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Warum ein Fuchs zeitweise Tornado ist
19.11.14, 15:36 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Robert Bartlick, einer der Publikumslieblinge in Weißwasser, arbeitet jetzt in Niesky an seinem Comeback. Robert Bartlick ist einer, wie ihn Eishockey-Fans lieben. Schon sein Anblick kann dem Gegner Angst einflößen: 1,90 Meter groß, gut zwei Zentner überwiegend Muskelmasse, rote Haare, das Gesicht oft genug von einem Vollbart nahezu zugewuchert. Der Verteidiger scheut keinen Zweikampf, packt auch schon mal die Fäuste aus, wirft sich in jeden Schuss – so was lieben die Anhänger des schnellen Sports überall – auch in Weißwasser.

In dieser Saison aber halten die Fans der Lausitzer vergeblich Ausschau nach „Ede“, wie der 31-Jährige, der seit 2012 über 500 Mal für die Füchse aufgelaufen ist, gerufen wird. Er steht nicht im Kader des DEL 2-Teams, spielt stattdessen eine Liga tiefer bei den Nieskyer Tornados. Wenn es nach Bartlick geht, nur zwischenzeitlich. „Ich will wieder zurück zu den Füchsen, sammle in Niesky nach meiner Verletzung Spielpraxis“, sagt er.

Im Dezember vor fast einem Jahr war es passiert. In einem Zweikampf rissen zwei von drei Aduktorensträngen. Am 22. Dezember im Heimspiel gegen Crimmitschau – schönes Weihnachtsgeschenk. „Erst hat man mir gesagt, dass das sechs bis acht Wochen dauert, bis es wieder zusammengewachsen ist. Aber es hat viel mehr Zeit gebraucht.“ Aufgelaufen ist Robert Bartlick in der vergangenen Saison noch mal. In den letzten drei Hauptrundenspielen, als es um das Erreichen der Playoffs ging und die Füchse ein Verteidigerproblem hatten. Und in den fünf Viertelfinalspielen gegen Bremerhaven.

„Im Nachhinein war das ein Fehler. Es war eben noch nicht richtig zusammengewachsen, und die Verletzung hat sich dadurch verschlimmert“, erklärt Bartlick aus heutiger Sicht. Am Ende hat es bis August gedauert, bis alles ausgeheilt war. Da hatte die Vorbereitung in Weißwasser längst wieder begonnen, der Verteidiger enormen Trainingsrückstand. In den ersten Kadermeldungen der Füchse tauchte er nicht auf, obwohl er einen Zwei-Jahres-Vertrag in der Tasche hatte.

Nach der langen Pause war der Eishockeyprofi einfach zu weit weg vom erforderlichen Fitnessniveau der zweiten deutschen Eishockeyliga. Nur mit Training holt man das nicht auf. „Unser Co-Trainer Robert Hoffmann ist dann auf die Idee mit der Ausleihe nach Niesky gekommen“, sagt Bartlick, der jetzt pro Woche zweimal mit den Füchsen und zweimal mit den Tornados trainiert. „Hier habe ich gute Kumpels aus Weißwasseraner Zeiten wiedergetroffen. Mit Greule (Sebastian Greulich, d. Autor) war ich von Kindesbeinen an in einer Mannschaft. Und diejenigen, die mal bei den Füchsen gespielt haben, waren ja schließlich auch schon mit mir in einer Mannschaft. Natürlich wurde ich gut aufgenommen.“

Die Verletzung war auch ein zusätzlicher Anstoß, an die Zeit nach der Profi-Eishockeykarriere zu denken. Bartlick sitzt wieder auf der Schulbank, lernt Kaufmann für Spedition und Logistik. „Man glaubt gar nicht, wie diese Doppelbelastung schlaucht. Da kann man nur den Hut vor solchen Spielern wie Thomas Götz ziehen, die das schon seit Jahren machen“, sagt „Ede“.

Den Weg zurück will der Verteidiger trotzdem schaffen. Bei 80 Prozent fühle er sich derzeit, und es geht ständig bergauf – mit dem Körpergewicht parallel dazu bergab. Der Unterschied zwischen Oberliga und zweiter Liga sei enorm, das Tempo auf dem Eis und die Handlungsschnelligkeit nicht vergleichbar. „Das merke ich in jedem Training. Ich bin ständig im Gespräch mit Trainer und Co-Trainer, um zu wissen, woran ich noch arbeiten muss“, sagt er.

Jetzt, wo bei den Füchsen aktuell gleich drei Verteidiger ausfallen, wäre der Wechsel zurück allerdings noch zu früh. Bis zum Ende der Hauptrunde der Oberliga Mitte Januar wird der Verteidiger erst mal noch in Niesky bleiben. „Dann werden wir sehen, wie es weitergeht.“ Ob Niesky einmal eine dauerhafte Alternative wäre? „Mal sehen. Zwei, drei Jahre will ich eigentlich noch bei den Füchsen spielen. Danach kann ich mir gut vorstellen, in Niesky weiterzuspielen, wenn ich dann überhaupt noch Lust auf Eishocke habe.“ Die Fans in Niesky, die ja zum teil auch aus Weißwasser kommen, würde es sicher freuen.
Kommentare
#4 20.11.14, 10:53 Uhr von Puckschubser
Außerdem spielen Kassel und Frankfurt bestimmt nicht mit ihrer kompletten letztjährigen OL-Mannschaft in der DEL2! Die haben sich beide schön verstärkt.
#3 19.11.14, 22:03 Uhr von Bane
OL Ost ist aber nicht West oder Süd...
#2 19.11.14, 18:48 Uhr von SchlauerFuchs
....die Aufsteiger Kassel und Frankfurt die aktuell auf den Plätzen 5 und 4 in der 2. Liga stehen. :-)
#1 19.11.14, 18:44 Uhr von SchlauerFuchs
Schöner Artikel. Viel Glück für Robert. Allerdings bin ich ein wenig verwundert über seine Einschätzung bezüglich des Niveaus Oberliga / DEL2. Ich denke schon, dass die Spitzenteams der Oberligen in der DEL2 ne gute Rolle spielen könnten - siehe...
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