätzlichen variablen Zuschauerbühne. Dabei wirkt das Dach sehr hoch aufgesetzt. „Das hat Vorteile in Bezug auf die Kondensatwasserentwicklung – wird aber durch die Größe nicht teurer“, so Claas Schulitz. In der Diskussion sei zurzeit, ob die Dachträger aus Stahl oder Holz sind. Für das letztgenannte Material wirbt der Schweizer Co-Planer Benjamin Bührer vom BBP-Ingenieurbüro Luzern. „Holz ist das bessere Material“, sagt er mit Blick auf die regional typischen, eher feuchten Übergangszeiten. Zusammen mit einer Oberlichtbelüftung werde so sichergestellt, dass die aufsteigende Warmluft bei einem voll besetzten Stadion nicht auf die Eisfläche tropft.

Während es bei der Eisstadionsanierung einen Muss-Anteil gibt, haben die Planer auch Top-Varianten im Angebot. So könnte ein mehrere 10 000 Euro teurer Unterfrierschutz, die Art und Weise der Wärmerückführung beim Eismachen, die Entscheidung, welche Seitenplatten verbaut werden und die technische Anlage selbst über die Kosten und Potenziale des Eisstadions entscheiden. „Die Entscheidung müssen wir aber vorm Baustart treffen – für den Fall, dass sie in einigen Jahren doch noch eine Halle draus machen wollen würden“, sagt Benjamin Bührer. In der Muss-Variante geht das dann später nicht mehr.

Foto: Schulitz Architekten
Kommentare
#1 04.04.15, 15:04 Uhr von Kufenschoner
Neben dem Stadion würde mich ja schon der befestigte Weg zum Stadion begeistern... Nix für Ungut, der Entwurf sieht doch schon richtig klasse aus.
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