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Tornados stehen im Pokalfinale
18.03.14, 09:00 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Im entscheidenden Pokal-Halbfinalspiel besiegen die Nieskyer Jonsdorf mit 5:2 – trotz der langen Feier am Vortag.
Es hat für die Nieskyer Tornados am Ende gereicht. Das Entscheidungsspiel um den Einzug in das Eishockey-Pokalfinale der Oberliga Ost bezwangen sie die Jonsdorfer Falken am Sonntagabend in Weißwasser mit 5:2. Aber sie taten sich schwer, vielleicht auch nach der „speziellen Spielvorbereitung: Die Nieskyer Tornados waren am Vorabend zum fünften Mal in Folge zur populärsten Mannschaft des Nordkreises gekürt worden und hatten bis tief in die Nacht gefeiert. Der Bus fuhr in Niesky erst gegen 2 Uhr ab. Die letzten Spieler mussten direkt von der Bar abgeholt werden. Die Jonsdorfer lieferten gut 14 Stunden später einen großen Kampf, schließlich waren die Falken als Außenseiter in dieses letzte Duellgegangen. Nicht weil die Jonsdorfer so viel weniger Leistungspotenzial haben als die Tornados – schließlich stand es in der Halbfinalserie 1:1, sondern weil ihnen in diesem Spiel zwei extrem wichtige Spieler fehlten. Selbstverschuldet konnte Martin Sekera, der nach (!) dem Schlusspfiff im letzten Spiel noch eine Spieldauerstrafe kassiert hatte, nicht mitspielen. Sein Sturmpartner Tomas Hruby fehlte kurzfristig mit einer Trainingsverletzung. Aber die Falken hielten, von Beginn an mit nur zwei Reihen spielend, mit viel Kampf und Einsatzbereitschaft dagegen. Die Nieskyer Tornados kamen einfach nicht ins Spiel. „Die Jonsdorfer haben geackert bis zum Umfallen. Wir hatten zwar mehr Scheibenbesitz, es ist aber nichts herausgekommen, weil wir den Puck zu oft geschleppt haben statt ihn laufen zu lassen“, kommentierte Tornado-Trainer Jens Schwabe. Und schließlich liefen die Nieskyer in einen Konter. Tornado-Verteidiger Becher versuchte, mit einem Hechtsprung das Gegentor zu verhindern, traf aber Falken-Stürmer Hähnel. Es gab berechtigterweise Penalty, bei dem Hähnel Nieskys Olympia-Torfrau Ivonne Schröder keine Chance ließ. Zu Beginn des Mitteldrittels kassierten die Tornados zwei Strafen und gerieten unter Druck. Aber Ivonne Schröder im Tor verhinderte einen Gegentreffer. „In so einem Play-off-Spiel musst du Überzahlspiele konsequent nutzen. Man hat gemerkt, dass wir die Reihen neu zusammenstellen mussten. Wer weiß, wie es nach einem zweiten Treffer von uns weiter gegangen wäre“, sagte Falken-Trainer Marco Ludwig. Wenig später schafften die Nieskyer in doppelter Überzahl ihrerseits den Ausgleich. Jankovych war in die Mittelstürmerposition gelaufen und hatte scharf und flach abgezogen, Falken-Torwart Wolfermann war die Sicht verdeckt. Später im Drittel erzielte Verteidiger Pohling mit einem Schlenzer aus dem „Slot“ das 2:1. Das Spiel der Tornados lief aber immer noch nicht rund, die Falken hielten weiter dagegen und kamen zu Beginn des Schlussdrittels durch ihren besten Spieler an diesem Tag, Mario Hähnel, zum Ausgleich. Er hinterlief einen Tornado-Verteidiger, zog vors Tor und hob die Scheibe unter die Torlatte. Was danach passierte, werteten beide Seiten unterschiedlich. Falken-Verteidiger Fischer musste mit einer Zwei-plus-Zweiplus-Zehn-Strafe vom Eis. Während die Falken-Anhänger von einer „exzellenten Einlage“ von Nieskys Stürmer-Oldie Jankovych sprachen, sagte Tornado-Trainer Jens Schwabe: „Da kann man auch fünf Minuten plus Spieldauer geben.“ Fakt ist: Jankovych wurde mit starken Schmerzen ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde eine Nierenquetschung diagnostiziert und der Tscheche mit starken Schmerzmitteln versorgt wieder nach Hause geschickt, allerdings nur als Beifahrer. Tornado-Verteidiger Greulich nutzte die Überzahl mit einem hammerharten Schuss von der blauen Linie zum 3:2. Wenig später musste Falken-Verteidiger Reichardt nach einem Stockstich vom Eis, und Greulich erzielte auf ähnliche Weise das 4:2. Die Moral der Falken war gebrochen. Linke schaffte mit einer schönen Einzelleistung noch das 5:2. „Die Nieskyer haben sich über die Serie gesehen verdient durchgesetzt. Wir haben uns durch unnötige Strafen in den ersten Partien selbst geschadet“, sagte Falken-Trainer Ludwig und meinte damit Hruby im ersten und Sekera im zweiten Spiel. Auf die Schiedsrichterleistung im letzten Spiel angesprochen antwortete er: „Die Verteilung der kleinen Strafen, zwei gegen Niesky und zehn gegen uns, wirft schon Fragen auf. Nicht alle waren aus meiner Sicht gerechtfertigt. Ich hätte mir gewünscht, dass man für so ein brisantes Spiel einen erfahreneren Schiedsrichter ansetzt. Tornado-Trainer Jens Schwabe war zwar nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, sagte aber: Lieber so ein schlechtes Spiel gewonnen als ein schönes verloren. Ich glaube auch, dass den Falken am Ende etwas die Kraft ausgegangen ist.“ Im Finale warten jetzt die Saalebulls Halle auf Niesky. Halle genießt das Heimrecht in einem eventuellen dritten Spiel der Finalserie. Da die Eisfläche im Zelt in Halle nur noch am kommenden Wochenende zur Verfügung steht, zeichnet sich ab, dass die Vereine das Heimrecht im ersten Spiel tauschen: Freitag in Weißwasser, Sonnabend in Halle und Sonntag (wenn nötig) noch einmal in Halle. Genau informiert darüber wird so bald als möglich.

Tornado Niesky – Jonsdorfer Falken 5:2 (0:1, 2:0, 3:1)
Niesky: Schröder, Neumann, Greulich, Becher, Rädecker, Pohling, Wimmer, Kuhlee, Linke, Jandik, Bartell, Brill, Jankovych, Musil, Bauer, Leyva, Noack
Jonsdorf: Wolfermann, Fischer, Weise, Hemmerich, Schäfer, Reichardt, Arkuszewski, Hähnel, Lamich, Brezina, Wagner, Rösler, Schümann, Schwarz, Harnesk
Tore: 0:1 Hähnel (16:41, Penaltyschuss), 1:1 Jankovych (28:54, Überzahl, Assist: Greulich) , 2:1 Pohling (35:25 Noack, Kuhlee), 2:2 Hähnel (41:33, Harnesk, Reichardt) , 3:2 Greulich (50:04,
Überzahl, Noack, , Linke), 4:2 Greulich (51:48, Überzahl, Kuhlee, Noack), 5:2 Linke (53:25, ohne Assist)
Strafen: Niesky 4 min, Jonsdorf 20 min + 10 Wolfermann + 10 Fischer +10 Arkuszewski, Zuschauer: 729
Kommentare
#1 19.03.14, 06:49 Uhr von tornadofan10
stark gespielt
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So, 16. März 2014 1 2 3   Erg.
Tornado Niesky 0 2 3   5
EHC Jonsdorfer Falken 1 0 1   2

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