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Wie es um den Umbau des Eisstadions bestellt ist.
12.03.14, 13:12 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Der Eishockeystammtisch ist in Niesky eine Institution. Am Montag musste das traditionsreiche Treffen in das Bürgerhaus verlegt werden, damit alle Interessierten auch einen Platz bekommen. An den Nieskyer Oberbürgermeister und den Stadtwerke-Geschäftsführer wurde die Frage gestellt: Wie geht es weiter mit dem Projekt Sanierung Eisstadion und Dachbau.
Die Antwort ist kurz. Das Schallschutzgutachten ist da. Wann die Planungen in Auftrag gehen, steht aber noch nicht fest.
Wann wird denn die Eisanlage in Niesky komplett abgeschaltet? Diese Frage kann der Präsident des Eislaufvereins Niesky Jörn Dünzel aus dem Stegreif beantworten, und zwar verneinen. Doch so weit hergeholt ist die Frage nun auch wieder nicht. Denn um die Pläne, das Eisstadion zu sanieren und ein Dach zu bauen, war in den vergangenen Monaten eine Ruhe eingezogen, die für viele Anhänger des Eissports in Niesky die Frage aufwirft, ob das Projekt mit der Hinhaltetaktik in Vergessenheit geraten und eigentlich nicht mehr umgesetzt werden soll. Zum Eishockey-Stammtisch am Montag waren deshalb der Nieskyer Oberbürgermeister Wolfgang Rückert und der Geschäftsführer der Sport und Freizeit Niesky GmbH, Holger Ludwig, eingeladen. Was sie den etwa 100 Eishockeyfans auf ihre Fragen zu sagen hatten? Die SZ fasst die wichtigsten Fakten zusammen.
Warum ist in den vergangenen Monaten nichts passiert?
Weil gewartete wurde, dass das Schallgutachten fertig ist. Das ist Voraussetzung für weitere Planungen. „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“, sagte der Geschäftsführer den Eissportfans als Begründung für die Funkstille seit dem Sponsorentreffen im September 2013 und meinte damit, dass es noch nichts Neues zu berichten gab.
Wie steht es um das Gutachten und den Schallschutz?
Seit Freitag liegt das Gutachten vor und wird jetzt ausgewertet. Die wichtigste Erkenntnis daraus: Eine reine Überdachung bringt keinen wesentlichen Schallschutz. Auch wenn zur Gaststätte und zu den Funktionsgebäuden hin noch etwas gebaut wird, wird es schwierig, die Lärmgrenzwerte einzuhalten. Das ist aber wichtig, weil beispielsweise das Krankenhaus der Diakonissenanstalt die Geräuschkulisse bei den Heimspielen abbekommt.
Wie geht es jetzt mit dem Projekt Eisstadion weiter?
Noch diesen Monat gibt es Gespräch mit Mitarbeitern der des Landkreises Görlitz von der Unteren Immissionsschutzbehörde. Sie sind unter anderem zuständig für das Einhalten von Grenzwerten bei Luftverunreinigung, Strahlen, Wärme und eben Lärm. Man möchte sich die Peinlichkeit ersparen, eine Planung zu beauftragen, die nicht genehmigungsfähig ist, so Holger Ludwig. Das untermauerte der Nieskyer Oberbürgermeister. Er sagte: „Wir können bei einem Vier-Millionen-Euro-Projekt nicht einfach so anfangen zu bauen“. Niesky hatte deshalb den Projektsteuerer der Weißwasseraner Eisarena zurate gezogen. Von ihm stammte der Hinweis, unbedingt erst einmal den Schallschutz untersuchen zu lassen, so Wolfgang Rückert. „Wir haben im Landkreis mittlerweile jede Menge Schallschutzexperten“, sagte der Oberbürgermeister und spielte damit auf das Projekt der Deutschen Bahn an, die die Niederschlesische Magistrale zweigleisig ausbauen und elektrifizieren will.
Ist eigentlich das Geld für den Stadionumbau da?
Zurzeit ist gar nicht klar, was das tatsächlich kostet. Denn die geschätzten Kosten von rund vier Millionen Euro ist eine Zahl, die aus dem Jahr 2009 stammt. Erst wenn eine aktuelle Planung vorliegt, kann ein auf das Projekt bezogener konkreter Fördermittelantrag gestellt werden. Die Förderzusage aus dem Städtebauprogramm, die Innenminister Markus Ulbig im Sommer 2012 im Eisstadion übergeben hatte, gilt noch bis 2020. Zeitigstens Anfang 2015 hat Niesky einen Fördermittelbescheid. Ob Niesky mit den Kosten dann hinkommt, kann noch nicht gesagt werden.
Wann wird denn nun aus heutiger Sicht gebaut werden?
Wenn die Genehmigung und die Finanzierung stehen, wird der erste Abschnitt in der Eishockeyliga-Sommerpause 2015, der zweite Abschnitte in der spielfreien Zeit 2016 gebaut, so Wolfgang Rückert.
Was geschieht dann mit dem nicht mehr genehmigten Kältemittel?
Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Sport und Freizeit GmbH erhält eine Ausnahmegenehmigung für den Weiterbetrieb der Eistechnik mit dem nicht mehr zugelassenen Kühlmittel. Oder sie muss die vorhandene Technik mit dem neuen Kühlmittel betreiben. Das Umrüsten sei technisch machbar, so Holger Ludwig.
Mahnwache, Sonnabend, 15. März, 18-19 Uhr, Stellzeit 17.30 Uhr, am Bürgerhaus Niesky, Muskauer Straße.

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Weiterfragen bis das Stadion saniert wird.

Carla Mattern über die Fans und den Eissport in Niesky

Provokant und auf den Punkt gebracht fragt am Montag Eishockeystammtisch-Moderator Hubertus Noll: Werden wir in Niesky in zwei Jahren noch Eishockey spielen oder sind die Lichter aus?
Die Reaktionen im Publikum zeigen, dass viele so denken. Voller Sorge. Denn schließlich ist Eissport in Niesky mehr als nur eine Randsportart. Die Tornados stehen vor dem Einzug in das Pokalfinale. Es trainieren Kinder und Jugendliche aus dem Nieskyer Eislaufverein in Bad Muskau und in Weißwasser. Die Eisstockschützen haben viel Spaß an ihrem Sport. Kindergartenkinder kommen regelmäßig ins Stadion, um mit ELV-Trainern das Schlittschuhlaufen zu lernen und zu üben. Und nicht zu vergessen: An den Heimspielabenden der Tornados ist das Eisstadion ein Treffpunkt für viele Eishockeyfans. Mancher kommt weniger wegen der Jagd auf Puck und Punkte, als vielmehr, um Freunde und Bekannte zu treffen. Niesky hat dank der Eissportler etwas, was längst nicht jede kleine Stadt mit weniger als 10 000 Einwohnern bieten kann. Warum also reagieren der Nieskyer Oberbürgermeister und der Geschäftsführer der für das Waldbad und das Eisstadion zuständigen städtischen Firma so erstaunt, dass sie der Hinhalte-Taktik bezichtigt werden? Warum wundern sie sich, dass ihr Stillschweigen in Sachen Projekt als Aussitzen gedeutet wird? Warum sind sie nicht froh, dass so viele Nieskyer sich für das städtische Projekt interessieren? Und dass sie das in einer durchaus sachlichen Art kundtun. Manch anderes Projekt bekommt deutlich weniger Zuspruch und kostet Niesky auch immens viel Geld. Auf die vielen Fragen der Nieskyer mit dem Vorschlag zu reagieren, dass ja der Eislaufverein selbst als Investor auftreten könne – das war nicht angemessen. Kein Wunder, dass die Eissportfans wieder öffentlich für das Eisstadion eintreten werden. Sie sollten erst innehalten, wenn 2015 die Handwerker im Eisstadion stehen.
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