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Ein unglückliches Wochenende
27.01.14, 19:44 Uhr (Quelle: Sächsische Zeitung)
Den Nieskyer Tornados fehlen in Chemnitz elf Sekunden zum Sieg. Und beim Heimspiel gegen Halle droht ein Urteil.
Bis elf Sekunden vor der Schlusssirene am Freitagabend in Chemnitz schien dieses Wochenende doch noch ein gutes für die Tornados zu werden. Die Nieskyer Eishockeycracks führten mit 3:2. Aber dann bekamen sie den Puck nicht aus dem Drittel, plötzlich stand der Chemnitzer Herman ganz frei vor Torwart Robert Handrick. Der konnte den ersten Schuss des Tschechen parieren, aber der Puck sprang genau zurück zum Chemnitzer Stürmer. Und beim Nachschuss hatte Handrick keine Chance. Ähnlich unglücklich verlief die Verlängerung. Dort hatte Musil mit einem Alleingang die Chance zur Entscheidung, scheiterte aber am Tormann. Von dem sprang der Puck so unglücklich (aus Nieskyer Sicht) ab, dass er damit einen 2:1-Konter der Gastgeber einleitete. Und die Chance ließen sich die Chemnitzer nicht entgehen – ein Punkt statt fast schon sicherer drei. „Eigentlich hatte dieses Spiel keinen Sieger verdient, waren wir uns auf der Pressekonferenz einig. Beide Mannschaften waren viel zu ausgeglichen“, sagte Co-Trainer Gerd Jandik, der kurzfristig Jens Schwabe vertreten musste. Den hatte es auf der Hinfahrt gesundheitlich „umgehauen“. Im ersten Drittel spielten beide Mannschaften sehr diszipliniert, ließen jeweils nur wenige Chancen zu und konnten sich auf starke Torhüter verlassen. Das 0:0 war die logische Konsequenz. Zu Beginn des Mitteldrittels hatten die Nieskyer Probleme, kassierten dumme Strafen. Gerade als Greulich von einer 3:5-Unterzahl zurückkam, gelang den Chemnitzern der Führungstreffer. Aber dafür gehörte den Nieskyern die zweite Hälfte dieses Spielabschnitts. Der Druck wurde immer größer. Marco Noack schaffte dann mit einem Flachschuss den Ausgleich, aber der mögliche Führungstreffer gelang Niesky nicht. Die Chemnitzer gingen im Schlussdrittel erneut in Führung und wähnten sich auf der Siegerstraße. Aber die Kampfkraft der Nieskyer brachte die Wende. Marco Noack setzte sich vor dem Tor gegen zwei Chemnitzer Verteidiger durch und bugsierte die Scheibe im Fallen über die Schulter des Torwarts ins Netz. Nach dem Ausgleich waren beide Teams darauf bedacht, keinen Fehler zu machen. Eine riesige Einzelleistung von Marcel Linke schien die Partie zugunsten der Nieskyer zu entscheiden. Der Stürmer startete im eigenen Drittel ein Solo, setzte sich gegen alle Chemnitzer durch und traf 79 Sekunden vor dem Ende zum 2:3. „Aber ein Eishockeyspiel dauert nun mal komplette 60 Minuten“, sagte Co-Trainer Gerd Jandik nach dem Spiel. Und auch mit einem Punkt mussten die Nieskyer nicht wirklich unzufrieden sein.
Manchmal dauern Eishockeyspiele aber nicht 60 Minuten, sondern fangen gar nicht erst an. Sonnabendgegner Saalebulls Halle hatte am späten Donnerstagabend mitgeteilt, dass man nicht antreten werde, weil zu viele Spieler krank seien. „Das kennen wir schon. Als es schon einmal so kalt war, hatten die Hallenser aus dem gleichen Grund abgesagt“, bemerkte Trainer Jens Schwabe süffisant. Die Krankenscheine sind bei den Tornados per Fax eingeflattert. Am Sonnabend machten die Nieskyer noch das Beste aus der Situation. „Dankenswerterweise ist Bad Muskau, wo ja unsere jungen Spieler mit Förderlizenzen mitwirken, ganz kurzfristig eingesprungen“, sagt Schwabe. Das Ergebnis des Freundschaftsspiel (7:2) war Nebensache. Aber so konnte Torfrau Ivonne Schröder von den Nieskyern und allerhand Politprominenz würdig zu den Olympischen Spielen nach Sotschi verabschiedet werden. Das Spiel gegen Halle nachzuholen wird aber für die Nieskyer fast ein Ding der Unmöglichkeit. Nach dem übernächsten Wochenende muss die Oberliga-Hauptrunde beendet sein. Und die Niesker haben an beiden kommenden Wochenenden schon jeweils zwei Spiele. „Ein drittes ist schlichtweg unmöglich“, sagt Jandik. Und unter der Woche können die Nieskyer auch nicht spielen. „Wegen unserer Schichtarbeiter bekommen wir dann keine Mannschaft voll“, sagt der Co-Trainer. Halle hat sich für Spiele unter der Woche zur Verfügung gestellt. Keine Kunst – die Hallenser sind Vollprofis. Und so drohen den Nieskyern neben den entgangenen Zuschauereinnahmen paradoxerweise auch noch die Punkte am Grünen Tisch verloren zu gehen – ein wahrlich unglückliches Wochenende.

ERV Chemnitz – Tornado Niesky 4:3 n.V. (0:0, 1:1, 2:2)
Tornado: Handrick, Neumann, Greulich, Vatter, Rädecker, Pohling, Wimmer – Linke, Jandik, Brill, Jankovych, Musil, Bauer, Stein, Leyva, Noack
Tore: 1:0 Herman (26:50, Überzahl), 1:1 Noack (37:39, Assist: Vatter, Brill), 2:1 Tramm (46:49), 2:2 Noack (52:45, Überzahl, Leyva, Brill), 2:3 Linke (58:41, Greulich, Wimmer), 3:3 Tramm (59:49), 4:3 Herman (60:38)
Strafen: Chemnitz 10, Niesky 10
Zuschauer: 201
Kommentare
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Fr, 24. Januar 2014 1 2 3 n.V. Erg.
Wild Boys Chemnitz 0 1 2 1 4
Tornado Niesky 0 1 2 0 3

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